Zu wenig Platz zum Planschen?

IG Mittersee kritisiert Umbaupläne am Mittersee – Badebetrieb soll 2021 möglich sein

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Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) informiert über die Bauarbeiten im Faulenbacher Tal.

Füssen – „Wenn ihr das so machen wollt, dann könnt ihr es gleich bleiben lassen”, sagte Dina Bader. Als eine der treibenden Kräfte der Interessengemeinschaft (IG) Mittersee war sie in erster Linie über die Pläne für die Umgestaltung des Mittersees enttäuscht.

Was genau dort sowie am Obersee, Gipsbruchweiher und der Alatseestraße geplant ist, darüber informierte am vorvergangenen Donnerstag Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) im Bundesstützpunkt Füssen.

Derzeit ist die Füssener Stadtverwaltung dabei das Areal rund um Mittersee, Obersee und Alatseestraße umzubauen (der Kreisbote berichtete mehrfach). Dabei soll nicht nur das frühere Naturfreibad am Mittersee zu einer renovierten Badestelle mit neuer WC-Anlage werden, sondern auch die Alatseestraße verlegt sowie das Oberseebad modernisiert werden.

Während Bader dabei vor allem der geplante Rückbau großer Teile von Nichtschwimmer-Bereichen am Mittersee besonders sauer aufstieß, formuliert auch Marie Prudlo-Mößlein „einige Fragezeichen“ bezüglich der Umbaupläne. So soll hier ein Kneipp-Areal mit Pavillon entstehen. Dieses verknappe jedoch die Einstiegsstellen ins Wasser für Badegäste sowie die Planschmöglichkeiten für kleine Kinder, kritisierte Prudlo-Mößlein, die in diesem Sommer einen Kiosk im Mitterseepark betrieben hatte.

Bedenken

Die Kioskbetreiberin habe zudem Dr. Christoph Böhm (CSU) gesagt, dass es keinen Sinn mache die Toiletten zu verlegen, wie dieser bereits in der Stadtratssitzung zwei Tage zuvor erklärt hatte. Böhm war außerdem mit dem Bauunternehmer Franz Schichtl (Schichtl-Bau GmbH) aus Halblech vor Ort und machte sich ein Bild der Lage. Der Fachmann habe erklärt, dass das Gebäude im Westen nicht abgesackt sei. Im Gegenteil, der Westflügel mit den Toiletten sei der tragende Teil des Objekts. Diesen abzureißen gäbe statische Probleme. „Die sanitären Anlagen werden dahin gesetzt, wo sie jetzt geplant sind“, sagte Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) allerdings dazu.

Mehr als zwei Millionen

Sämtliche Bau- beziehungsweise Reparaturarbeiten zusammen würden vermutlich mehr als zwei Millionen Euro kosten, unterstrich Eichstetter. So belaufen sich allein die Ausgaben für die Arbeiten am Gebäude- und im Außenbereich am Mittersee, wo ein neuer Kiosk-Betrieb hinkommen soll, auf knapp eine Million Euro.

Für Ende diesen Jahres sei auch die Erneuerung der Kanalisation für den Mitter- und den Obersee vorgesehen, bevor im März sowie April 2021 mit dem Neubau der Alatseestraße begonnen werden soll. Nachdem die Planer und Fachstellen verschiedene Varianten untersucht haben, fanden sie eine die laut der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Ostallgäu den aus naturschutzfachlicher Sicht geringsten Eingriff in die Natur darstellt. Die im Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Gebiet ausgewiesenen Lebensraumtypen und Arten seien laut FFH-Verträglichkeitsabschätzung von dieser Variante nicht betroffen. Deshalb sei auch eine FFH-Verträglichkeitsprüfung nicht nötig.

Bei dieser Lösung werde die Alatseestraße komplett „nach hinten und gleichzeitig nach unten“ verlegt, erläuterte Eichstetter. Das sei eine Mischung aus zwei Varianten mit der die Standfestigkeit des Gebäudes optimiert werde. „Wir sind hier aber extrem wetterabhängig”, fügte er hinzu.

Obersee-Bad aufwerten

Das gelte auch für die Umbauarbeiten im benachbarten Oberseebad, wo gleichfalls umfassende Sanierungsarbeiten anstehen, die laut Bürgermeister insgesamt etwa 800.000 Euro kosten dürften. Ähnlich wie am Mittersee will Stadtrat und Stadtverwaltung dadurch auch am Obersee „viel aufwerten“. So soll dort zum Beispiel der Kioskbereich vergrößert werden. Im Oberseebad, wo nach Auskunft des städtischen Leiters für Grundstücks- und Gebäudemanagement, Andreas Aubele, „nächstes Jahr der Betrieb wieder aufgenommen werden kann“, werde es außerdem eine Frauendusche, neue sanitäre Anlagen, neue Elektroinstallationen sowie einen neuen Spielplatz geben. Darüber hinaus werden die Wasseranlagen in Bereiche für Erwachsene, Kleinkinder und Schwimmer unterteilt. Außerdem soll es ein Spaß-Areal sowie ein Lehrschwimmbecken geben, das Eichstetter „unbedingt“ haben wolle.

Alexander Berndt

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