Kaum Diskussionsbedarf unter den Stadträten

Parken wird teurer

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Während es nach der Tariferhöhung 2017 bei dem Autofahrern keine Beschwerden gab, beklagten sich viele Bus- und Wohnmobilfahrer über die Tarife. Mit einer neuen Staffelung wollen ihnen die Stadträte nun entgegenkommen.

Füssen – Sind die Gebühren am Morisse-Parkplatz zu hoch? Nach dem Empfinden einiger Bus- und Wohnmobilfahrer anscheinend schon, wie in der jüngsten Sitzung des Werkausschusses deutlich wurde.

Vor genau einem Jahr hat sich der Ausschuss für eine Erhöhung der Gebühren dort ausgesprochen. In dem Zug sollte auch ein eigener Bustarif eingeführt werden. Doch über dessen Taktung hatten sich einige Fahrer beschwert, teilte Helmut Schauer, Leiter der Stadtwerke Füssen, mit. Deshalb haben sich die Stadtwerke ein neues Konzept überlegt – zum Vorteil vieler Nutzer. Im Herbst 2016 gab der Werkausschuss grünes Licht für eine Tariferhöhung an der Morisse. 

Der Grund: Die Tarife seien seit dem Jahr 2012 trotz gestiegener Energie- und Lohnkosten nicht mehr erhöht worden, so Schauer. Außerdem mussten Stadtwerke und Parkplatzbetreiber Apcoa in das Areal investieren. So fielen unter anderem Teer- und Markierungsarbeiten, neue Abfertigungsanlagen und Arbeiten am Stromanschluss an. 

Die Folge: Statt 60 Cent pro angefangene halbe Stunde müssen Autofahrer seit Januar 2017 70 Cent für die ersten 30 Minuten zahlen, für die zweite halbe Stunde 80 Cent und für jede weitere angefangene Stunde 1,50 Euro. Daneben stieg die Tageshöchstgebühr von neun auf zwölf Euro. 

Während es bei den Autofahrern „überhaupt keine Beanstandungen“ deswegen gab, beschwerten sich zwischen April bis September ca. zehn Wohnmobilfahrer über die Preisgestaltung. Das seien zwar nur 0,25 Prozent der Bus-/Wohnmobilfrequenzen (4137 insgesamt in diesen Zeitraum). Aber: „Für mich ist jede Beschwerde ernst zu nehmen“, erklärte Schauer. Das Problem: Wohnmobil- und Busfahrer zahlen für die erste Stunde fünf Euro. Danach müssen sie das Tagesmaximum (24 Stunden) von 20 Euro zahlen. Einen Tarif dazwischen gibt es nicht. 

3000 Euro Verlust

Genau das möchten die Stadtwerke aber jetzt ändern. Denn die meisten Nutzer parken durchschnittlich bis zu zwei Stunden. Das neue Modell sieht nach der ersten Stunde einen Zwei-Stunden-Tarif für zehn Euro vor. Daneben sollen drei Stunden 15 Euro und vier Stunden 25 Euro kosten. Ebenso viel beträgt das Tagesmaximum. Das bedeutet für die Stadtwerke zwar einen Verlust von jährlich rund 3000 Euro, erklärte Schauer. Aber: „Es ist ein neuer Vorschlag, mit dem wir leben können.“

Denn einerseits sei die Tariferhöhung zwar dringend notwendig für den städtischen Eigenbetrieb, der wirtschaftlich alles andere als gut dasteht. „Auf der anderen Seite wollen wir die Gäste und Kunden nicht verprellen.“ Und andere Berechnungsvarianten würden zu wesentlich höheren Umsatzeinbußen führen. Von der Neuerung erhofft sich die Stadt aber noch etwas anderes: Busse und Wohnmobile aus der Innenstadt herauszuholen, wie Bürgermeister Paul Iacob (SPD) erklärte. „Viele Busse und Wohnmobile stehen in der Stadt herum. Das wollen wir nicht“, so der Rathauschef. 

Mit dem Zwei-Stunden-Tarif könne man diese vielleicht auf die Morisse locken. Mit den neuen Tarifen liege der Betrieb im Vergleich zu anderen Städten „nicht wesentlich drunter, aber auch nicht wesentlich drüber“, so Schauer. 

Lax kritisiert Erhöhung

Trotzdem hielt Uschi Lax (CSU) die Preise für Wohnmobile für zu teuer. „Da sitzen nur zwei Leute drin. Meinem Empfinden nach würde ich für Wohnmobile nur so viel verlangen wie für Pkw.“ Schließlich seien die nur ein bisschen länger und breiter. Doch das sah Schauer anders: „Andere Städte verlangen 20 bis 25 Euro und haben gar keine Staffelung.“ 

Schwangau beispielsweise verlange ähnlich viel, die Wohnmobilfahrer müssten abends aber den Platz räumen. An der Morisse könnten sie dagegen stehen bleiben. „Manche nutzen das als Übernachtungsplatz. Dann ist es wieder günstig.“ Daneben sei die Abfertigung für Auto und Busse sehr kostenintensiv. Und eine dreifache Staffelung gebe es hier gar nicht. Das war allerdings nicht das Einzige, was Lax zu beanstanden hatte. Sie sah auch die Gebühren für Autofahrer kritisch. So müssten diese beispielsweise 4,50 Euro zahlen, wenn sie ihr Auto 2,15 Stunden sehen lassen. „Ich finde das wirklich ein bisserl viel. Es ist klar, dass wir nicht runter gehen. Aber ich möchte dafür werben, dass diese Tarife eine Zeit lang halten und nicht bald wieder erhöht werden. Das ist genug“, sagte sie. „Sie sollen ein paar Jahre halten“, bestätigte der Werksleiter. So beschloss der Ausschuss einstimmig den Antrag.

Katharina Knoll

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