Der Hospizverein Südliches Ostallgäu wird zehn Jahre alt

Die Würde des Menschen erhalten

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Das Einsatzgebiet ist das südliche Ostallgäu, wie die Vorsitzenden Brigitte Engelhard Lechner und Katrin Heller-Breer (von links) im Interview erläutern.

Füssen – Seit 2007 begleiten, unterstützen und beraten Hospizhelferinnen und -helfer im Dienst des Hospizvereins Südliches Ostallgäu Menschen in ihrer letzten Lebensphase.

Der ehrenamtliche Einsatz im Füssener Land entlastet auch die Angehörigen. Im Büro an der Lechhalde betonten die Vorsitzenden Brigitte Engelhard-Lechner und Katrin Heller-Breer anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Vereins den „hohen Stellenwert der Verankerung unseres Vereins im Füssener Land“. 

Vorsitzende Brigitte Engelhard- Lechner war zuvor Mitglied des Hospizvereins in Kaufbeuren. Dort wurde ihr bewusst, dass es Sinn machen würde, eigenständig mit den anderen aus dem Raum Füssen kommenden Aktiven ehrenamtlich tätig zu werden. Mittlerweile ist sie seit zehn Jahren die Vorsitzende des Vereins. 

Die Nachfrage aus betroffenen Familien steige, ergänzt ihre heutige Stellvertreterin. „Daher bilden wir in unserem Jubiläumsjahr weitere 15 Hospizhelferinnen aus“, berichtet sie. In der Gruppe der 33 Aktiven waren seit der Gründung auch einige Männer. In den zehn Jahren wurde die Mitgliederzahl größer: 251 Vereinsmitglieder sind es mittlerweile.

Aus guten Gründen geht der Verein im Jubiläumsjahr nicht mit Pauken und Trompeten an die Öffentlichkeit. An schweren Erkrankungen leiden und der Prozess des Sterbens sind Tabuthemen, wissen beide Vorsitzende. „Für unsere künftige Arbeit ist es natürlich wichtig, dass man davon erfährt. Dafür sind die persönlichen Gespräche wichtig, keinen Sinn macht ein Info-Tisch in der Stadt“, so Katrin Heller-Breer. 

Die Vereinsmitglieder feiern den 18. September – den offiziellen Gründungstag – zuerst intern. „Am Freitag, 22. September, laden wir zum öffentlichen Festakt ein.“ Im Kaisersaal des ehemaligen Benediktinerklosters St. Mang spricht die Theologin Dr. Barbara Städler-Mach von der evangelischen Fachhochschule Nürnberg zum Thema „Die Würde des Menschen“. 

Genau dafür setzt sich die Hospizarbeit des Vereins bei betroffenen Menschen zuhause oder auch in Kliniken und Seniorenheimen ein. Das Veranstaltungsangebot im Jubiläumsjahr wurde mit dem – so die Vorsitzenden erfreut – „gut besuchten Abend“ im Alpenfilmtheater Füssen eröffnet. Der deutsche Spielfilm mit dem Titel „Halt auf freier Strecke“ schildert das Schicksal eines Familienvaters, den ein Hirntumor aus dem Leben reißt. „Wir haben es für sinnvoll gehalten, nicht direkt nach dieser Vorführung darüber zu diskutieren“, so Engelhard-Lechner. 

Bestimmt habe der Film im Zuschauerkreis Gespräche darüber ausgelöst, wie Begleiten und Unterstützen eines Menschen auf seinem schwierigen letzten Weg aussehen könnte. Zur Tagung für Fachkräfte unter dem Titel „Begleitende und Pflegende im Mittelpunkt“ wird am Samstag, 13. Mai, in den Sparkassensaal am Kaiser-Maximilian-Platz eingeladen.

Dabei soll es laut Heller-Breer um Gewissenskonflikte, Schuldgefühle und seelische Wunden gehen. Der Verein mit den beiden hauptamtlichen Koordinatorinnen Jutta Schäfer und Nicole Mörz sowie die ehrenamtliche Mitarbeiterin Christel Maurer im Sekretariat werde „gut getragen von der finanziellen und ideellen Unterstützung durch Mitglieder, Förderer und Sponsoren“, freut sich die Vorsitzende. „Wir können dadurch Teil eines sozialen Netzwerks im heimischen Bereich sein.“ 

Zu den vielfältigen Aufgaben der Vorsitzenden gehöre inzwischen auch die Trauerbegleitung. Der Verein Hospiz Südliches Ostallgäu ist außerdem Mitglied des Caritasverbandes für die Diözese Augsburg und außerdem Mitglied beim Diakonischen Werk der Evangelischen-Lutherischen Kirche in Bayern. „Zum Wohle unserer Schwerstkranken und deren Angehörigen arbeiten wir mit Ärzten, Pflegeeinrichtungen, Seelsorgern, und anderen Einrichtungen zusammen. Unser Ziel ist eine noch engere Vernetzung und eine größere Bekanntheit über Füssen hinaus“, kündigte die 2. Vorsitzende Katrin Heller-Breer gegenüber dem Kreisbote an. 

cf

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.hospiz-fuessen.de oder unter der Telefonnummer 08362/93 288 388.

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