Detektive auf flotten Sohlen

Morris Flynn (Christian Müller, links) und Mackie Macpherson (Matthias Wagner) verwandeln sich in Sherlock Holmes und Dr. Watson. Foto: Lang

Pfronten – Mit der Krimi-Musik-Komödie „Der Mann, der Sherlock Holmes war“ startete kürzlich die Saison der Theatergemeinde Pfronten-Nesselwang mit dem Ensemble des Landestheaters Schwaben. Angelehnt an den Film hatte das Musical-Duo Marc Schubring und Wolfgang Adenberg das Stück geschrieben.

Die Geschichte spielt im Jahr 1910, in dem in London das Privatdetektiven-Duo Morris Flynn und Mackie Macpherson ziemlich erfolglos auf Klienten wartet. Die Idee, sich mit Kleidung, Pfeife und Geigenkasten wie Sherlock Holmes auszustatten und zur Weltausstellung nach Brüssel zu fahren, weil sich dort die Reichen und Schönen träfen, die sicherlich das eine oder andere auszuspionieren hätten und für Aufträge sorgen würden, setzten sie mit ihrem letzten Geld in die Tat um. Gleichzeitig erhalten die Schwestern Mary und Jane, die als Näherinnen schuften, ein Telegramm, dass ihr reicher Onkel in Brüssel verstorben sei und sie die Alleinerbinnen von 500.000 Pfund und einem Herrenhaus seien. Auch die beiden machen sich auf den Weg nach Brüssel. 

Erstmals treffen sich beide Paare im Zug, in dem allerdings schon zwei von Madam Ganymare geschickte Gauner, die die Millionen-Erbinnen verführen sollten, ihre ungeschickten Annäherungsver- suche unternahmen. Kaum stellen Schaffner und Fahrgäste fest, dass der berühmte Mr. Holmes mit Dr. Watson an Bord ist, werden diese von Schaffner und Fahrgästen hofiert, trotz des Hinweises, sie seien nicht Holmes und Watson. Während beide Gauner schlotternd vor Feigheit, die Notbremse ziehend den Zug verlassen, verliebt Mary, die jüngere der Schwestern, sich in Holmes. In Brüssel angekommen hat der Notar jedoch kein Geld für die Schwestern, sondern ein Rätsel, nach dessen Lösung erst der Reichtum fließen werde. Um das Rätsel zu lösen, fragen die Erbinnen die vermeintlichen Detektive, Holmes und Watson. Der zu erwartende Reichtum der Schwestern, das hatten die beiden Detektive herausgefunden, musste in Form der „Blauen Mauritius“ hereinbrechen, die in der Brüsseler Weltausstellung ausgestellt ist.  

Die Hauptdarsteller Christian Müller (Holmes), Matthias Wagner (Watson) überzeugten mit ihrem Spiel und Gesang, wie auch Josephine Bönsch als Mary und Michaela Fent als Jane. Matthias Wagner erinnerte in manchen Szenen an den jungen Rühmann. Die Lieder wurden schwungvoll interpretiert. Die Choreographie, für die Holger Seitz verantwortlich zeichnete, der das Stück auch inszeniert hat, war frisch, stimmig, mit Witz und Augenzwinkern aufgeführt. Keine Minute Langeweile kam während der Aufführung auf. Das Publikum fieberte und lachte mit, lobte mit Szenenapplaus. 

Die Bühnenbilder mit wenigen, aber schlüssigen, deutlichen und witzigen Requisiten (z.B.: aufblasbare Herren-Tänzer bei Madame Ganymare’s Soiree) und stilsichere Kostüme, die die Zeit um 1910 aufleben ließen, entführten die Zuschauer in die Zeit Anfang des letzten Jahrhunderts. Unter der musikalischen Leitung von Ludger Nowak leisteten acht Musiker vor der Bühne Hervorragendes. Nicht nur die Songs wurden genial musikalisch gespielt, auch die Untermalung der Szenenbilder wurde gelungen filmgleich musikalisch unterlegt. Das Landestheater Schwaben hatte sein Licht-Equipment mitgebracht und die Szenen immer ins richtige, passende und stimmige Licht gesetzt. jl

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