"Müssen uns weiter qualifizieren"

Dass Pfronten die Gästezahl von 100.000 mittlerweile geknackt hat, gab Pfronten Tourismus schon vor einiger Zeit bekannt. Nun gab Tourismusdirektor Jan Schubert im Gemeinderat seinen Jahresbericht und einen Ausblick auf das kommende Jahr ab. Dafür erntete er Lob – und auch Kritik, für die Schubert kein Verständnis zeigte.

Erstmals über 100.000 Ankünfte hat Pfronten 2011 verzeichnet und die Übernachtungszahlen des Vorjahres dabei gehalten. Zunehmend Erfolg hat auch die KönigsCard, „knapp jeder vierte Gast in Pfronten ist ein Königscard-Gast“, so Schubert. Als „digitale Meilensteine“ bezeichnete er die komplette Überarbeitung des Internetauftritts der 13-Dörfer-Gemeinde und den Neuentwurf des Ortslogos, das jetzt die Silhouette eines Kranzrinds zeigt. Er hob auch hervor, dass nicht nur die eigene Website wichtig sei, sondern Pfronten auch auf Reiseseiten wie „Holidaycheck“ aber auch Facebook und Youtube gefunden wird. Zahlreiche neue Flyer und Ortsprospekte sorgen für die Öffentlichkeitsarbeit, die aber auch im Netz stattfindet. So wurde Pfronten etwa in einem Bericht über Allgäuer Dörfer auf spiegel-online.de erwähnt und Schubert zitiert – auch das sei eine Werbung für Pfronten. Mit 52.000 Fahrgästen erfreue sich der kostenlose ÖPNV für Gäste großer Beliebtheit „ist aber noch lange nicht da, wo er sein muss“, erklärte der Tourismuschef. „Wichtig ist, dass der Ort sich weiter qualifiziert, so Schubert weiter. So seien 30 Prozent der Ferienwohnungen bereits zertifiziert. Viele Veranstaltungen wie Radrennen, Heufest und mehr stellten Attraktionen für Besucher und Einheimische dar. Zugpferd war unter anderem der Viehscheid, beziehungsweise die „Viehscheid-Däg“, die auch heuer wieder stattfinden. Das diesjährige Logo stellte Schubert den Gemeinderäten vor. Neben Lob äußerten einige Gemeinderäte auch Kritik. So fand Alfons Haf (Pfrontner Liste) die neue Homepage, die ja nicht nur für Gäste sondern auch Einheimische gemacht ist, für die Bürger ein wenig zu unübersichtlich. Dr. Otto Randel, Fraktionsvorsitzender der Pfrontner Liste, attestierte Schubert und seinem Team gute Arbeit, beanstandete aber das Defizit, das Pfronten Tourismus verursache. „Das Werben von Gästen wird immer teurer“ erklärte er. Frank Schöllner (CSU) lobte zwar ausdrücklich, dass Pfronten „im Onlinegeschäft gut aufgestellt“ sei, fügte aber an „wir entwickeln uns nicht positiv“. So seien zwar die Gästezahlen gestiegen, die Übernachtungszahlen aber geschrumpft – anders als in anderen Gemeinden. Die Betriebe müssten mehr investieren, damit im Ort auch etwas los sei. Schubert verteidigte jedoch seinen Kurs und verwies auf die rekordverdächtigen Ankunftszahlen. Ihm zur Seite sprang Eva Zazzaretta (SPD), die attestierte „die glorreichen Betriebe sind einfach nicht da und da kann auch ein Tourismusdirektor nichts machen.“ Die Verantwortung für mehr Investitionen liege auch beim Gemeinderat, gab Schubert zurück. „Flächen, die im Flächennutzungsplan für Hotels ausgewiesen sind, müssen auch für Hotels frei bleiben“, forderte er.

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