Stadtrat ebnet Weg für Neubau

Bebauungsplan-Änderung: Füssener Tennishalle soll neu gebaut werden

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Die Sonne lacht über dem Betreiber der Tennishalle. Er darf das marode Gebäude abreißen und neu bauen.

Füssen – Neue Hoffnung für Tennis-Begeisterte: Die Anfang Mai geschlossene Tennishalle am Kobelhang soll nun doch abgerissen und neu gebaut werden.

Über den beiden geplanten Tennisplätzen sollen außerdem 36 Mitwohnungen entstehen. Mit dem einstimmigen Beschluss, den am Kobelhang geltenden Bebauungsplan zu ändern, machte der Stadtrat in der vergangenen Woche den Weg für das Vorhaben frei. Ganz ohne Diskussion verlief die Abstimmung freilich nicht – denn der Antrag hat eine längere Vorgeschichte. 

Bereits im Januar hatte der Betreiber der Halle einen Neubau mit Mietwohnungen über den Tennisplätzen beantragt. Weil einige Ratsmitglieder seinerzeit aber durch den Neubau mit Mietwohnungen eine erhebliche Bodenwertsteigerung für das Grundstück vermuteten, schlugen sie vor, dass die Stadt davon auch einen Teil abbekommen sollte. 

Daraufhin zog der Investor noch in der Sitzung seinen Antrag wütend zurück. Weitere Verhandlungen mit Bürgermeister Paul Iacob (SPD) führten zunächst ebenfalls zu keinen Ergebnissen, so dass die vor allem energetisch nicht mehr dem heutigen Stand entsprechende Halle Anfang Mai geschlossen wurde. 

Anfang Mai beantragte der Eigentümer bei der Stadt erneut einen Neubau mit Mietwohnungen. Demnach soll die Zahl der Spielfelder von drei auf zwei verringert werden. Über den Spielfeldern sollen weiterhin bis zu 36 Mietwohnungen auf drei Geschossen entstehen, wie Bauamtsleiter Armin Angeringer vergangene Woche im Stadtrat berichtete. 

Die Stadtverwaltung steht dem Vorhaben grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber: „Städtebaulich ist das Vorhaben zu begrüßen, zumal mit der Errichtung von Mietwohnungen eine Angebotsverbesserung in einem Bereich erfolgt, der nach wie vor erhebliche Defizite aufweist“, heißt es in einer Stellungnahme aus dem Rathaus. Da der dortige Bereich im Bebauungsplan (B-Plan) allerdings bislang als „Sondergebiet für Sporteinrichtungen“ ausgewiesen ist, muss der B-Plan geändert werden. 

Räte wollen Sicherheit

Zunächst wollten einige Ratsmitglieder wie Dr. Martin Metzger (BfF), Niko Schulte (CSU) oder Dr. Anni Derday (FW) aber vor allem sicher gehen, dass die Tennisplätze auch langfristig erhalten bleiben. Denn womöglich komme der Besitzer in Zukunft irgendwann auf die Idee, auch diese umzubauen, um eine lukrativere Nutzung wie etwa weitere Wohnungen oder Einzelhandel zu ermöglichen. So schlug Schulte vor, vom Eigentümer „einen Obolus“ zu verlangen, sollte dieser die Nutzung ändern. Er kenne verschiedene Kommunen, die das so handhaben würden, erklärte er. 

Im vorliegenden Fall sei das allerdings nicht möglich, erwiderte Martin Paul Herrenbrück vom Liegenschaftsamt, da das Grundstück nicht im Besitz der Stadt sei. Bürgermeister Iacob wies in diesem Zusammenhang entschieden darauf hin, dass eine Nutzungsänderung in diesem Fall immer vom Stadtrat genehmigt werden müsse, da das Areal eben ein „Sondergebiet für Sporteinrichtungen“ sei. Außerdem solle mit einem städtebaulichen Vertrag sicher gestellt werden, dass es bei der Nutzung als Sportstätte bleibe. 

Der Bürgermeister erinnerte außerdem daran, dass die Stadtverwaltung viel Kraft und Zeit investiert habe, den Investor davon zu überzeugen, seinen Antrag doch noch einmal im Stadtrat einzubringen. Schulte entgegnete darauf, dass der Bürgermeister offenbar nicht verstehe, um was es dem Stadtrat gehe. „Dieses Gremium sucht einfach eine Möglichkeit, die dem Investor zugute kommt und auch dem Tennis-Verein hilft“, sagte er.

mm

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