Voraussichtlich 39 Füssener Kinder werden im Herbst keinen Kindergartenplatz haben

Suche nach Lösungen

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So soll der neue Kindergarten in der Dr.-Enzinger-Straße von innen aussehen. Weil er aber nicht rechtzeitig fertig wird, muss nun dringend nach einer Lösung für 39 Füssener Kinder gesucht werden.

Füssen – 39 Füssener Kinder werden nach derzeitigem Stand im September zunächst keinen Kindergartenplatz haben.

Das teilte Markus Gmeiner von der Stadtverwaltung vergangene Woche auf Anfrage des Kreisbote mit. Grund dafür ist, dass der geplante neue Kindergarten in der Dr.-Enzinger-Straße nicht rechtzeitig fertig werden wird. Der Bedarf an Kinderplätzen sei mittelfristig aber abgedeckt. 

Vor Jahresfrist wurde die Stadtverwaltung von der stark gestiegenen Zahl an Kindergartenkindern eiskalt überrumpelt. So stellte sich im Februar des vergangenen Jahres plötzlich heraus, dass 32 Kindern im Herbst kein Kindergartenplatz angeboten werden kann. Zwar entspannte sich die Situation dann im Laufe des Jahres, doch der Schock saß tief (der Kreisbote berichtete mehrfach ausführlich). 

In diesem Jahr soll sich die Situation aber keinesfalls wiederholen, wie Markus Gmeiner von der Stadtverwaltung kürzlich im Stadtrat erklärte. In der vergangenen Woche fand deshalb ein Gespräch mit den Trägern und Leiterinnen der fünf Füssener Kindergärten statt, wie Gmeiner gegenüber unserer Zeitung mitteilte.

Auf der Warteliste

Demnach werden im September 39 Kinder bei der Vergabe eines Kindergartenplatzes zunächst leer ausgehen. „Das ist genau die Zahl, die wir prognostiziert haben“, sagte Gmeiner. Bei den knapp 40 Kindern handelt es sich zum Teil um diejenigen, die eigentlich im neuen Kindergarten in der Dr.-Enzinger-Straße einen Platz finden sollten. Andere stehen bei einem der fünf städtischen Kindergärten auf der Warteliste. 

Doch da sich die Stadträte, wie mehrfach berichtet, bei den Planungskosten vergaloppiert hatten, kann nun frühestens im September mit dem Bau in der Dr.-Enzinger-Straße begonnen werden. Wo die rund 40 Mädchen und Jungen bis zur Eröffnung der neuen Einrichtung – in der Platz für insgesamt 75 Kinder entstehen soll – untergebracht werden, ist derzeit noch unklar. „Wir sind noch auf der Suche nach einer Zwischenlösung“, sagte Gmeiner am Freitag. 

Einer Unterbringung in Containern lehnt die für das neue Haus in der Dr.-Enzinger-Straße zuständige Planerin Bärbel Babel-Rampp aber ab. Zum einen aus Sicherheits-, zum anderen aus Kostengründen. „Container sind extrem teuer“, sagte sie. Zu rechnen sei mit etwa 200.000 Euro. 

Wie geht es weiter?

CSU-Stadträtin Uschi Lax macht sich derweil Gedanken um die zukünftige Entwicklung der Geburtenzahlen und ob der Platzangebot in den städtischen Kindergärten ausreichen auch künftig ausreichen wird. Sie schlug daher vor, mittelfristig einen großen Kindergarten für Füssen-West zu planen, da dies der bevölkerungsreichste Stadtteil sei. Der Nordosten sei dagegen mit dem neuen Kindergarten in der Dr.-Enzinger-Straße zunächst versorgt. 

Gmeiner geht nach derzeitigem Stand der Dinge aber davon aus, dass der Platzbedarf auch mittelfristig so abgedeckt werden kann. Denn derzeit sei nicht davon auszugehen, dass die Zahl der Geburten signifikant ansteigen werde. „Die nächsten zwei bis drei Jahre können wir voraus schauen“, erklärte er. „Die Kinderzahlen werden dann erst mal nicht steigen.“ Hinsichtlich des Füssener Westens sei derzeit noch unklar, ob der Kindergarten St. Gabriel zusammen mit dem Pfarrheim und der Kirche „Zu den Acht Seligkeiten“ saniert oder neu gebaut wird (der Kreisbote berichtete). 

Eine endgültige Entscheidung ist bislang anscheinend aber noch nicht gefallen. Zunächst soll am 22. März eine Infoveranstaltung der Pfarreiengemeinschaft im „Haus der Gebirgsjäger“ stattfinden. Angesichts der nur noch bis 2020 gewährten üppigen finanziellen Förderung in Höhe von 70 Prozent der Bausumme für Kindergärten, „müssen wir das aber baldmöglichst anstoßen“, sagte Gmeiner unlängst im Stadtrat.

Matthias Matz

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