Zusagen an Zinnecker und Eichstetter

Söder in Füssen: "Wir müssen mehr das Positive sehen!"

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Lockerer Plausch: CSU-Kreisvorsitzende Angelika Schorer (v.l.), Landrätin Maria Rita Zinnecker und Ministerpräsident Markus Söder im Gespräch. Später kommt noch der Füssener CSU-Bürgermeister-Kandidat Maximilian Eichstetter hinzu.
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Lockerer Plausch: CSU-Kreisvorsitzende Angelika Schorer (v.l.), Landrätin Maria Rita Zinnecker und Ministerpräsident Markus Söder im Gespräch. Später kommt noch der Füssener CSU-Bürgermeister-Kandidat Maximilian Eichstetter hinzu.
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Lockerer Plausch: CSU-Kreisvorsitzende Angelika Schorer (v.l.), Landrätin Maria Rita Zinnecker und Ministerpräsident Markus Söder im Gespräch. Später kommt noch der Füssener CSU-Bürgermeister-Kandidat Maximilian Eichstetter hinzu.

Füssen – Wer vom Auftritt des Ministerpräsident Dr. Markus Söder (CSU) im Festspielhaus eine typische Wahlkampfveranstaltung erwartet hatte, sollte enttäuscht werden. Wer hingegen auf einen gut gelaunten Landesvater, der locker-lässig aus seinem Privatleben erzählte und das Publikum mit seinen Sprüchen bestens unterhielt, gehofft hatte, war indes genau richtig. 

Konkrete Zusagen gab es auch: Söder sicherte CSU-Bürgermeister-Kandidat Maximilian Eichstetter seine Unterstützung für den Erhalt des BLZ, des Festspielhauses und die Umsetzung eines Verkehrskonzeptes zu.

Bis dahin hatte der 53-jährige Franke auf der großen Bühne in lockerer Runde mit der CSU-Kreisvorsitzenden Angelika Schorer als Fragestellerin und Landrätin Maria Rita Zinnecker als Sparringpartnerin über eine Stunde lang mit Anekdoten aus dem Privaten, Anmerkungen zum Politischen, Schlagfertigkeit und flotten Sprüchen die über 1000 Besucher begeistert. „Wir wollen eine andere Art der politischen Veranstaltung machen“, erklärte Schorer das Format. 

Dabei hatte es zunächst gar nicht nach einem entspannten Plausch unter Bekannten ausgesehen: Erst kommt der Gast einige Minuten zu spät, dann hastet er mit ernstem Gesicht nicht zum von Maximilian Eichstetter erhofften gemeinsamen Fototermin, sondern erstmal auf die Toilette. 

Etwa eine halbe Stunde und eine Einlage aus dem Ludwig-Musical später ist Söder dann sichtlich entspannter. Lässig und ohne Krawatte sitzt auf der Bühne neben Schorer und Zinnecker in seinem Ledersesseln Platz, nippt hin und wieder an einer Cola Light und feixt über Ludwig II. Der sei ja nun der Alptraum eines jeden Finanzministers gewesen, so Söder, der ehemalige Finanzminister.

Später kommt er dann noch mal auf den Märchenkönig zurück, als ihm Zinnecker anbietet, an Fasching gemeinsam als Ludwig und Sissi zu gehen. Da der Ludwig II. am Ende seines Lebens wegen seiner Vorliebe für Süßigkeiten doch recht dicklich geworden sei und es auch nicht so mit der Zahnhygiene gehabt habe, müsse er ablehnen. 

Danach muss sich Söder auf Schorers Frage nach der aktuellen Lage erstmal Luft machen: „Das eigentliche Absurde ist, dass es unserem Land so gut wie nie geht, wir uns aber teilweise so dumm anstellen wie nie!“ In anderen europäischen Ländern sei man froh, hätte man dort deutsche Verhältnisse. „Wir müssen viel mehr das Positive sehen!“, fordert er. 

Dass in Thüringen ein Ministerpräsident mit Hilfe der AfD gewählt wurde, bezeichnete er als „Vollversagen“. „Dass die AfD über Mehrheiten entscheiden kann, ist ein Versagen der Demokratie!“ Die AfD sei nicht „irgendeine Partei“. „Die wollen im Zweifelsfall zurück in die 30er Jahre des letzten Jahrhunderts“, lässt er keinen Zweifel daran, wer für ihn derzeit der politische Feind Nummer eins ist. 

Aber auch mit der Linkspartei sei aus Sicht der Christsozialen keine Zusammenarbeit möglich. Die Nachfolgepartei der SED habe sich bis heute nicht klar genug nicht von Mauerbau, Stacheldraht und Schießbefehlen distanziert. 

