Das Moor kann aufatmen

Die Reuttener Schüler bei der Arbeit in den Wasenmösern. Foto: privat

Heiterwang/Reutte – Nur theoretisch über die Natur und ihre Wunder zu erfahren, war sechs Jugendlichen der 7. Klasse des Bundesrealgymnasiums Reutte und ihrem Biologielehrer Manfred Pfeifer zu wenig. Sie legten jetzt selbst Hand an und entfernten zahlreiche Legföhren und Fichtenjungwuchs aus einem geschützten Moorgebiet, den Wasenmösern in Heiterwang.

Bewaffnet mit Sägen und Baumscheren machte sich die Gruppe am Donnerstagnachmittag vergangener Woche in Begleitung von Andreas Strudl (Österreichische Bundesforste) und Schutzgebietsbetreuerin Christina Moser auf, um das Moor von einem „Zuviel“ an Bewuchs zu befreien. Das Moorgebiet Wasenmöser ist ein Mosaik aus freien und bewachsenen Flächen. Trockene Hügel wechseln mit wassergefüllten Löchern und Gräben. Diese Strukturvielfalt ermöglicht es vielen verschiedenen Pflanzen und Tieren dort ein Rückzugsgebiet zu finden. Bereits geringe Änderungen im Wasserregime bewirken ein vermehrtes Einwandern von Gehölz. Die entziehen dem Moor das lebensnotwendige Nass. Legföhren gehören grundsätzlich in Hochmoore, aber mit Maß und Ziel. Dieses rechte Maß wieder herzustellen, das war das Ziel der neunköpfigen Kampftruppe. Mit reiner Muskelkraft wurde gesägt was das Zeug hielt. Eine Legföhre nach der anderen fiel dem Arbeitseifer der Jugendlichen zum Opfer. Doch auch Feingefühl war gefragt. Andreas Strudl als wahrer Wald-Fachmann lenkte das Engagement in die richtigen Bahnen. Einzelne dichte Legföhren-Gruppen wurden stehen gelassen, andere wiederum entfernt. Freie Sicht Per Hand mussten die oft bis unterarmstarken Stämme schließlich zum Weg auf einen vorübergehenden Lagerplatz gezogen werden. Die ein oder andere wassergefüllte Schlenke wurde dabei von manch einem Arbeiter übersehen. Nasse Füße waren die Folge. Gut, dass die Temperaturen in den Mösern an diesem Nachmittag fast sommerlich waren. Am Ende eines schweißtreibenden Donnerstagnachmittags legten die Schüler ihre Werkzeuge beiseite und bewunderten das vollbrachte Werk: Freie Sicht durch das Moor. Der Fleisch fressende Sonnentau und weitere Heiterwanger Moorbewohner können wieder aufatmen.

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