Jugendhilfeausschuss des Landkreises verabschiedet Teilhaushalt einstimmig

Kosten für Jugendhilfe im Ostallgäu steigen

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Die Kosten für die Jugendhilfe im Kreis Ostallgäu werden auch im kommenden Jahr deutlich steigen. Das gibt Kreiskämmerer Robert Pöschl bekannt.

Landkreis – Es ist und bleibt das höchste Zuschussbudget im Kreishaushalt und das personalintensivste Sachgebiet im Landratsamt Ostallgäu – die Jugendhilfe wird auch im kommenden Jahr steigende Zuschüsse aus dem Landkreisbudget benötigen.

Kreiskämmerer Robert Pöschl und die Leiterin des Jugendamts, Petra Mayer, stellten dem Jugendhilfeausschuss vergangene Woche die Zahlen für 2019 vor. Insgesamt muss der Landkreis Ostallgäu Aufwendungen in der Jugendhilfe und für die kommunale Jugendarbeit in Höhe von rund 14,9 Millionen Euro schultern. 

Jeden Monat fließen Förderungen in Form von Transferleistungen von knapp einer Million Euro an bedürftige Kinder, Jugendliche oder Familien im Ostallgäu (insgesamt rund 11,05 Millionen Euro für 2019 geplant), hinzu kommen Personalkosten von allein rund 2,7 Millionen Euro. 

Alle Maßnahmen seien wichtig und alternativlos, war aus den Reihen der Ausschussmitglieder zu hören. Auch Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU) unterstrich die Bedeutung der Zuschüsse für die Jugendhilfe in allen 45 Ostallgäuer Kommunen. „Hier ist jeder Euro gut angelegt.“ Insgesamt wird die Jugendhilfe den Landkreis im kommenden Jahr rund 11,1 Millionen Euro kosten. Das sind rund 700.000 Euro mehr als im vergangenen Jahr und ein Anstieg des Zuschussbedarfs um rund sieben Prozent. Kosten explodieren Dieser Anstieg sei größtenteils auf tarifliche Steigerungen (vier Prozent mehr Personalkosten) sowie auf steigende Kosten im Bereich der Heimerziehung zurückzuführen, wie Petra Mayer erklärte. 

Dabei sei zwar die Zahl der Heimunterbringungstage im Vergleich zu 2009 nicht bedeutend gestiegen, allerdings seien die Unterbringungskosten seither um ein Vielfaches in die Höhe geschossen. Heilpädagogische Einrichtungen müssten mittlerweile Tagessätze von durchschnittlich 167 Euro verlangen. Das Jugendamt rechnet für 2019 mit 40 Kindern und Jugendlichen, die einen kürzeren oder längeren Heimaufenthalt benötigen, und Kosten von rund 2,1 Millionen Euro (rund 400.000 Euro mehr als im Jahr 2018). Es werde immer schwieriger, einen geeigneten Platz in entsprechenden therapeutischen Einrichtungen zu finden, schob die Amtsleiterin nach. 

Teure Schulbegleitung

Teuer für den Landkreis ist auch die individuelle Schulbegleitung, die rund 32 Kinder im kommenden Jahr unterstütze. Hierfür setzt das Jugendamt 960.000 Euro an und hilft zudem Familien mit autistischen Kindern mit einer Förderung sozialer Kompetenztrainings in Höhe von 50.000 Euro. Im laufenden Jahr benötigten bisher 42 Schüler eine Einzelbetreuung im Schulalltag, was mit Kosten von etwas mehr als einer Million Euro zu Buche schlägt. 

Eine wichtige Maßnahme, betonte auch hier die Füssener SPD-Kreisrätin Ilona Deckwerth. Allerdings monierte die ehemalige Landtagsabgeordnete, dass die Schulbegleitung eigentlich Aufgabe des Kultusministeriums wäre, und dass der Freistaat hier wie in anderen Fällen für den Schulalltag notwendige Leistungen in die Verantwortung von Kommunen und Landkreisen abwälze. Deckwerth mahnte erneut, dass der alarmierend steigende Bedarf an Hilfen einen Kurswechsel der Bildungs- und Sozialpolitik nötig mache.

Einen größeren Anteil am Zuschussbudget der Jugendhilfe machen darüber hinaus die Aufwendungen für Kinder aus einkommensschwachen Familien in Kindertagesstätten oder bei Tagesmüttern aus: Insgesamt sind hier rund 390.000 Euro für 2019 eingeplant. Für die Schulsozialarbeit sind rund 460.000 Euro im Haushalt fürs kommende Jahr vorgesehen. Der Zuschussbedarf für heilpädagogische Maßnahmen bezifferte Jugendamtsleiterin Petra Mayer auf 831.000 Euro.

Weitere Förderleistungen der Jugendhilfe sind niederschwellige Beratungsangebote beispielsweise durch die vier Familienstützpunkte in Buchloe, Obergünzburg, Markt­oberdorf und Füssen sowie die Koordinierende Kinderschutzstelle (KoKi) und die Erziehungsberatungsstellen in Marktoberdorf und Kaufbeuren mit Außenstellen in Füssen und Buchloe. Hier sollen insgesamt 640.000 Euro bereit gestellt werden. Der Jugendhilfeausschuss empfahl den behandelten Teilhaushalt in allen Punkten einstimmig an der Kreistag weiter. Der Kreishaushalt soll dann im gesamten am 8. Februar vom Ostallgäuer Kreistag beschlossen werden.

ah/Foto: Uwe Schlick/pixelio.de

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