Viel Beifall für den Auftritt des Ministerpäsidenten beim Wertacher Viehscheid

Heimspiel für Markus Söder in Wertach

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Vor allem wegen der CSU und ihrer Politik gehe es den Menschen im Freistaat besser als im Rest Deutschlands, so Ministerpräsident Söder in seiner Rede in Wertach.
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Vor allem wegen der CSU und ihrer Politik gehe es den Menschen im Freistaat besser als im Rest Deutschlands, so Ministerpräsident Söder in seiner Rede in Wertach.
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Vor allem wegen der CSU und ihrer Politik gehe es den Menschen im Freistaat besser als im Rest Deutschlands, so Ministerpräsident Söder in seiner Rede in Wertach.
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Vor allem wegen der CSU und ihrer Politik gehe es den Menschen im Freistaat besser als im Rest Deutschlands, so Ministerpräsident Söder in seiner Rede in Wertach.
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Vor allem wegen der CSU und ihrer Politik gehe es den Menschen im Freistaat besser als im Rest Deutschlands, so Ministerpräsident Söder in seiner Rede in Wertach.
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Vor allem wegen der CSU und ihrer Politik gehe es den Menschen im Freistaat besser als im Rest Deutschlands, so Ministerpräsident Söder in seiner Rede in Wertach.
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Vor allem wegen der CSU und ihrer Politik gehe es den Menschen im Freistaat besser als im Rest Deutschlands, so Ministerpräsident Söder in seiner Rede in Wertach.
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Vor allem wegen der CSU und ihrer Politik gehe es den Menschen im Freistaat besser als im Rest Deutschlands, so Ministerpräsident Söder in seiner Rede in Wertach.

Wertach – „I bin der Markus und da bin i dahoam.“ Mit diesen Worten resümierte Markus Söder seinen Besuch bei den Viehscheidtagen in Wertach. In einem proppenvollen Bierzelt schwor der Ministerpräsident die Menschen auf den Wahlkampf für die Landtagswahlen ein und machte deutlich, worum es ihm geht.

Die Kapelle spielt den bayerischen Defiliermarsch, als Markus Söder das Festzelt betritt. Als ob es in die Sommerfrische ginge, ist der bayerische Ministerpräsident gekleidet, helle Stoffhosen, ein Leinenjacket und ein entspanntes Lächeln im Gesicht. Und sein Auftritt gleicht einem Triumphzug, von überall her wollen die Menschen ihm die Hand schütteln, zahllose Kameras und Handys halten den Einzug im Bild fest. „Söder Superstar“ ist man versucht, zu sagen.

Deshalb auch beginnt der Frühschoppen mit Verspätung und nachdem die Lokalpolitik zu Wort gekommen ist, betritt Markus Söder die Bühne im Oberallgäu. „Wann sieht man schon mal an echten Bayern am Marienplatz?“ fragt er, vielleicht nicht ganz ohne Hintergedanken in die Runde. Man könne sich als Ministerpräsident nicht nur auf München und zwei oder drei Großstädte beschränken. Der Ministerpräsident, so Söder, „muss dort sein, wo bayerische Menschen sind. Der muss dort sein, wo bayerische Lebensart ist und der muss dort sein, wo Bayerns Zukunft ein Zuhause hat“. 

Und schiebt unter großem Applaus nach: „Der ländliche Raum ist der einzige Zukunftsraum für bayerische Identität“. Was der gebürtige Franke, der gerne auch im Allgäu Urlaub macht, darunter versteht, sollte sich im Folgenden zeigen. Deutschland sei ein großartiges Land, in dem man noch nie so gut habe leben können, wird Söder nach einigen humoristischen Exkursen wieder sachlich und politisch ernst: dafür könnte man dankbar sein. 

Aber es gebe ein Land auf der Welt, in dem es noch besser läuft als in Deutschland: „Das ist Bayern“. Hier gebe es von allem mehr, nicht zuletzt auch vom Lebensgefühl. Nicht zuletzt sorge der Freistaat mit seinen Zahlungen in den Bund dafür, dass es dort so gut laufe, Bayern, so Söder, unterstützt die halbe Republik. Dafür aber könnte man von dort auch mehr Respekt und Dankbarkeit erwarten. Die Bayern seien nicht schlauer oder intelligenter und andernorts seien die Menschen genauso fleißig wie im Freistaat.

CSU macht es besser

Der Unterschied aber, dass es hier besser laufe, sei die Politik. Die, davon ist Söder überzeugt, in Bayern und von der CSU besser gemacht wird. „Ich fordere keine Hilfe und ich fordere kein Geld“, so der Ministerpräsident. In Bayern handele man für die Menschen. Söder stellt klar, wie er sich den Staat vorstellt: stark bei Themen wie Schutz und Sicherheit der Bevölkerung. Und als schlanken Staat, was die persönliche Freiheit der Menschen angehe, etwa bei den Themen wie Bürokratie und Gesetzen. 

