Staatliche Bauamt Kempten will spätestens 2018 eine Ampel an der Autobahnausfahrt bauen

Eine "unheimlich gefährliche" Stelle

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Zu schweren Unfällen ist es schon an der Autobahnausfahrt Füssen gekommen. Deshalb soll eine Ampel hier für mehr Sicherheit sorgen. Die Bauarbeiten soll nach Angaben des Staatlichen Bauamts Kempten spätestens 2018 beginnen.

Füssen – Ein Autofahrer guckt nach rechts, guckt nach links, biegt von der A7 auf die B310 ab – und prallt mit einem Motorradfahrer zusammen. Der Biker wird lebensgefährlich verletzt; der Autofahrer und seine Frau kommen mit leichten Verletzungen davon.

Dieser Unfall Ende Juli ist kein Einzelfall. Die Stelle „ist unheimlich gefährlich“, meinte nicht nur Niko Schulte (CSU) im jüngsten Verkehrsausschuss. Auch beim Staatlichen Bauamt Kempten und bei der Autobahndirektion Südbayern haben die Verantwortlichen das erkannt.

Eine Ampel soll deshalb hier künftig für mehr Sicherheit sorgen, informierte Werner Schmid vom Staatlichen Bauamt Kempten. Mit dem Bau soll spätestens im kommenden Jahr begonnen werden. 

Während es an der „Tunnelkreuzung“, an der der Verkehr in Richtung Kempten auf die A7 auffährt, eine Ampel gibt, müssen die Verkehrsteilnehmer auf der anderen Seite der Autobahn vorsichtiger sein. Dort reguliert weder Ampel noch Kreisverkehr den Verkehr. „Es ist keine optimale Situation“, sagte auch Bürgermeister Paul Iacob (SPD) in der Verkehrsausschusssitzung. 

Die Autos, die auf der B310 unterwegs sind, fahren meist sehr schnell. Da sie auf einer Seite auch noch über eine Kuppe müssen, sieht der Autofahrer, der von der A7 abfährt, die Autos recht spät. Dazu komme, dass im Sommer viele nach Füssen wollen und sich der Verkehr auf der Autobahnausfahrt entsprechend staut. 

Viele Fahrer fühlen sich dann unter Druck gesetzt und gehen unter Umständen ein höheres Risiko ein, so Iacob. Obwohl die Situation schon entschärft wurde, bleibe sie nach wie vor gefährlich.

Baubeginn 2018? 

Dieser Meinung ist auch das Staatlichen Bauamt Kempten. Die Stelle werde „zunehmend zum Unfallzentrum“, erklärte Schmid. „Die Autobahndirektion sieht das auch so.“ Deshalb will man dort spätestens 2018 mit dem Bau einer Ampel beginnen. Derzeit sei die Behörde noch am Planen, so Schmid. Bei der Ampelschaltung müssten unterschiedliche Szenarien berücksichtigt werden. So müsse sie auf Blockabfertigung oder Vollsperrung des Grenztunnels reagieren. 

Während bei einer Blockabfertigung der Verkehr auf der A7 bleiben soll, müsse er bei einer Vollsperrung von der Autobahn runter und „möglichst geordnet“ über die Ziegelwies und Pfronten abfließen, erläuterte Schmid. Ein Kreisverkehr, wie Schulte ihn in der Ausschusssitzung vorgeschlagen hatte, könne das nicht leisten, erklärte Schmid. Dieser funktioniere nur, wenn die Verkehrsströme gleich stark seien. 

Bei einer Sperrung des Tunnels würde sich der Verkehr auf der Autobahnausfahrt stauen, weil alle Ströme durch einen „Flaschenhals“ müssten. Bei einer Ampel jedoch können sich die Links- und Rechtsabbieger in eigene Spuren einordnen ohne sich zu behindern. „Ein Kreisel ist einfach nicht das Mittel der Wahl“, so Schmid. Zumal man dann auch noch am Damm anbauen müsste. „Bautechnisch ist das fast unmöglich.“ 

Komplizierter Boden

Eine weitere Schwierigkeit liege im Boden, sagte Schmid. Das Gebiet liege im Verlandungsbereich des Weißen- und Alatsees. Man habe deshalb einen „extrem nassen, extrem locker geschichteten Untergrund“, der sehr setzungsempfindlich sei. Deshalb müsse man sich das erst genauer ansehen. Zu den Kosten „kann ich so noch überhaupt nichts sagen“, erklärte Schmid, da man noch ganz am Anfang stehe. Darüber hinaus müsse noch geprüft werden, ob die „Rampen“ zu und von der Autobahn ausgebaut werden müssen.

„Es wird wohl darauf hinauslaufen, dass wir die Ausfahrtrampe (von Norden kommend – Anmerk. d. Rd.) verbreitern müssen“, sagte Schmid. Eventuell kommt das auch auf die Anbindung von Füssen zur Autobahnauffahrt in Richtung Norden zu. Dazu müssten dann auch Gespräche mit der Stadt Füssen wegen einer Kostenbeteiligung geführt werden.

Da es sich hier um einen Knotenpunkt handelt, werden diese unter den Baulastträgern aufgeteilt. Sprich, dem Bund, Freistaat und Kommune. Wie stark diese beteiligt werden, hänge von der Fahrbahnbreite ab. Ein gesetzlicher Schlüssel regele das, erklärte Schmid.

Katharina Knoll

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