Ilona Deckwerth bleibt Vorsitzende der Ostallgäuer SPD – Fünf Stimmen für Michelle Derbach

SPD Ostallgäu: Deckwerth trotzt Derbach

Vorstandsmitglieder des SPD Kreisverbandes Ostallgäu
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Ein Teil der neu gewählten Vorstandschaft des SPD Unterbezirks Ostallgäu: Karin Wehle-Hausmann (v.l), Helga Ilgenfritz, Dr. Paul Wengert, Peter Hack, Hans Trübenbach, Simon Loderer, Heidrun Ebert, Martin Valdés-Stauber, Hanni Semmlin-Leix, Regina Renner, Hannah Fischer, Brigitte Protschka, Pascal Lechler, Daniel Schreiner, Renate Domin, Thigis Kirushnathasan mit der alten und neuen Vorsitzenden Ilona Deckwerth (vorne, Mitte).

Landkreis/Schwangau – Beim mit Spannung erwarteten Unterbezirksparteitag der SPD Ostallgäu ist die 16-jährige Michelle Derbach als Herausforderin von Amtsinhaberin Ilona Deckwerth bei den Vorstands-Wahlen auf der ganzen Linie durchgefallen.

Während 28 der 40 Delegierten am Samstagnachmittag für Deckwerth stimmten, entfielen nur fünf Stimmen auf Derbach. Bei der Wahl der Beisitzer konnte sich die Schülerin ebenfalls nicht durchsetzen.

Die 16-jährige Derbach, die im Vorfeld des Unterbezirksparteitags bei den Ostallgäuer Genossen für einigen Wirbel gesorgt hatte (der Kreisbote berichtete), konnte persönlich nicht anwesend sein, da sie Kontakt mit einer möglicherweise mit dem Corona-Virus infizierten Person hatte. Daher war die junge Frau aus Vils als Vorsichtsmaßnahme nur per Video der Versammlung im Schwangauer „Schlossbrauhaus“ zugeschaltet.

Zu Deckwerths Stellvertretern in den kommenden beiden Jahren wählten die anwesenden Delegierten den Kaufbeurer SPD-Vorsitzenden Pascal Lechler sowie Regina Renner und Karin Wehle-Hausmann (beide Marktoberdorf). Kassier ist Marco Ströer, zum Schriftführer bestimmten die Delegierten Peter Hack.

In ihrem Rechenschaftsbericht hatte die alte und neue Vorsitzende Deckwerth vor den Vorstandswahlen konstatiert, dass die „alte Tante SPD“ voller junger Talente mit vielen Ideen steckt. „Wir sind eine bunt bewegte Organisationsebene mit vielen engagierten Menschen auf einer ganzen Palette an Aufgabenfeldern“, stellte sie fest. Wenn auch die Parteiarbeit manchmal schwierig und öfters auch anstrengend sei, aber am Ende ein Schritt zu mehr soziale Gerechtigkeit erreicht wurde, sei die Arbeit alle Mühen wert, so die Füssener Stadt- und Kreisrätin weiter. Kurz vor ihrer Wiederwahl meinte sie, dass so mancher denke, „wann hört die Alte den endlich auf?“. Sie wolle aber in der derzeit schwierigen politischen Situation noch einmal helfen, Strukturen zu sichern und bisherige Ziele verstärkt verfolgen.

Derbach selbstbewusst

Der SPD-Unterbezirk Ostallgäu-Kaufbeuren hat aktuell 354 Mitglieder, wovon 131 weiblich und 223 männlich sind. Der Altersdurchschnitt liegt bei knapp 60 Jahren. Der Unterbezirk ist in zehn Ortsvereine aufgeteilt, so die Beauftragte für Mitgliederentwicklung, Resi Riedle. Unter den Mitgliedern sind auch 50 „Jusos“, die Nachwuchsorganisation der Genossen.

In ihrer Videoeinspielung erklärte Michelle Derbach ihre Kandidatur für den Vorsitz der Ostallgäuer SPD. Ausführlich und selbstbewusst erläuterte sie ihre Ziele für den Fall einer Wahl. Sie betonte, die Sozialdemokratie im Ostallgäu vor allem verjüngen zu wollen. Die SPD müsse wieder näher ran an die Menschen, appellierte sie. „Führende Positionen in einer Partei sollten nicht nur allein den erfahrenen oder älteren Kommunalpolitikern vorbehalten sein“, so Derbach bei ihrer Bewerbung.

Zwei für den Bund

Im Verlauf der Versammlung stellten sich auch die beiden Kandidatinnen für die Bundestagswahl 2021 im heimischen Bundeswahlkreis 257, Regina Renner (Marktoberdorf) und Regina Leenders (Memmingen), vor. Beide kündigten an, dafür kämpfen zu wollen, „dass unser Sozialstaat allen Menschen ein freies, selbstbestimmtes Leben ohne Existenzängste ermöglicht“.

Bei den anschließenden Neuwahlen des Vorstandes wählten die Delegierten neben dem Kernvorstand auch zahlreiche Beisitzer und Beauftragte.

Beisitzer sind: Renate Domin, Martin Valdés-Stauber, Helga Ilgenfritz (alle Kaufbeuren), Heidrun Ebert, Brigitte Protschka, Petra Vogel, Daniel Schreiner, Dr. Paul Wengert (alle Füssen), Simon Loderer (Schwangau), Erich Nieberle (Marktoberdorf) sowie Hans Trübenbach aus Roßhaupten.

Zu Beauftragten bestimmten die Delegierten Resi Riedle (Mitglieder) und Hannah Fischer (Bildung).

Für die Arbeitsgemeinschaften AfA, ASF und Jusos sind Hans Trübenbach, Hannelore Semmlin-Leix und Thigis Kirushnathasan zuständig.

ed

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