Gunglhos ist, wenn das Brauhaus tobt

Im Schwangauer Schlossbrauhaus kriegt beim Gunglhos so ziemlich jeder sein Fett weg

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Für mächtig Stimmung sorgt der Faschingsverein Schwangau am Samstagabend beim Gunglhos im Schlossbrauhaus.
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Für mächtig Stimmung sorgt der Faschingsverein Schwangau am Samstagabend beim Gunglhos im Schlossbrauhaus.
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Für mächtig Stimmung sorgt der Faschingsverein Schwangau am Samstagabend beim Gunglhos im Schlossbrauhaus.
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Für mächtig Stimmung sorgt der Faschingsverein Schwangau am Samstagabend beim Gunglhos im Schlossbrauhaus.
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Für mächtig Stimmung sorgt der Faschingsverein Schwangau am Samstagabend beim Gunglhos im Schlossbrauhaus.
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Für mächtig Stimmung sorgt der Faschingsverein Schwangau am Samstagabend beim Gunglhos im Schlossbrauhaus.
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Für mächtig Stimmung sorgt der Faschingsverein Schwangau am Samstagabend beim Gunglhos im Schlossbrauhaus.
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Für mächtig Stimmung sorgt der Faschingsverein Schwangau am Samstagabend beim Gunglhos im Schlossbrauhaus.

Schwangau – Wenn die Türen Trauer tragen, dann ist wieder Fasching im Dorf der Königsschlösser.

Oder ein Wirt hat das Haus saniert, inklusive schwarz gestrichenem Eingangsbereich mit Zählwerk und Schließmechanismus. Ohnehin wird auf mehr Qualität in der Gastronomie Wert gelegt, bei maximal fünf Halben ist Schluss. Und nicht nur da muss sich der Gast künftig selbst versorgen. 

Wem das jetzt alles ein wenig zu schnell ging, der sollte das Gunglhos besuchen, wo zur Premiere am Samstag wieder aufgekocht wurde, was alles so im vergangenen Jahr passiert ist im Dorf der Königschlösser. 

In dem regiert jetzt übrigens der Don Dom. Ein paar Salven mit dem Maschinengewehr und der Wikinger war Geschichte. Ganz so, wie man es vom Massaker am Valentinstag 1929 kennt, wurde die Gang des alten zum Opfer des neuen Faschingsprinzen. Man habe den Wikinger traditionell entsorgt, berichteten die Schergen Domenicos dem neuen Don und ihrer Lieblichkeit Isabella I. Damit begann am Samstagabend die heiße Phase der närrischen Zeit in Schwangau. 

Ein volles Schlossbrauhaus wurde anlässlich der ersten Gunglhos Zeuge der neuen Zeit in Schwangau, wo Domenico und Isabella die Narren ins Chicago der 1920- und 30-iger Jahre entführten mit Bubikopf und Wasserwelle, Charleston und Geigenkoffern, gefüllt mit Bleispritzen. Doch so blutrünstig wie jene Zeit sollte es diesmal nicht werden – dafür aber schrill, laut und lustig. 

Stand der Showtanz der anmutigen Prinzengarden-Girl unter dem Motto „Vorsicht heiß“, wohin der Prinz auch schon mal ohne seine Lieblichkeit geht, ging es bei den Burschen mehr um das bisschen Haushalt, das sich letztlich aber zu einem fast noch heißeren Thema entwickeln sollte. Wer kennt nicht diesen schönen Satz von Frank N Furter „I’m coming“. So ähnlich ging es auch auf der Bühne zu, „It’s just a jump to the left, and then a step to the right,“ und man vollzieht den Time Warp à la Rocky Horror Picture-Show. In welchem Kostüm die Burschen dabei auf der Bühne standen, bleibt der Fantasie überlassen. 

Beim Stichwort laut kommt die Kaiser Willhelm-Gedächtniskapelle ins Spiel. Die spielte dieses Jahr sogar den Charleston, wie Rudi Hahn verlauten ließ: „ Oder Blechkrawall?“. So is Schwoaga auf’m Gunglhos, möchte man da singen, und tatsächlich war es ja der erste Abend von Vieren, die aber bereits allesamt ausverkauft sind. 

Bierische Sorgen 

Ganz traditionell ist s‘ Gunglhos ja nur das Kaffeekränzchen der Damen, die Neuigkeiten austauschen und das Geschehen im Dorf erfahren. Wenn etwa die Polizei im SUV Fahrdienst spielt für den Zechbruder, der den Berg in Hogau bei Glatteis nicht mehr hoch kommt. 

Überhaupt, die Geschichten rund ums Bier: dem Falschen beim Viehscheid; zumindest aus Sicht der königlichen Hoheiten. Dem erst billigen und dann schließlich Freibier, damit es nicht ungenutzt in den Gulli rinnt. Oder der Obergrenze im „Milchhäusl“. Dort gibt es nämlich, anders als der Name vermuten ließe, auch den Gerstensaft. Künftig allerdings nicht mehr so viel davon, wolle der Wirt doch „Qualitätsgäste“ generieren. Und die sollen nicht mehr als fünf Halbe in vier Stunden trinken.

 Ohnehin, das erkannte der Pate von Schwangau, den die Gunglhosbesucher bei seinen täglichen Besprechungen belauschen durften, gebe es im Dorf mittlerweile ein Problem mit der Gastronomie. Weshalb ja schon angedacht worden sei, zu jeder Buchungsbestätigung einen Einkaufsgutschein und einen Gaskocher mitzuschicken – damit sich die Urlaubsgäste angesichts des immer weiter schwindenden gastronomischen Angebotes selbst verpflegen können. 

Fiasa hat nix zu lachen

Und jetzt bitte keine Unkenrufe aus Fiasa! Denn wie erkannte der dort im Rathaus sitzende Geier namens Paule im Zwiegespräch mit Risti: keine Tankstellen und nur noch zwei Pizzerien im Städtle. Anekdoten, die den beiden im Publikum sitzenden Rathauschefs aus Füssen und Schwangau nur ein müdes Lächeln abtrotzten. Viel zu erzählen hatten auch andere Schwangauer im Laufe des Abends. Da waren die Meerjungfrauen, die am Brunnen lagen und angesichts der elektrischen Sackkarren (Segways) über das Walrossing fabulierten. Oder die Jägerschaft des Ortes, die kaum noch Hirsche vor die Flinte bekomme, dafür aber Jogger, Walker oder E-Biker, deren Navi spinne und Selfie verliebte Touris. 

Über den Krötentunnel kursieren mittlerweile auch schöne Geschichten: Angeblich würden die possierlichen Tiere jetzt wieder mittels Eimer über die B17 getragen, nachdem die dunklen Gänge des Bauamtes nicht so einladend wären – eine Kröte, die man in Kempten wohl schlucken müsse. Wobei die Straßenbaubehörde nicht so viel Geld verbrannt habe, wie die Rathausgeier aus Fiasa mit ihrem Schwips oder Swaps? 

Vielleicht können sich die Maschkerer künftig immer an ihren Paten wenden, wenn es um ein neues Prinzenpaar geht. Denn statt vieler Flaschen roten Weines reichte dem ein Glas Ramazotti um zu bestimmen, dass Luigis Sohnemann Domenico der neue Prinz/Don werden solle. Die Prinzessin kidnappt man dann einfach in der Hopferau. Und hat dann genug Gesprächsstoff fürs nächste Jahr.gau

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