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Lechbrucker Bücherei: »Wir haben ein riesiges Angebot«

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Silke Zink mit Tochter Magdalena.
Silke Zink mit Tochter Magdalena. © Jutta Pyka

Lechbruck – Wer in die Lechbrucker Gemeindebücherei geht staunt darüber, wie vielfältig das Angebot an Büchern, CDs, DVDs, Spielen und Zeitschriften ist.

Das war nicht immer so. Silke Zink ist maßgeblich für den Aufbau und den Ausbau der Bücherei verantwortlich. Der Kreisbote hat mit ihr darüber gesprochen.

Frau Zink, was gab Ihnen den Anstoß zum Aufbau der Gemeindebücherei?

Zink: „Es gab bereits früher eine Gemeindebücherei, die in einem kleinen Zimmer im Lechbrucker Rathaus untergebracht war. Die Auswahl der Bücher war sehr begrenzt und auch die Qualität der Bücher ließ so manche Wünsche offen. Zum Glück standen dem Wunsch nach Veränderung und Verbesserung nach einiger Überzeugungsarbeit der Altbürgermeister Dietmar Hollmann, der damalige Bürgermeister Helmut Angl und der Gemeinderat positiv gegenüber. Wir durften zunächst einen Raum in der Grundschule nutzen, um dort erstmal zu renovieren. Im Jahr 2018 war es dann so weit: inzwischen waren wir zwei ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und wir bekamen einen Laptop und viel wichtiger: eine Schulung im Bibliotheksprogramm. Außerdem wurde uns Geld bewilligt, von dem wir die ersten Bücher anschaffen konnten.“

Wie ging es dann weiter?

Zink: „Im September 2018 habe ich die Schulbücherei von Kerstin Marcinek übernommen und mit dem Einverständnis der Rektorin Agatha Müller angefangen, jeden Dienstagvormittag die Bücherei für die Schüler zu öffnen. Ich und meine Arbeitskollegin Katja Echtler haben die Bücherei umgestaltet, haben den Flur miteingebaut und haben im Dorf um Geld ,gebettelt‘. Die Firma Zink Anlagen- und Energie-Technik hat uns die ersten 1000 Euro gespendet. Davon haben wir einen gebrauchten Laptop und zusätzliche Regale gekauft. Über die Bücherei Bernbeuren, allen voran von der Leiterin Kathrin Zillenbiehler, haben wir viel gelernt. Darüber sind wir zum Sankt Michaelsbund gekommen. Der Sankt Michaelsbund betreut sämtliche Büchereien hier im Umkreis und hat sich riesig gefreut, dass nun Lechbruck auch dabei ist. Am Anfang wurde der dafür nötige Mitgliedsbeitrag noch dank Kirchenpfleger Dietmar Hollmann durch die Kirche übernommen. Doch nach einigen ,Überredungskünsten‘ war auch der Gemeinderat und Helmut Angl von der neuen Bücherei überzeugt, und wir durften 2020 endlich auch für die Allgemeinheit mit einem zusätzlichen Raum für Erwachsenenliteratur die Bücherei aufmachen. Die Bücherei wird nun seit 2020 jedes Jahr von der Gemeinde Lechbruck finanziell unterstützt, damit wir immer neue Bücher kaufen können.“

Aber dann kam Corona – und alles musste geschlossen bleiben?

Zink: „Ja, die Pause durch Corona hat uns erstmal einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber als die Beschränkungen wieder aufgehoben wurden, haben wir wieder geöffnet.“

Aktuell ist die Bücherei am Dienstagvormittag für Schulklassen geöffnet. Neben den Lehrkräften soll auch das Programm Antolin die Kinder zum Lesen anregen. Wie funktioniert das?

Zink: „Die Kinder und Jugendlichen sind ausgestattet mit Zugangsdaten: einem Benutzernamen und einem Kennwort für antolin.de. Sie entleihen Bücher aus der Bücherei, aus einer Lesekiste oder aus dem Regal. Gelesen wird zu Hause oder in der Schule, in der Freiarbeit oder in der Antolin-Stunde. Jeder für sich, jeder in seinem Tempo. Danach wir das Buch zugeklappt und auf geht‘s am Tablet, Smartphone oder PC zu antolin.de: Zugangsdaten eingeben, Buchtitel eintippen, Quiz starten! Antolin stellt Fragen zum Buch. Die Kinder und Jugendlichen tippen eine Antwort an. Jede richtige Antwort freut den Raben, jede falsche Antwort löst er auf. Gut gemacht? Ja! Im Konto glänzen die Punkte.“

Sie haben erwähnt, dass die Bücherei außerhalb der Ferien nun auch jeweils am Mittwoch von 16 bis 18 Uhr für die Lechbrucker Bevölkerung und auch die Feriengäste geöffnet ist. Was bietet die Bücherei den Besuchern?

Zink: „Wir haben inzwischen ein riesiges Angebot für Erwachsene, Jugendliche und Kinder aller Altersgruppen: Fantasyromane, Sachbücher, Vorlesebücher, Bilderbücher, Krimis, Liebesgeschichten, Historienromane, Biografien, Wanderführer, Zeitschriften, Spiele, Tonie-Figuren, CDs, DVDs, Bücher zur Lebenshilfe, zum Beispiel zu Erziehungsfragen, zum Thema Alter, zu Gesundheitsfragen. Inzwischen gibt es eine Mund-Art-Heimatecke mit Büchern, die im Allgäuer Dialekt geschrieben sind.“

Wie kommt dieses Angebot zustande? Wer entscheidet, welche Medien angeschafft werden?

Zink: „Zum einen verlassen wir uns auf Empfehlungen der Buchhändlerin vor Ort, Stefanie Bertram-Kempf und von ihren Kolleginnen. Zum anderen können aber auch die Leser und die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen Wünsche äußern, welche Werke in Zukunft noch angeschafft werden sollen.“

Die Mitarbeiterinnen der Bücherei wünschen sich darüber hinaus, dass noch mehr Besucher das Angebot der Lechbrucker Bibliothek annehmen oder einfach nur zum Stöbern vorbeikommen. Gerne würden sie auch die Öffnungszeiten erweitern. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sich weitere Mitarbeiter finden, die ehrenamtlich bei der Medienausleihe helfen.

Jutta Pyka

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