Denkmalschutz hält Nutzung für problematisch

Muss Restaurant schließen?

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Wie es mit dem griechischen Restaurant Kelari weiter geht, könnte sich möglicherweise am 16. Januar entscheiden.

Füssen – Langsam wird es knapp: Am 31. Januar endet der Mietvertrag für den Gastronomiebetrieb im Barockkloster St. Mang

Obwohl sich der Stadtrat laut Bürgermeister Paul Iacob (SPD) mehrheitlich hinter das griechische Restaurant gestellt hat und eine Weiterbewirtschaftung ermöglichen möchte, gibt es Probleme. Und zwar mit dem Denkmalschutz. Doch eine Lösung wird derzeit geprüft. 

Rückblick: 2005 zog ein Kulturcafé in die Klosterräume an der Theresienbrücke ein. Doch nachdem sich das Konzept mit Kulturveranstaltungen laut Pächterin Franziska Stein nicht getragen hatte, vermieteten sie und ihr Partner 2008 die Räume an ein italienisches Restaurant weiter. Das hatte die Stadt erlaubt, bestätigte Bürgermeister Paul Iacob. 2014 zog dann ein griechisches Restaurant ein. 

Doch weil die Küche zu klein war, stellten sie einen Bauantrag, um Räume zu tauschen. Das erlaubte zwar das Landratsamt Ostallgäu. Doch die Denkmalpflege stemmte sich dagegen. Sie wies darauf hin, dass die derzeitige Restaurantnutzung zum baldmöglichen Zeitpunkt zu beenden ist, erklärte Gudrun Hummel, Baujuristin am Landratsamt Ostallgäu. Der Grund: Ein Restaurant beanspruche die Räume intensiver als ein Café. Die jetzige Nutzung vertrage, „sich eigentlich nicht mit der Bausubstanz“, so Hummel. 

Problematische Nutzung

Diese Einschätzung bestätigte das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege auf Nachfrage des Kreisbote. „Aus denkmalfachlicher Sicht ist die Nutzung der Räumlichkeiten als Restaurant problematisch (z. B. Unterbringung der Müllsammelstelle, Nutzung des kleinen Gartens)“, informierte Pressesprecherin Dorothee Ott. „Zudem ist die Nutzung der Räumlichkeiten durch das Restaurant deutlich zu intensiv für das Baudenkmal, was längerfristig nicht gut für die historische Bausubstanz und das historische Erscheinungsbild des Baudenkmals wäre.“ 

Diese Bedenken kann die Pächterin allerdings nicht nachvollziehen. 2005 wurde ihr Kulturcafé schließlich als „ganz normale Gastro mit allen Auflagen, die eine Gastro zu erfüllen hat“ genehmigt, so Stein. Die Bezeichnung „Kulturcafé“ war „der Eigenname von uns.“ Und ein Café brauche schließlich auch eine Belüftung. „Es macht wenig Sinn das zu differenzieren“, so die Pächterin. „Das ist ein bisschen schwammig, das unterscheiden zu wollen.“ Außerdem haben sie bereits einen speziellen Filter eingebaut, um die Geruchsbelastung für die Stadtverwaltung zu reduzieren, die ihre Büros ebenfalls im ehemaligen Kloster hat. 

Der passende Zeitpunkt für eine Änderung scheint aber nun gekommen zu sein: Am 31. Januar läuft der Mietvertrag aus. Doch trotz der Bedenken der Denkmalpflege hat sich der Stadtrat mehrheitlich hinter den Pächter gestellt, wie Bürgermeister Iacob erklärte. Die Füssener Stadtverwaltung sollte sich erkundigen, wie man eine Weiterbewirtschaftung gewährleisten könne, und sich dafür einsetzen „mögliche Stolpersteine aus dem Weg zu räumen“, erklärte der Rathauschef. Das derzeitige Ergebnis: Für eine Weiterbewirtschaftung müsste eine neue Lüftungsanlage ohne Eingriff in die Bausubstanz angebracht werden, so Hummel. Das Landratsamt erwartet nun, dass „die Stadt die Pläne vorlegt oder sich überlegt, ob sie das Pachtverhältnis beendet“, erklärte die Baujuristin. 

Pläne liegen vor

Diese neue Lüftungsanlage müsste an die bestehende Lüftungsanlage angebracht werden und alle Fette und sonstige Emissionen, die in der Küche entstehen, abfangen, sagte Bürgermeister Iacob. Und diese Pläne liegen mittlerweile der Stadtverwaltung so, informierte der Rathauschef. „Das wird jetzt geprüft und intern besprochen.“ Daneben müsse auch noch das Landesamt für Denkmalpflege die Pläne anschauen und andere Punkte, wie die Lagerung von Lebensmittel, geklärt werden. „Der Stadtrat und ich stehen hinter dem Restaurant“, bekräftige der Rathauschef. Aber die Grundvoraussetzungen für eine Weiterverpachtung müssten erfüllt sein. 

Daneben hätten sich noch zwei andere Interessenten für die Räume beworben. Neben einem weiteren Gastronomiebetrieb möchte auch ein Bewerber, der im Hochzeitevent-Bereich tätig ist, einziehen, so der Rathauschef. Er wünsche sich, dass die weitere Verpachtung so schnell wie möglich geklärt werde. Eine Entscheidung könnte schon in der nächsten Sitzung des Haupt-, Finanz- und Personalausschuss fallen am Dienstag, 16. Januar, fallen. „Es wäre gut, wenn wir es bis dahin wüssten.“ Was aber schon fest steht: Der Container vor der Spitalkirche, in dem die Pächter ihre Essensreste entsorgen, „muss dort, wo er jetzt steht, auf jeden Fall weg“, erklärte Iacob. 

Dieser sei baurechtlich und denkmalrechtlich nicht genehmigt worden, erklärte Hummel. Daneben wollten die Pächter in der Vergangenheit unter anderem Werbeanlagen und einen Kunstrasen anbringen, was laut Hummel auch nicht möglich sei. Ihr Fazit: „Die Räumlichkeiten sind eigentlich wohl zu klein“ für das Restaurant. „Die Entsorgung entspricht nicht dem, was der Denkmalschutz vorsieht“, bestätigte Iacob. 

Eine Lösungsidee gibt es aber schon seit einem Jahr, erklärte Franziska Stein: Sie und ihr Partner hatten vorgeschlagen , den Container unter die Theresienbrücke zu stellen. Darüber hätten sie sich auch schon mit dem Wasserwirtschaftsamt Kempten geeinigt. Schließlich wollen sie „die Anwohner nicht belästigen. Das fällt auf den Betreiber zurück“, sagte Franziska Stein. Nur die Stadtverwaltung hätte sie hingehalten.

„Die Pächterin stellt sich das leicht vor“, erwiderte Iacob. Die Genehmigung des Wasserwirtschaftsamts habe die Stadtverwaltung erst im Herbst erhalten. Iacob könne sich zwar nach eigener Auskunft aus denkmalpflegerischer und ästhetischer Sicht durchaus vorstellen, den Container dort unterzubringen, wenn er eingehaust werde. Die Feuerwehr müsse jetzt aber erst einmal prüfen, ob durch den Container eine Brandgefahr für die Brücke entstehe. Und es gibt noch etwas zu beachten: Die Theresienbrücke könnte möglicherweise schon 2018 saniert werden, sagte Iacob. „Für die Sanierung muss die Brücke aber frei sein“, so der Rathauschef. „Das eine hängt vom anderen ab.“

Katharina Knoll

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