Alte Planung wird modernisiert

Mobilfunk-Sendemast am Füssener Galgenbichl soll Ende Juli Betrieb aufnehmen

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Der neue Sendemast auf dem Galgenbichl soll Ende des Monats seinen Sendebetrieb aufnehmen.

Füssen – Als Anfang 2015 bekannt wurde, dass die Telekom auf dem Galgenbichl einen neuen Mobilfunkmasten errichten will, war der Aufschrei in Teilen der Bevölkerung groß und es passierte, was in Füssen in solchen Fällen immer passiert: Ein Jahr lang lavierte der Stadtrat auf der Suche nach vermeintlich besseren Lösungen herum, nur um am Ende doch dem Standort Galgenbichl zustimmen zu müssen.

Den Sendebetrieb aufgenommen hat der Mast indes immer noch nicht. Das soll sich Ende Monats aber ändern. „Der Galgenbichl soll Ende des Monats in Betrieb gehen“, teilte Markus Jodl, zuständiger Sprecher der Telekom, am Dienstag auf Nachfrage des Kreisbote mit. Damit dürfte eine fast fünfjährige Hängepartie ihr Ende finden, die mit dem Auslaufen eines Vertrags zwischen der Telekom und eines Grundstückseigentümers im Eschach begann. 

Dieser Kontrakt, der der Telekom erlaubte einen Sendemast auf dem Grundstück des Mannes zu betreiben, endete 2016, sodass die Telekom und auch der Mobilfunkanbieter Vodafone gezwungen waren, andere Standort für die Sendeanlage im Eschach zu finden. Gemeinsam mit der Füssener Stadtverwaltung einigte sich die Telekom seinerzeit nach einem vierjährigen Verfahren auf die beiden Standorte Galgenbichl und Fischerbichl. Letzterer ist für die Mobilfunkversorgung in Hopfen gedacht. Auf beiden Hügeln wollten der Provider jeweils einen etwa 35 Meter hohen Sendemast errichten. 

Vor und zurück

Was folgte, war ein Hin und Her sondergleichen: Kaum waren die Pläne öffentlich bekannt geworden, lief ein flugs gegründetes „Mobilfunk Forum Füssen“ Sturm gegen die Pläne. Eine verunsicherter und sich von den Providern und der Verwaltung unter Druck gesetzter Stadtrat versuchte daraufhin ein Jahr lang erfolglos, Alternativstandorte zu finden, ehe zähneknirschend doch das kommunale Einvernehmen für die Standorte Fischerbichl und dem Galgenbichl erteilt werden musste. Seitdem ist es ruhig um das einstige Aufregerthema Nummer eins geworden. 

Bis vergangene Woche. Da brachte SPD-Ratsfrau Brigitte Riedlbauer das Thema im Stadtrat wieder in Erinnerung. Wann der Mast auf dem Galgenbichl denn nun den Sendebetrieb aufnehme und der Handy-Empfang besser werde, hakte sie bei der Stadtverwaltung nach. Er stehe im Kontakt mit der Telekom, erwiderte Bürgermeister Paul Iacob (SPD). Erst kürzlich habe er einen Brief „im zornigen Ton“ an die Bonner geschrieben. Seinen Informationen zufolge gebe es Probleme mit der Erschließung des Galgenbichls durch die Telekom. Grundsätzlich sei die Mobilfunkversorgung vor allem im ländlichen Umland von Füssen katastrophal. „Wir sprechen von 5G und autonomen Fahren, aber sind unfähig, auf geschlossener Fläche telefonieren zu können!“ 

Tatsächlich soll der Galgenbichl-Sendemast aber noch Ende dieses Monats den Betrieb aufnehmen, teilte Telekom-Sprecher Markus Jodl am Dienstag auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Doch warum erst jetzt? Schließlich hat das Landratsamt Ostallgäu den Bau des 36 Meter hohen Masten bereits 2017 genehmigt. „Die Planungen für den Standort gehen so weit zurück, dass ursprünglich hier eine andere Technik vorgesehen war“, teilte Jodl dazu mit. „Deshalb wurde der Prozess zur Inbetriebnahme intern gestoppt und musste wieder aufgesetzt werden.“ 

Bei der neuen Technik handele es sich um die sogenannte Single RAN. „Früher haben Sie an einem Standort für jede Technik eigene Technik-Komponenten aufgebaut. Also Hardware für GSM, UMTS und LTE. Heute bedienen sie alle drei Mobilfunk-Standards über eine Technik-Einheit“, erläuterte der Pressesprecher – ebene jene Single RAN. Verbindungsprobleme dürften damit ab August der Vergangenheit angehören. Für die Hopfener heißt es indes weiter warten: Denn auch der Mast auf dem Fischerbichl sendet noch nicht: „Für den Standort kann ich noch keinen Termin nennen“, so Telekom-Sprecher Jodl. Der Standpunkt sei noch nicht in das System der Telekom integriert.

Matthias Matz

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