Feierlicher Abschluss

Museum der Stadt Füssen lädt zur Finissage der Else Hertzer-Ausstellung ein

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Else Hertzer auf einem Foto aus dem Jahr 1910.

Die Kunstausstellung „Wiederentdeckt: Else Hertzer (1884-1978) – Aquarelle und Zeichnungen aus Füssen, Wittenberg und Berlin“ musste aufgrund der Corona-Pandemie im Museum der Stadt Füssen ohne Vernissage auskommen.  Nun soll Ersatz folgen. 

Deshalb hat sich der Initiator der Ausstellung, der Berliner Publizist und Sammler Mathias Tietke bereiterklärt, für alle Kunstinteressierten einen Finissage-Vortrag über Else Hertzer halten. Dieser findet am Sonntag, 6. September, um 15 Uhr im Museum der Stadt Füssen statt.

Vertreterin des Expressionismus

Die aus Wittenberg an der Elbe stammende Else Hertzer war als Malerin und Graphikerin eine bedeutende Vertreterin des Expressionismus in Deutschland. In den sieben Jahrzehnten, in denen sie künstlerisch aktiv war, schuf sie 215 Öl- und Temperabilder, 318 Aquarelle sowie zahlreiche Zeichnungen, Holzschnitte, Kaltnadelradierungen und Schablonendrucke. 

Nach ihrem Umzug nach Berlin im Jahr 1909 studierte sie bei dem Secessions-Mitbegründer George Mosson und wurde Mitglied des Vereins der Berliner Künstlerinnen. Ihre Bilder wurden gemeinsam mit denen von Käthe Kollwitz, Lotte Laserstein, Marc Chagall und dem gleichaltrigen Karl Schmidt-Rottluf, mit dem sie eine Künstlerfreundschaft verband, ausgestellt.

Motive aus Füssen

Zu den Höhepunkten ihres künstlerischen Schaffens zählen zahlreiche farbintensive Aquarelle. Die meisten davon entstanden in den 1920er Jahren und zumeist auf Reisen in den Süden, wobei sie die Alpenregion bevorzugte. 1922 schuf sie eine Anzahl von Aquarellen mit Füssener Motiven, die noch bis Sonntag, 6. September, in der Ausstellung im Barockkloster St. Mang zu sehen sind.

Rekonstruktion der Lebensdaten

Zur gleichen Zeit war in Murnau die nur wenige Jahre ältere Gabriele Münter (1877-1962) aktiv. In der Ausstellung ermöglichen zwei Münter-Aquarelle aus dem Schlossmuseum Murnau einen direkten Stilvergleich der beiden Expressionistinnen. Sie sind sich anscheinend zu Lebzeiten nie begegnet.

Mathias Tietke rekonstruiert Else Hertzers Lebensdaten aus wenigen erhaltenen Skizzenbüchern, Ausstellungskatalogen, Zeitungsartikeln und Zeitzeugenerinnerungen. Da von Else Hertzer keine Tagebücher oder Briefe überliefert sind, kennt man heutzutage nicht ihre persönliche Haltung zu den großen politischen und gesellschaftlichen Veränderungen, die ihre Lebenszeit von 1884 bis 1978 geprägt haben. 

Ihre in Füssen ausgestellten Werke dokumentieren jedoch die künstlerische Entwicklung einer talentierten Frau, die im 20. Jahrhundert trotz der damals eingeschränkten gesellschaftlichen Akzeptanz von Künstlerinnen von ihrer Familie gefördert wurde und ihrer inneren Berufung zeitlebens folgte. Für den Vortrag ist eine Anmeldung an der Museumskasse oder unter der Telefonnummer 08362/90 31 43 nötig. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Der Eintritt ist frei.

Die Ausstellung ist bis Sonntag, 6. September, dienstags bis sonntags von 11 Uhr bis 17 Uhr zu sehen. Besucher müssen einen Mund-Nasenschutz tragen.

kb

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