Einmaliges Erlebnis

Musikkapelle Lechbruck spiel im Vatikan

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Auf dem Petersplatz in Rom gibt die Kapelle aus dem südlichen Ostallgäu ein kleines Ständchen.

Lechbruck/Rom – Beeindruckend und zweifelsfrei einmalig war für die Lechbrucker Musikkapelle ihre Reise nach Rom, die eine Messe im Petersdom, sowie die Fronleichnamsfeierlichkeiten in den Vatikanischen Gärten beinhaltete.

Den beiden musikalischen Höhepunkten der Reise an den Tiber ging jedes Mal eine zeitintensive Sicherheitskontrolle von Musiker und Instrument voraus, bevor sich alle Mitwirkenden im Campo Santo Teutonico zum gemeinsamen Einspiel trafen. Rund 240 Musikanten füllten die dortige Kirche Santa Maria della Pietà mit einem gewaltigen Klangbild aus. Neben den Lechbruckern waren auch die Stadtkapelle Donaueschingen, die Musikkapelle Grafenhausen, sowie aus Österreich die Bürgermusikkapelle Absam und die Marktmusik Timelkam zu der Veranstaltung angereist. Der Kirchenchor Großhöhenrain wirkte gesanglich bei den Gottesdiensten mit. Für die Messe im Petersdom zogen die vier Kapellen mit einem Prozessionsmarsch durch die Touristenmassen, bevor es nach vorne in den abgesperrten Teil des Doms ging. Dort feierten sie gemeinsam Gottesdienst. Der Rektor des Campo Santo, Dr. Hans-Peter Fischer, sprach in seiner Predigt vom Apostel Petrus, dessen Grab sich unter der 133 Meter hohen Kuppel des Doms befindet. 

Im Vatikan wurde die Fronleichnamsprozession nicht wie in Deutschland am Donnerstag, sondern am Samstag begangen. Die Aufstellung für die Prozession erfolgte im Hof des Campo Santo direkt an den Grundmauern auf der linken Seite des Petersdoms und an der Prozession hinein in die Vatikanischen Gärten nahmen mit dem Liturgischen Dienst, dem Chor, sowie den fünf Kapellen auch zahlreiche deutschsprachige Katholiken teil. Musizierend schlängelte sich der Zug den Hügel hinauf zur Lourdes Grotte, wo die Heilige Messe großteils in deutsch, aber auch lateinisch und italienisch begangen wurde. 

Gemeinsames Spiel 

Auf der Höhe des Klosters Mater Ecclesiae, dem Wohnort des Papstes Benedikt, stimmten die Kapellen ein Marienlied an. Auch wenn es bereits 17 Uhr war, verlangten die sommerlichen Temperaturen von 30 bis 35 Grad den Musikern in der prallen Sonne einiges ab. Unter dem Baldachin wurde die Monstranz von Erzbischof Edgar Pena Parra musikalisch von Märschen und kirchlichen Liedern wieder nach unten getragen. Nach gut drei Stunden endeten die Feierlichkeiten im Campo Santo mit dem gemeinsamen Spiel der unterschiedlichen Hymnen ( Deutschland, Schweiz, Österreich, Italien, Vatikan, Europa). Außerdem durfte jede Kapelle sozusagen als „Rausschmeißer“ noch ihr Talent einzeln unter Beweis stellen. 

Als Dirigent schwang noch einmal Georg Müller den Taktstock bei den Lechbruckern. Unter den Mitzelebranten befand sich außerdem Wiespfarrer Gottfried Fellner, der als Initiator der Reise der Blaskapelle begleitete. Bürgermeister Helmut Angl unterbrach für diese Tage extra seinen Urlaub am Gardasee und schloss sich dem Musikverein an. 

Monsignore Fellner hatte zudem einen Bekannten aus seiner Schulzeit organisiert, der als Mitarbeiter des Vatikans die Gruppe am ersten Tag durch Rom führte und viele Fakten zu Kirchen wie „Sankt Paul vor den Mauern“ oder „Santa Maria Maggiore“ zu erzählen wusste. Historisch gab es unter anderem das Pantheon, den Vierströmebrunnen am Piazza Navona, das Italienische Parlament, den Trevibrunnen, die spanische Treppe oder die Engelsburg zu besichtigen. Die Kaserne der Schweizergarde, die touristisch normalerweise nicht besucht werden kann, bot den Lechbruckern sogar durch den Kommandant Christoph Graf persönlich einen interessanten Einblick in die „Armeria“, also die Ausrüstungsstelle des einzigen päpstlichen Militärkorps. Waffen, Rüstungen und Kleidung konnten genauer inspiziert werden, wobei es zwei Arten von Uniformen gibt: die bunten Galauniform (im Renaissance-Stil) und die schlichten, graublauen Kleinen Uniformen. 

Sichtlich geschafft, aber stolz auf das eindrucksvolle Wagnis, das mit viel Vorab-Organisation und kurzfristigen Planänderungen im Vatikan einherging, trat die Kapelle am Sonntag die 13-stündige Heimreise mit dem Bus an – nicht ohne zuvor ausgiebig gefeiert zu haben.

kaz

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