Keine Einmischung

Zur aktuellen Situation in der Schwesterpartei CDU hält sich Söder zurück. „Wir mischen uns nicht in die Personalfrage ein“, sagt er. Klar sei aber auch: „Das ist nicht nur eine Personalfrage, sondern eine Richtungsfrage!“ Dabei müsse es von der CDU eine klare Abgrenzung nach Links- und Rechtsaußen geben. 

Zur Bundeskanzlerin sagt er: „Ich bin jetzt nicht der geborene Fan von Frau Merkel, aber die letzten 15 Jahre waren gute Jahre!“ 

Nach seinen Ausführungen über die Befindlichkeiten der Republik geht es ins Private. Seine Kindheit sei toll gewesen, erzählt er. Schnell habe sich heraus gestellt, dass er im Gegensatz zu seinem Vater kein handwerkliches Talent besitze. Seine schulischen Leistungen seien allerdings auch nicht überragend gewesen. 

Poster von Strauß an der Wand

Dafür habe er tatsächlich ein Poster von Franz-Josef Strauß in seinem Jugendzimmer hängen gehabt – was bei Damenbesuch regelmäßig für irritierte Blicke der Mädels gesorgt habe: „Da müssen Sie ganz schön viel Charme aufbringen, um im Spiel zu bleiben“, schmunzelt er. 

Bereits als an Geschichte interessierter Nürnberger Teenager habe er begonnen, sich für Politik zu interessieren. Angesichts der Hinterlassenschaften der Nazis in Nürnberg sei ihm klar geworden: „Politik ist beginnende Geschichte.“ Weil er mit linken Positionen bereits in jungen Jahren nichts habe anfangen können, führte ihn sein Weg zur CSU. „Es ist ein großes Privileg, mein Hobby, meine Leidenschaft zum Beruf machen zu können“, sagt Söder. 

Dann bittet er das Publikum: „Werden Sie bitte nie demokratiemüde!“ Auf die Frage Schorers, wo sein Lieblingsort sei, will sich der Ministerpräsident im Gegensatz zur Landrätin („Auf dem Buchenberg!“) zwar nicht auf das Allgäu festlegen, schwärmt aber dennoch von der Region. „Das Allgäu ist schon super!“ 

Dabei bricht er auch eine Lanze für die Landwirte, die dazu beitragen und für hochwertige Lebensmittel sorgen würden. Egal ob Putin oder der Papst – nach bayerischen Leckereien werde er immer gefragt. 

Innovationen statt Verbote 

Nachdem er erzählt hat, wie das erste Zusammentreffen mit dem Dalmatiner „Cliff“ seines späteren Schwiegervaters verlief und wie sehr ihn der Tod seines eigenen Hundes im vergangenen Jahr getroffen habe, wird es wieder politisch. „Der Klimawandel ist real!“, sagt er.

Zuvor hatte Zinnecker erzählt, dass sie diesen Winter noch keinen Skiausflug gemacht habe. Verbote und Verzichte, wie von „Fridays for future“ und den Grünen gefordert, könnten aber keine Lösung gegen den Klimawandel sein. Vielmehr setze er auf technologische Innovationen und neue Erfindungen. „Klimaschutz ja, aber ich möchte, dass wir unsere mittelständische Wirtschaft behalten können.“ Kritik übte er an den Widersprüchlichkeiten und der Ausgrenzungen Andersdenkender durch die Klimaaktivisten und Grüne. „Ich finde es nicht gut, für Umweltschutz zu sein, aber dann Opa und Oma als Umweltsau zu beschimpfen.“ 

Vielmehr müssten alle Beteiligten beim Klimaschutz mitgenommen werden. Ohnehin sei Bayern und das Allgäu beim Thema regionaler Klimaschutz führend – sei es durch zahlreiche Umweltschutzmaßnahmen oder den ausgewogenen und sanften Tourismus. „Der Erhalt der Lebensqualität in der Region ist ganz wichtig!“ 

Große Herausforderungen

Nach den Herausforderungen für die Zukunft gefragt, warnt der Franke davor, es sich angesichts der komfortablen Situation Deutschlands bequem zu zu machen. 

Mit Sorge beobachte er, wie viel Geld China und die USA in neue Technologien investieren würden. „Das ist eine Herausforderung. Unser Wohlstand beruht auf Technologieführerschaft“, erklärt er. Deshalb werde der Freistaat Bayern in den kommenden Jahren viel Geld in neue Technologien in Luft und Raumfahrt sowie Künstliche Intelligenz investieren, kündigte er an. „Ich will, dass Technologie made in Bavaria Nummer eins wird!“ 

Zum Schluss der Veranstaltung ist es mit der zwischendurch immer wider aufflackernden Ernsthaftigkeit Söders vorbei. Über einen Geschenkkorb von Kandidat Maximilian Eichstetter frotzelt er: „Ganz schön klein für das viele Geld, das ich heute hier gelassen habe.“

Matthias Matz

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