Wertachtal-Werkstätten eröffnen in Füssen

Reuttes Bürgermeister Luis Oberer (v.r.), Praktikantin Svenja Griesmann und Gruppenleiter Thomas Böck begutachten den Basar. Foto: cf

Füssen – Die Wertachtal-Werkstätten der Lebenshilfe Ostallgäu in Füssen-West sind vor kurzem offiziell eröffnet worden. Derzeit werden hier 21 Menschen gezielt gefördert. Die Frauen und Männer mit einer körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderung gehen hier einer Beschäftigung nach.

„Bislang war es erforderlich, dass sie in die Werkstätten nach Marktoberdorf oder nach Kaufbeuren fahren mussten“, erklärte Werkstattleiterin Dagmar Rothemund. „In unserer neuen Einrichtung können sie jetzt wohnortnah arbeiten und betreut werden“, betonte sie. Die Diplom-Sozialpädagogin freute sich: das bedeute „mehr Lebensqualität“. Mit ihr und ihrem Team feierten rund 200 „Ehrengäste“ die Tatsache dass ein vom Unterstützerkreis über Jahre nie aus den Augen verlorener Weg zu den Wertachtal Werkstätten in Füssen-West geführt hat. Alle Räume wurden von Stadtpfarrer Frank Deuring und seinem evangelischen Kollegen Joachim Spengler nach einem gemeinsamen Gebet gesegnet. Jeder hier im aus den Nähten platzenden 160-Mann-Zelt dürfe sich „als Ehrengast“ fühlen, sagte Rothemund, die mit ihrem Kollegen Wolfgang Neumayer von der „offenen Hilfe“ die zweistündige Eröffnungsfeier moderierte. 

Wie zu hören war, „hatten bei dem sozialen Projekt, das bald 60 Plätze bereitstellen“ werde, alle an einem Strang gezogen. Yvonne Schur, 1. Vorsitzende der „Lebenshilfe Ostallgäu“, erinnerte bei allem Jubel über das schon Erreichte unter Beifall daran, dass es sich um einen „Etappensieg“ handle. „Hier ist ein Fortschritt gelungen, ein Schritt in die richtige Richtung“. Das Projekt müsse sich „in Füssen noch weiter entwickeln“, so sah es auch Volker Holata, Geschäftsführer der Wertachtal-Werkstätten, als er allen Beteiligten und insbesondere Rothemund herzlich dankte. 

In ihrem Grußwort machte Ursula Lax, die als stellvertretende Bezirkstagspräsidentin sprach, deutlich, dass politisch gewollt sei, die behinderten Menschen zu fördern und zu integrieren. Das koste Geld, „das aber gern bereit gestellt wird“. Einen großen Auftritt auf der Bühne hatten die beschäftigten Frauen und Männer zwei Mal im Rahmen der abwechslungsreichen Feier. Dass sie musikalisch sind, bewiesen im gemeinsamen Rhythmus die Mitglieder der Werkstatt-Band zu einem Saxofonsolo, das den Festakt eröffnete. Fröhlich singend gastierte eine Gruppe des Kindergartens St. Gabriel in Füssen-West. 

„Hürden und Einschränkungen abbauen“, nannte Landrat Fleschhut als wichtiges Ziel, das weiter verfolgt werden solle. Mit Blick auf die neuen Werkstätten sagte er: „Jeder Euro ist hier richtig angelegt“. Bürgermeister Paul Iacob bezeichnete die Werkstätten als gutes Beispiel dafür, „mit den Schwächeren Schulter an Schulter zu gehen“. 

Dass dieses Miteinander auch mit „unseren Nachbarn funktioniert“, wie die Werkstattleiterin unterstrich, zeigte schon ein kurzer Blick auf die Bänke im Zelt. Da saßen Vertreter der örtlichen Wirtschaft wie zum Beispiel von Bihler, PMG und Zetka. „Darüber hinaus ist unsere geplante Kooperation mit der Bundeswehr in der Allgäu Kaserne auf einem guten Weg“, unterstrich Rothemund in Richtung der uniformierten Gästen, die sich mit einem Stehplatz begnügten.

An den Festakt schloss sich der „Tag der offenen Tür“ an. Am Nachmittag hatten die Besucher zwei Stunden Zeit, sich in den Werkstätten darüber zu informieren, was hier seit mittlerweile vier Monaten produziert wird. Als kreativer Motor ist hier nicht zuletzt auch der überregional bekannte Künstler Peter Jente im Einsatz. cf

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