Rote Kreuz gibt Tipps 

Nach dem milden Winter gibt es heuer besonders viele Zecken

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Zecken setzen sich besonders gerne an behaarte Körperstellen, wie dem Haaransatz.

Allgäu – Das schöne Wetter treibt derzeit viele in die Berge. Im Grünen lauern heuer aber besonders viele Zecken, die zwei gefährliche Infektionskrankheiten übertragen können: die Frühsommer- Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose. Davor warnt jetzt das Deutsche Rote Kreuz.

„Die Risikogebiete für einen vermehrten Zeckenanfall sind dieses Jahr größer. Aufgrund des milden Winters gibt es zudem noch mehr Zecken als in den Vorjahren. Begonnen hat die Zeckensaison diesmal schon im März“, sagt Professor Peter Sefrin, Bundesarzt des Deutschen Roten Kreuzes. Die Gefahr eines Zeckenstichs sei also sehr hoch. 

Bei richtigem Verhalten können Risiken jedoch verringert werden. Professor Sefrin gibt folgende Tipps: „Vorsorge: Die Zeckensaison dauert etwa noch bis Oktober. Schutz bietet die Bedeckung des Körpers durch helle Kleidung mit dicht anliegenden langen Ärmeln und Hosenbeinen sowie das Tragen von Socken und geschlossenen Schuhen.” Spaziergänger und Wanderer sollten zudem vermeiden durch dichtes Unterholz und hohes Gras zu laufen. 

Quetschungen vermeiden

Nach dem Aufenthalt im Freien sollten sie zudem Kleidung und Haut absuchen, vor allem Kniekehlen, Achselhöhlen, Bauchnabel, Hals, Haaransatz, Hautfalten und behaarte Körperstellen. Mückensprays schützen nur bedingt. Und hat sich dann doch eine Zecke eingenistet, sollte sie mit einer Pinzette oder mit einer Zeckenkarte oder Zeckenzange aus der Apotheke entfernt werden. Mit der Pinzette sollte man die Zecke möglichst nah an der Haut fassen und langsam und senkrecht herausziehen. Kommt eine Zeckenkarte zum Einsatz, sollt man sie flach auf die Haut legen, mit dem Kartenausschnitt in Richtung Zecke schieben, unter die Zecke fassen und sie vorsichtig senkrecht herausziehen. 

„Unbedingt zu vermeiden sind Drehbewegungen, da der Kopf abgerissen werden kann und es zu einer Quetschung des Zeckenkörpers kommt. Dadurch können Krankheitserreger in die Wunde abgeben werden”, erklärt Sefrin. Anschließend sollten die Betroffenen die Einstichstelle desinfizieren und mit einem Wundschnellverband versorgen. 

Gefährliche "Hausmittel"

Etwaige Hausmittel wie Öl, Kleber, Nagellack oder Benzin sind zur Entfernung nicht geeignet, so Sefrin. Im Gegenteil: Sie sind sogar gefährlich, da Zecken beim Ersticken vermehrt eventuell infiziertes Sekret absondern. 

Nach einem Zeckenstich gelte es die Haut zu beobachten. „Bildet sich ein roter Kreis um die Stichstelle, könnte das ein erstes Anzeichen für Borreliose sein, die häufiger auftritt als FSME”, erklärt Sefrin. „Die Symptome sind bei beiden Krankheiten zunächst ähnlich wie bei einer Grippe: Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Sie sollten unbedingt ärztlich behandelt werden. Anders als für Borreliose gibt es für FSME keine sichere Therapie. Gegen letztere schützt aber eine Impfung, die man nutzen sollte.“

kb

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