AWO-Kreisverband wählt Brigitte Protschka an die Spitze

Mit neuem Vorstand in die Zukunft

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Der neue Vorstand des AWO-Kreisverbandes Kaufbeuren-Ostallgäu um die neue Vorsitzende Brigitte Protschka aus Füssen (7.v.l.).

Landkreis – Für frischen Wind beim Kreisverband Kaufbeuren-Ostallgäu der Arbeiterwohlfahrt (AWO) soll künftig eine komplett neues Team an der Spitze des Wohlfahrtsverbandes sorgen. Die neue Vorsitzende Brigitte Protschka geht gemeinsam mit Pascal Lechler und Traudl Hözle als Stellvertreter in die Zukunft.

Christiane Manthey übernimmt die Kassenführung und Hannelore Semmlin-Leix steht als Schriftführerin zur Verfügung. „Mit Vertretern aus Kaufbeuren, Buchloe, Marktoberdorf und Füssen repräsentieren wir damit in idealer Weise unser Verbandsgebiet“, freut sich die neue Vorsitzende.

 Bedauern ausgelöst hatte dagegen die Ankündigung von Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse (CSU), dass die Stadt die Räumlichkeiten der AWO-Begegnungsstätte im „Haus“ künftig nicht mehr zur Verfügung stellen könne. Widmen werde sich der Verein künftig wieder mit dem KiMut-Hilfsfonds der Förderung von Chancengleichheit in der Bildung und der Teilhabe von Kindern und Jugendlichen sowie der Organisation von Veranstaltungen und Fahrten für Senioren und der Einzelfallhilfe in Notfällen.

Vor allem Erfreuliches hatte Brigitte Protschka, die nach dem Tod es bisherigen Vorsitzenden Wolfgang Schad den Kreisverband bereits kommissarisch geleitet hatte, zu berichten. Ganz ohne Sorgen könne der Verein aber trotzdem nicht in die Zukunft blicken, insbesondere wegen der sinkenden Mitgliederzahlen und die geringeren Spendeneinnahmen.

Seit der letzten Kreiskonferenz vor vier Jahren habe sich mit Untergermaringen ein Ortsverein aufgelöst und man habe zirka zehn Prozent der Mitglieder verloren. Neu aufgestellt mit einem verjüngten Vorstand habe sich der AWO-Ortsverein Buchloe, der bereits mit der kessen Idee eines sehr gut angenommenen „Schenktages“ auf sich aufmerksam gemacht habe. Neue Perspektiven eröffnen sich auch durch eine geplante Kooperation der drei Kaufbeurer AWO-Ortsvereine.

Die Spendeneinnahmen seien von 2011 bis 2015 von rund 17.000 Euro im Jahr auf 10.000 Euro gesunken. Gemeinsame Anstrengungen aller Ortsvereine in Kooperation mit dem Kreisverband seien hier künftig nötig, forderte Protschka die Anwesenden auf. Die Ankündigung zur Kündigung der Räume für die AWO-Begegnungsstätte in Kaufbeuren bedauerte Protschka. Seit 40 Jahren habe die AWO hier vielfältige Vorträge und Veranstaltungen angeboten.

 „Das schmerz uns schon sehr, auch wenn nachvollziehbar ist, dass die Stadt Kaufbeuren aufgrund des erhöhten Verwaltungsaufwands bei der Versorgung der Flüchtlinge aus allen Nähten platzt und dringend neue Räume braucht“. Dankbar sei man allerdings für die Bereitstellung eines kleinen Büroraumes, den die AWO als Anlaufstelle für die Hilfesuchende und Anfragen dringend brauche.

Positiv zu sehen sei die Entwicklung beim Angebot von „Essen auf Rädern“, das auch nach einer Preisanpassung an gestiegene Material- und Herstellungskosten weiterhin sehr gut angenommen werde. „Darüber freuen wir uns, denn mit diesem Angebot können wir nicht nur den Alltag von Seniorinnen und Senioren erleichtern und die Versorgung sichern, sondern auch manches Mal dazu beitragen, dass ältere Menschen möglichst lange zuhause wohnen können“, betonte Protschka.

Als Erfolgsmodell, mit dem sich die AWO einen Namen gemacht hat, erwähnte die kommissarische Vorsitzende den KiMut-Hilfsfonds: „Unbürokratisch und schnell können wir hier direkt vor Ort helfen“, berichtete sie. Im Durchschnitt habe man in den letzten vier Jahren ca. 17.000 Euro in der Stadt Kaufbeuren und im Landkreis Ostallgäu in kleinen Summen ausgegeben, um Kindern und Jugendlichen zu helfen, deren Eltern sich schwer tun, Schulmaterialien, Musikunterricht oder auch die Teilnahme an Klassenfahrten oder Ferienfreizeiten zu bezahlen.

Damit könne der Verein auch zeigen, was bei der AWO wichtig ist. Hilfe zur Selbsthilfe werde nach wie vor groß geschrieben und werde vor allem anderen unterstützt. „Für KiMut brauchen wir nach wie vor Spendengelder. Immer mehr Anträge erreichen unseren Kreisverban. Unsere Hilfe wird nach wie vor dringend gebraucht“, appellierte Protschka an die Anwesenden, sich mit Spendenbriefen zu engagieren, wenn es weniger Freiwilligen gebe, die bereit seien, sich von Tür zu Tür mit Spendenbitten auf den Weg für die Haussammlungen zu machen.

 In den neuen AWO-Kreisvorstand gewählt wurden als Vorsitzende Brigitte Protschka, als Stellvertretende Vorsitzende Pascal Lechler und Traudl Hölzle, als Schriftführerin Hannelore Semmlin-Leix und als Kassiererin Christiane Manthey. Insgesamt wurden außerdem elf Beisitzerinnen und Beisitzer in den Vorstand gewählt: Uwe Götz und Willi Ihrig (Kaufbeuren), Elfriede Stadler (Biessenhofen), Wolfgang Rein (Mauerstetten), Johann Steck (Obergünzburg), Resi Riedle und Konrad Waldmann (Osterzell), Uwe Claus (Füssen), Helmut Eberle (Pfronten) sowie Robert Protschka und Norbert Engel (Buchloe).

kb

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