Arbeiten werden allerdings teurer als gedacht

Nesselwanger Pfarrkirche: Arbeiten gehen in die nächste Runde

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Nach einer Notreparatur und der Turmsanierung im vergangenen Jahr wird derzeit außen das Dach am Kirchenschiff und im Inneren der Riss im Deckenstuck repariert.
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Nach einer Notreparatur und der Turmsanierung im vergangenen Jahr wird derzeit außen das Dach am Kirchenschiff und im Inneren der Riss im Deckenstuck repariert.
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Nach einer Notreparatur und der Turmsanierung im vergangenen Jahr wird derzeit außen das Dach am Kirchenschiff und im Inneren der Riss im Deckenstuck repariert.
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Nach einer Notreparatur und der Turmsanierung im vergangenen Jahr wird derzeit außen das Dach am Kirchenschiff und im Inneren der Riss im Deckenstuck repariert.
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Nach einer Notreparatur und der Turmsanierung im vergangenen Jahr wird derzeit außen das Dach am Kirchenschiff und im Inneren der Riss im Deckenstuck repariert.
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Nach einer Notreparatur und der Turmsanierung im vergangenen Jahr wird derzeit außen das Dach am Kirchenschiff und im Inneren der Riss im Deckenstuck repariert.
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Nach einer Notreparatur und der Turmsanierung im vergangenen Jahr wird derzeit außen das Dach am Kirchenschiff und im Inneren der Riss im Deckenstuck repariert.
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Nach einer Notreparatur und der Turmsanierung im vergangenen Jahr wird derzeit außen das Dach am Kirchenschiff und im Inneren der Riss im Deckenstuck repariert.

Nesselwang – Kurzfristig musste am Drei-Königs-Tag 2018 der Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Andreas aus Sicherheitsgründen abgesagt werden: Von der Decke am Übergang des Kirchenschiffs zum Altarraum hatten sich Teile des Stucks von der Decke gelöst und waren auf dem Boden im Bereich des Altars wie kleine Geschosse zerborsten.

Wäre das während des Gottesdienstes passiert, hätte für Pfarrer Werner Haas und die Ministranten Lebensgefahr bestanden, ist Kirchenpfleger Konrad Bach überzeugt. 

Nach einer Notreparatur und der Turmsanierung im vergangenen Jahr wird derzeit außen das Dach am Kirchenschiff und im Inneren der Riss im Deckenstuck repariert. Seit mehreren Wochen ist die Pfarrkirche St. Andreas außen und teilweise innen wieder eingerüstet. Nach der umfassenden Turmsanierung im vergangenen Jahr wird jetzt außen das Dach am Kirchenschiff und im Inneren der Riss im Deckenstuck repariert. 

Unter einem Behelfsdach aus Folie haben die Arbeiter die schadhafte Kupferabdeckung und den Schneefang, an dem der Zahn der Zeit heftig genagt hatte, rund um das Kirchenschiff entfernt. Stellenweise war der Schneefang gar nicht mehr mit der angegriffenen Unterkonstruktion verbunden und wurde nur noch durch ein paar kurze Nägel im Kupferblech gehalten. 

Schäden an der Holzkonstruktion

Auch bei den vier Ecktürmen wurde die Kupferabdeckung entfernt. Diese weisen unterschiedlich schwere Schäden an der Holzkonstruktion auf: Während der eine Eckturm an der Süd-Ost-Ecke noch in einem guten Zustand ist und wenig Reparaturen benötigt, ist die Unterkonstruktion bei dem Turm an der Nord-Ost-Ecke schon ziemlich marode und morsch und muss fast komplett erneuert werden. 

Nachdem rund um das Kirchenschiff das Dach offen ist, wird die Gelegenheit genutzt und der Rostschutz aus Bleimennige – der dem Stand der Technik bei der Erbauung 1904 bis 1906 entsprach – an der tragenden Stahlkonstruktion entfernt.

Erst viele Jahre später stellte sich das Gesundheitsrisiko des damals verwendeten Rostschutzes heraus. Die Arbeiter müssen heute bei den Sanierungsarbeiten einen kompletten Schutzanzug tragen und Unbeteiligte einen weiten Abstand einhalten. In gutem Zustand hingegen zeigen sich die Stahldrähte, an denen die Kirchendecke, der sogenannte Himmel, aufgehängt ist. 

