Plansee Werksmusik lädt zum traditionellen Nikolokonzert

Symphonischer Klangkörper

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Die „Plansee Werksmusik“ begeistert bei ihrem beliebten Nikolokonzert einmal mehr ihre Zuhörer.

Reutte – Was anderen Ortsmusikkapellen – und deren gibt es gleichviel wie Gemeinden im Außerfern – ihr alljährliches Frühjahrskonzert nach langer Winterprobenzeit ist, wird von der „Plansee Werksmusik“ traditionell als Nikolokonzert im Frühwinter zelebriert.

Grund dafür ist die mangelnde Verfügbarkeit der Orchestermitglieder für Proben während der Saison der Dorfkapellen, aus denen sich das Symphonische Blasorchester des größten Arbeitgebers im Bezirk Reutte zusammensetzt. So müssen die Musiker des weitum bekannten Klangkörpers ihre Stücke in harter Probenzeit ab Mitte September erarbeiten. Da werden schon einmal freie Sonntage verbraucht, anstrengende Fünfstundenproben stehen auf dem Arbeitsprogramm. 

14 Damen und 43 Herren, darunter fünf Kapellmeister, etwa die Hälfte Firmenangehörige, stehen Kapellmeister Michael Brunner derzeit zur Verfügung. Die Werkskapelle wurde im Februar 1947 gegründet, damals spielte man noch auf Leihinstrumenten, und hat sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem exzellenten symphonischen Klangkörper entwickelt, der in der Lage ist auch schwierigste Literatur zur bewältigen. Großzügig unterstützt dabei von den Planseewerken und der Familie Schwarzkopf. 

Nachdem Obmann Mag. Ulrich Lausecker die zahlreichen Blasmusikfreunde aus Nah und Fern im voll besetzten „Walter-Schwarzkopf-Saal“ begrüßt hatte und der dem Saal den Namen gebenden Marsch verklungen war, führte Orchestermitglied Dr. Jörg Winkler mit viel Wortspiel durch das Programm. Tiroler Komponisten kamen dabei natürlich zum Zug, darunter auch welche, die im Außerfern nun wirklich keine Unbekannten sind. „Die Räuber vom Glockenhof“ eine sinfonische Dichtung über die bekannte Tiroler Sage stammt zum Beispiel vom ehemaligen Orchestermitglied Martin Rainer aus Pinswang, der sich als bekannter Klarinettist in der Zwischenzeit seine Brötchen bei den Wiener Symphonikern verdient. 

Heimatverbundenheit 

Die „Berg-Isel-Fanfare“ von Sepp Tanzer und der Konzertmarsch „Tiroler Gedenken“ von Florian Pedarnig unterstrichen die Heimatverbundenheit der Planseer Werksmusik und deren Mäzene. „Grooviger“ wurde es dann bei einem Werk des in Reutte schon öfter beobachteten Florian Bramböck, der am Abend zugegen war. Ein Saxophonsolo von Stefan Wetzel und der Vocalpart von Sybille Kofler-Gander und Ferdinand Sprenger machten Stimmung im Saal. „…und des Land‘l isch mein’s“ , angelehnt an ein altes Tiroler Volkslied, hieß das umjubelte Stück. 

Drei Zugaben 

Internationaler schließlich der zweite Teil des vielbeklatschten Konzerts. Ihren Horizont erweitern konnten die Besucher zum Beispiel mit Auszügen aus der Sinfonie „Der Herr der Ringe“ von Johan de Meij oder der Filmmusik aus „Highlander“ von Queen-Gitarrist und Dr. der Astrophysik Brian May. Dr. Jörg Winkler moderierte gekonnt, war selbst auf den Rohrglocken zu Gange, und verabschiedete sich als „Zuagroaster“ mit einem akzentfreien „Pfiat Enk“. Mit drei Zugaben, dabei nochmals Bramböck’s „Land’l, gaben sich die begeisterten Zuhörer schließlich zufrieden.

niko

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