Museum bringt Geld ein

Das Festival „Vielsaitig“ – hier das Verdi-Quartett bei seinem Konzert im vergangenen Jahr – gehört zu den Zugpferden auch des diesjährigen Füssener Kulturprogramms Foto:Archiv

Von den Sparfüchsen im Stadtrat wurden sie oft kritisch hinterfragt: Die Ausgaben des Kulturamts. Die Zahlen des vergangenen Jahres, die im Namen des Amts Karina Hager dem Kulturausschuss vortrug, konnten sich jedoch sehen lassen: Ein Defizit von knapp 10.000 Euro wies sie vor, ein besseres Ergebnis, als ursprünglich veranschlagt. Ausschlaggebend dafür sind die hohen Einnahmen des Museums der Stadt Füssen.

Auf rund 152.000 Euro waren die Einnahmen des Kulturamts im Haushalt des vergangenen Jahres veranschlagt, so Hager. Über 195.000 Euro flossen aber tatsächlich ins Stadtsäckel. Dabei gab das Amt um Kulturchef Thomas Riedmiller 204.000 Euro aus, 8000 weniger als veranschlagt. „Das Plus wurde im Museumsbereich erwirtschaftet“, gab Hager an. Dort hatte das Kulturamts nämlich die Preise angehoben, offenbar ohne, dass Touristen und Einheimische das mit ihrem Fernbleiben quittierten. „Die Besucher sind mit den neuen Eintrittspreisen absolut einverstanden“, so die Einschätzung Hagers. In der Tat war das Museum 2011 mit knapp 17.000 Besuchern besser frequentiert als noch 2009. Das Jahr 2010 ist daher nicht vergleichbar, da die Bayerische Landesausstellung 70.000 Besucher ins Museum lockte. In der Galerie im Hohen Schloss sank die Zahl der Gäste allerdings von 22.100 2009 auf nun 21.500. Bei den Veranstaltungen zahlte das Kulturamt insgesamt rund 56.000 Euro drauf und blieb auch hier unter dem Haushaltsansatz. Knapp 5000 Euro weniger als gedacht gab das Kulturamt aus und ebenso viel mehr nahm es an Eintrittsgeldern ein. Erfolgreiche Konzepte wie das Festival „Vielsaitig“, das heuer unter dem Motto „Orient“ steht, oder die Kaisersaalkonzerte werden auch dieses Jahr wieder stattfinden. Hager stellte die Planungen hierzu bereits vor. Dabei setzt Füssen weiterhin auf international renommierte klassische Ensembles und Musiker. Das machte Bürgermeister Paul Iacob klar, als er einen Vorschlag von Gabriel Guggemos (Füssen-Land) ablehnte, der etwa beim Festival Vielsaitig auch Schülern der Füssener Musikschule eine Auftrittsmöglichkeit einräumen wollte. „Ohne unsere talentierten Schüler erniedrigen zu wollen – das hier sind Weltstars“, so der Bürgermeister. Zur Theaterstadt wird Füssen indes wohl so schnell nicht. Nur rund 100 Besucher kamen zur Aufführung des Musicals „Cabaret“ zum Abschluss der Füssener Theatertage. Daher werden die Theatertage zwar weiterhin in Zusammenarbeit mit den Schulen stattfinden „aber die Abendveranstaltungen wird es in Zukunft nicht mehr geben“, so Hager.

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