Kann sich Söder einerseits vorstellen, den Klimaschutz als Ziel in die mittlerweile 200 Jahre alte bayerische Verfassung aufzunehmen, so sind ihm bürokratische Fesseln aus Brüssel wie für die Landwirtschaft ein Gräuel: „Es kann doch nicht sein“, so Söder, „dass wir genau wissen, wo ein Stück Vieh steht“, aber nicht im Ansatz, wie viele Migranten ins Land kommen. 

Für Söder sind viele Themen eine Herausforderung, nicht nur in der Almwirtschaft. Vieles, so der Gast aus München, bewege ihn, sei es nun der pflegende Angehörige oder die Erziehung. Und er stellt klar, dass man nicht zuletzt bei diesen Themen die Menschen, die Bevölkerung, die Normalverdiener nicht vergessen dürfe. „Es geht um die Mitte der Gesellschaft“, so Söder. „Nicht nur darum, ob der Hartz Vierler zu wenig oder der Superreiche zu viel bekommt.“ 

Aus seiner Sicht seien solche Themen, etwa das Alter bzw. die Zukunft, bei der letzten Bundestagswahl zu wenig beachtet worden. Deshalb auch will er das Thema Pflege an die Spitze der Tagesordnung stellen. Er verstehe nicht, warum die Sozialdemokraten bei Themen, die mehr Geld für die Weniger-Habenden bedeuten würde, sich sperrten. Ob man zu Hause bleibe, um die Kinder zu erziehen, oder die Eltern zu pflegen, das müsse jedem selbst überlassen bleiben. Und gerade die Erziehung sei Sache der Familie. 

Söder, der Macher

Der bayerische Ministerpräsident gibt sich im Bierzelt als Macher, der Aktivitäten entfaltet. Damit sei er einer der wenigen, wenn nicht gar der einzige Politiker, ist er sich sicher. Und auch ein anderes Alleinstellungsmerkmal hat Söder in Bayern: es gibt keinen Gegenkandidaten um das Amt als Ministerpräsident. Ein Umstand, der ihn zu einem Schmunzeln veranlasst. 

Ohnehin geht er an diesem Sonntagmorgen kaum auf die politischen Mitbewerber ein, erklärt nur in knappen Worten, warum für ihn das Kürzel SPD immer Ärger bedeute und wie er die Blauen von der AfD einschätzt. Wichtiger ist ihm dafür, was er angesichts voller Kassen für sein Volk, für die Bayern tun könnte. Einen Soli hätte Söder längst abgeschafft, denn Bayern sei 30 Jahre lang solidarisch mit dem Osten gewesen. „Endet die Aufgabe, endet die Abgabe“, sinniert er kurz und bündig. 

Auch das Thema Zuwanderung ist scheinbar keine Herausforderung für den Ministerpräsidenten. In Bayern habe jeder, der gekommen sei, ein Dach über dem Kopf und etwas zu Essen. Nicht wie in anderen Bundesländern, wo die Verwaltung erst einmal tagelang untätig gewesen sei. Doch wie weit die Wohltaten reichen, macht er auch klar: wer nicht anerkannt sei und gewalttätig werde, müsse das Land verlassen. Es sei schlimm, welchen Eindruck Deutschland hier hinterlasse: man brauche zwölf Jahre, um einen Gefährder abzuschieben, aber ein Gericht nur 50 Minuten, um dieses Urteil wieder zu revidieren. Und Ereignisse wie in Chemnitz, Köln oder der G20-Gipfel wären in Bayern nicht passiert, ist Söder überzeugt. 

Auch mit Blick auf die Polizeistatistik kann Söder zufrieden sein, immerhin gibt es keine Nogo-Areas wie in Berlin, wo die Polizei auf Geheiß der Politik einfach die Augen verschließe und deshalb auch keine kriminellen Aktivitäten zu verzeichnen sind. Wenn es um uns herum schon windig sei, ist Söder der festen Überzeugung, dann liegt Bayern im Auge des Orkans. Und das solle so bleiben. 

Deshalb gilt seine Sorge auch dem Umstand, dass bei der Landtagswahl bis zu sieben Parteien ins Maximilianeum einziehen könnten. Und dass damit auch Berliner Verhältnisse in München Einzug halten könnten, die sich gegenseitig blockieren und immer neue Kompromisse erzwingen würde. „Wir wollen der Modellfall der Demokratie bleiben. Und nicht zum Problemfall werden“, so Söder. Die Erfahrungen aus einem halben Jahr Koalitionsverhandlungen seien aufschlussreich gewesen. „Ich bin bereit, Verantwortung zu tragen“, so Söder zum Schluss. „Das traue ich mir zu“.

Oliver Sommer

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