Bewegung als Medizin des 21. Jahrhunderts

Den Mitgliedern der neuen Füssener Herzsportgruppe, die sich immer am Dienstagvormittag trifft, erklärt Klaus Dietrich von der Björn Steiger Stiftung den bei Notfällen oft Leben rettenden Defibrillator. Foto: Friedrich

Füssen – Für die „Herzsportgruppen“ in der Halle der Turn- und Sportgemeinde (TSG) im Weidach haben sich bereits 45 Senioren angemeldet. „Das Interesse an den beiden Gruppen ist erfreulich groß. Daher führen wir jetzt Wartelisten, die ein Nachrücken möglich machen“, so Leiterin Stephanie Keck.

Gemeinsam mit Ärzten leitet die Diplom-Sportwissenschaftlerin die wöchentliche Stunde mit gymnastischen Übungen und Training mit dem Ball für ältere Leute. Immer Dienstagvormittag ab 9 Uhr und jeden Freitag ab 18.30 Uhr können sich die nach einer oft langen Krankheitszeit wieder aktiven Senioren in der TSG-Turnhalle treffen.

 „Es sind gemischte Gruppen, in denen auch Geselligkeit groß geschrieben wird“, so Keck.  „Wenn es die Witterung zulässt, gehen wir nach draußen.“ In zwei Jahren lernen Senioren unter der Anleitung von Keck beispielsweise leichte, aber enorm wirksame Übungen zum Muskelaufbau kennen. „Die Teilnehmer können ihre Ausdauer verbessern und haben auch viel Spaß bei den gemeinsamen Spielen“, erklärte der Herzspezialist Dr. Martin Hinterseer. Der Chefarzt an der Klinik Füssen erläutert, dass „seriöse Studien über die Praxis von Herzsportgruppen in Deutschland positive Ergebnisse veröffentlichen.“ Bewegung, so Hinterseer, sei „die Medizin des 21. Jahrhunderts“. Nach Erkrankung und einer erfolgreichen Behandlung des Herz-Kreislaufsystems wäre zurück aufs Sofa in jedem Fall der falsche Weg, betonen Ärzte und Trainer. Keck sagt: „Wir haben unser Programm ganz auf die Zielgruppe ausgerichtet. Es wird hier keiner über- oder unterfordert.“

Sport mit ärztlicher Begleitung

Eine Ärztin oder ein Arzt sind begleitend in allen Übungsstunden dabei: Dr. Elke Fritsch und Dr. Stefan Peters aus Füssen. Nicht zuletzt verspricht das Leitungsteam laut Keck „mehr Lebensqualität und gute Laune bei Sport und Spiel.“ Die Teilnahme ist in zwei unterschiedlich starken Leistungsgruppen möglich und setzt immer voraus, dass im Vorfeld ein Gespräch mit den behandelnden Ärzten geführt wird. 

Sponsoren unterstützen die neue Gruppe. Die Füssener Apothekerin Heike Immler hat vor kurzem Blutdruckmessgeräte gespendet. Die Kosten in Höhe von 1500 Euro für einen Defibrillator übernahm Diplom-Ingenieur Kurt Güttinger aus Kempten. Klaus Dietrich, der Abteilungsleiter für Medizinprodukte der Björn Steiger Stiftung Stuttgart, stellte Teilnehmern der Füssener Herzsportgruppe einen „Defi“ vor, „den jeder als Ersthelfer bedienen“ könne. cf

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