Musikverein "Harmonie Füssen" feiert mit einem Festakt sein Jubiläum

200 Jahre in Harmonie 

Franz-Josef Pschierer, Präsident des Musibundes, präsentiert mit der Vorsitzenden des Jubiläumsvereins, Patrizia Köpf, die überreichte Plakette. Foto: Friedrich

Füssen – Mit einem Gottesdienst und einem Festakt im Kaisersaal hat der Musikverein „Harmonie Füssen“ am Samstag sein 200-jähriges Jubiläum gefeiert. Franz-Josef Pschierer, Präsident des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes, zeichnete den Verein mit der Großen Goldenen Plakette am weißblauen Bande aus.

Vor rund 200 Jahren gehörte es zum guten Ton, dass sich gestandene Männer – mit Liebe zu Posaunen- und Trompetenklang – zu einer Vereinigung zusammentaten, die sie „Bürgerwehrmusik“ nannten. Er sollte seinerzeit selbstverständlich patriotisch klingen, der Name des danach mit Auftritten in Füssen in Erscheinung getretenen Vereins. An den 14. Februar 1814 und wie es 1925 schließlich zum Wechsel zur Blasmusikvereinigung „Harmonie“ gekommen ist, daran erinnerte am Samstag Patrizia Köpf, seit vier Jahren 1. Vorsitzende der „Harmonie Füssen“. 

Respekt für ihr „vorbildliches Engagement“ bei der Pflege des Kulturguts Blasmusik zollte der jungen Vereinsvorsitzenden in seiner Festrede Staatssekretär Franz-Josef Pschierer (CSU) in seiner Funktion als Präsident des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes. Er unterstrich deutlich, dass sich die Füssener Kapelle „insbesondere um Integration verdient“ mache. Von den Musikern – heute eine Mischung aus jung und jung gebliebenen Instrumentalisten – „werden unsere Werte wie Toleranz und Respekt voreinander“ weiterhin gepflegt. „Mit der Blasmusik“, betonte Pschierer, „wird vielen Menschen Freude und Halt“ gegeben. Damit werde ein großer Beitrag „für die Lebensqualität im Ort geleistet“. Daran mitgewirkt haben vor allem auch Walter Schmied und Gert Rösler, die auf der Bühne unter dem Beifall der Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kirche sowie den örtlichen Vereinen stolz ihre Urkunde als Ehrenmitglied entgegen nahmen. 

"Viel Wohlgefühl" 

Der Festakt wurde von „Liccabrass“ mit flotten Zwischenspielen umrahmt. „Unser Quintett“, so der Hornist Roland Kurz auf Nachfrage des Kreisbote, „hat sich nach dem alten Begriff für den Lech benannt.“ Unter ihrem Dirigenten Georg Miller war zuvor die „Harmonie“ in größerer Besetzung in der Stadtpfarrkirche St. Mang zu hören. Den ökumenischen Gottesdienst in der nahezu voll besetzten Basilika, der dem Festakt vorausging, zelebrierten von der Katholischen Pfarreiengemeinschaft Diakon Christoph Schwarzer und der evangelische Pfarrer Andreas Lay aus Pfronten. 

Vor Pschierer hatte Füssens Bürgermeister Paul Iacob (SPD) den Musikerinnen und Musikern nicht zum ersten Mal bescheinigt: Die Harmonie sei eine der „traditionsreichsten Blasmusikkapellen des südlich-bayerischen Raums“. Sie sorge für „viel Wohlgefühl, auch bei unseren Gästen in Füssen. Diese Kapelle ist ein wichtiger Teil unserer städtischen Kultur.“ Iacob vergaß nicht, auch auf die Musikkapelle Hopfen hinzuweisen – mittlerweile auch schon 90 Jahre jung. Beide Vereine dürften sich über finanzielle Förderung durch die Stadt freuen. Die „Harmonie“ erhielt zum 200-Jährigen 500 Euro von Bürgermeister Iacob. 

Stark verjüngt 

Bevor es schließlich zum gemütlichen Teil – Sekt im Kaisersaal und Buffet gleich nebenan im Papstzimmer – übergehen sollte, lobte Dr. Paul Wengert, Präsident des Chorverbands Bayerisch-Schwaben, den stark verjüngten Jubilar als „greifbar und erlebbar“ in der Region. Er wünschte der „Harmonie“ alles Gute für die Zukunft. Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten lädt die Kapelle am Freitag, 4., und Samstag, 5. Juli, jeweils ab 18 Uhr in den Klosterhof ein. Ein weiterer Höhepunkt im Jubiläumsjahr ist die Serenade, die dort am 20 Juli, gegen 21 Uhr erklingt. cf

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