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Zuwachs für die »Keller-Sammlung«

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Erst zur gemeinsamen Begutachtung ausgelegt und jetzt noch bis Ende März im städtischen Museum präsentiert: Dass drei Zeichnungen aus der über drei Generationen wirkenden Künstlerfamilie Keller die Sammlung im Depot ergänzen, freut Michaela Waldmann (rechts), Bürgermeisterin von Pfronten und ihren Füssener Kollegen Paul Iacob (links). Zu danken ist dies den Keller-Nachfahren Birgit Freudig (2. v.l.) und Eugen Keller. © Chris Friedrich

Füssen/Pfronten – Eine feine Federzeichnung des Kunstmalers Alois Keller (1788-1866) mit dem Titel „Christus am Kreuz“ ist der Entwurf zum ehemaligen Hauptaltarbild in der Kirche in Epfach, das heute die Aussegnungshalle in Pfronten schmückt.

Darauf verwies Eugen Keller, ein Nachfahre des Künstlers, im Büro des Füssener Bürgermeisters Paul Iacob (SPD) bei der Übergabe des auf 1823 datierten Blattes an das städtische Museum. Zwei weitere Blätter ergänzen künftig die dortige „Keller-Sammlung“. 

In einer Vitrine vor dem Refektorium werden die Neuerwerbungen, so Museumsdirektor Dr. Anton Englert auf Nachfrage, „noch an den Wochenenden bis Ende März ausgestellt. Unser Museum hat in den nächsten Wochen jeweils freitags bis sonntags von 13 bis 16 Uhr geöffnet“, so Englert weiter. 

Von Alois Keller ist in der Vitrine auch die lavrierte Federzeichnung „Anbetung der Hirten“ zu sehen. Von Joseph Keller, dem Vater (1740-1823), stammt das ausgestellte Zeichenblatt mit dem Titel „Der hl. Mauritius in der Glorie“. Bei der Übergabe der Skizzen zeigten sich Pfrontens Erste Bürgermeisterin Michaela Waldmann zusammen mit ihrem Füssener Kollegen hocherfreut.

Beide betonten, dass nun die gemeinsame Sammlung der Stadt Füssen und der Gemeinde Pfronten mit Arbeiten der Pfrontener Künstlerfamilie um drei Blätter reicher sei. Ihr Dank dafür galt den Nachfahren. Iacob wies darauf hin, dass dadurch Material für kunsthistorische Forschung zur Verfügung stehe. 

Die drei Blätter, die nach der von Englert spontan organisierten Präsentation im Refektorium „gut verwahrt werden“, könnten einmal als zusätzliche wertvolle Exponate für Ausstellungen dienen. Bürgermeisterin Waldmann unterstrich: Mit dem Namen Keller sei „hochwertige Kunst im sakralen Raum“ verbunden. In Füssen, so Waldmann weiter, „sind die Skizzen, die einen unschätzbaren Wert haben, in fachlich besten Händen“. 

Gemeinsame Suche

Seit 1995 sorgen die Stadt Füssen und die Gemeinde Pfronten dafür, dass Werke aus der renommierten Künstlerfamilie Keller zusammengetragen werden. Bei der Übergabe im Beisein von Keller-Nachfahren wie Birgit Freudig wurde daran erinnert, dass im Jahr 1998 mit der Ausstellung „Herbst des Barock“ und dem damals aufgelegten begleitenden Katalog das Wirken der heimischen Künstlerfamilie insbesondere auch überregional gewürdigt wurde. 

Wachsende Sammlung

Den Anstoß, die verstreuten Werke aufzustöbern, habe Thomas Riedmiller gegeben, der damalige Kulturamtsleiter, wie bei der Übergabe ebenfalls zu erfahren war. 2006 wuchs die Sammlung im Depot durch 253 Zeichnungen weiter an. „Das Pfrontener Tal“, so Bürgermeisterin Waldmann, habe „viele bedeutende Künstler hervorgebracht, die gerade Bedeutendes bei der Gestaltung von Kirchen und sakralen Räumen geleistet haben.“ 

Es sei wichtig, dass Skizzen und Zeichnungen „dieses wertvollen Schaffens nicht verloren gehen.“ Nachfahre Eugen Keller gab den Hinweis, dass oft erst unter der Lupe zu erkennen sei, wie fein zeichnerisch gearbeitet wurde. Die drei Blätter dienten letztlich auch dazu, den Stilwandel zu verfolgen. „Denn es haben drei Generationen der Malerfamilie Keller in dieser Kontinuität gearbeitet.“

cf

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