Dass der „Himmel“ an den Drähten frei schwingen kann, erweist sich als großer Vorteil für das Gotteshaus. Der wachsende Verkehr in den letzten Jahrzehnten auf der vorbeiführenden Staatsstraße hatte an der Kirchendecke nur wenige Schäden hinterlassen. „Wäre die ganze Konstruktion starr“, so Kirchenpfleger Konrad Bach, „hätten wir wesentlich größere Schäden. Von großen Rissen bis hin zu großflächigen Abplatzungen der Deckengemälde“. In mehreren Gotteshäusern in der Umgebung – unter anderem in Seeg und Vorderburg – war dies geschehen. 

Genaue Vermessung

Auh die Kupferabdeckungen an den Gesimsen im Bereich des Haupteingangs und der Ost-Seite wird komplett erneuert. „Der Spengler hat die digital genauestens vermessen. Die neue Abdeckung wird maschinell im Werk hergestellt und fix und fertig mit Tropfkante geliefert und wird dann an einem Stück angebracht“, weiß Bach zu berichten. Dieses Vorgehen bedeutet eine erhebliche Kosteneinsparung. Die Schäden an den aus Gussbeton bestehenden Verzierungen am Eingangsportal werden ebenfalls beseitigt und die Figuren gereinigt. An der Ostseite zeigt sich im Giebelaufbau gleichfalls ein großer Riss. 

Die Arbeiter haben mit der Verpressung der Risse rund um das Nesselwanger Wahrzeichen bereits begonnen. Die neue Dacheindeckung mit den Biberschwanzplatten, die nach dem Austausch der schadhaften Holzkonstruktion aufgebracht wird, zieht sich dann bis an die Dachkante. „Der neue Schneefang wird mit den Platten verbaut, so dass der dann sicher ist und hält“, erklärt Bach. 

Bei den Kirchenfenstern sind ebenfalls einige der bleigefassten Butzenscheiben gerissen. Diese werden von einem Glasermeister ausgetauscht. „Eigentlich macht man das von innen. Aber der Glaser will‘s von außen probieren“, erläutert Kirchenpfleger Bach weiter. Die Abdichtung der Fenster soll im gleichen Zug ebenfalls erneuert werden. 

Im Kircheninneren steht derzeit im Bereich des Altars ebenfalls ein Gerüst. Hier, wo der Riss durch den ganzen bis zehn Zentimeter starken Deckenaufbau geht, soll durch eine Dehnungsfuge weitere Schäden verhindert werden. In dem Bereich schließt der Vorgängerbau an den Neubau von Anfang des 20. Jahrhunderts an. Der heutige Altarraum hat noch die Originalbreite des Vorgängerbaus, der am 20. Mai 1685 geweiht wurde. Die Sanierungsarbeiten dürften sich laut Kirchenpfleger Bach bis etwa Mitte Oktober hinziehen. 

Kosten steigen

Mit einer Hebebühne werden weitere schadhafte Stellen im Bereich des Kirchenraums behoben. Gleichermaßen werden dann auf der Oberseite der Simse Reinigungsarbeiten vorgenommen und der Staub und der Kerzenruß der letzten Jahre entfernt. Bis zur Fertigstellung der Sanierungsarbeiten finden die Gottesdienste in der Nesselwanger Alpspitzhalle statt, da diese den notwendigen Platz im Hinblick auf die erforderlichen Hygienemaßnahmen und Abstandsregelungen wegen der Corona-Pandemie bietet. 

Die Gesamtkosten waren in einem ersten Ansatz mit der Turmsanierung auf knapp 930.000 Euro veranschlagt worden. Mittlerweile sind diese auf etwas mehr als eine Million Euro gestiegen. Ein Teil der Kosten ist durch Zuschüsse des Freistaats Bayern, der Landesstiftung und des Landesamts für Denkmalpflege, dem Bistum Augsburg, des Landkreises Ostallgäu und dem Markt Nesselwang gedeckt.

Der Großteil verbleibt aber bei der Kirchenstiftung Sankt Andreas. „Es wäre schön, wenn die Spenden so großzügig wären wie beim Neubau 1904 / 1906“, sagt Konrad Bach. Der Neubau war damals fast ausschließlich aus Spenden der Bevölkerung finanziert worden. Im Pfarrbüro erhalten Spendenwillige hierzu weitere Auskünfte.

Herbert Hoellisch

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