33 Interessierte kommen zum "Biber-Abend" des Pfrontener Forums

Breitet sich der Biber in Pfronten aus?

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Biberbeauftragter Hans Reitbauer (links) zeigt einen drei Meter hohen Biber-Damm.

Pfronten – Der Biber im Berger Moos hat seine Burg in diesem Jahr deutlich vergrößert. Außerdem seien an den Gehölzen auch unterschiedlich breite Bissspuren erkennbar, was laut Hans Reitbauer auf eine Partnerin hindeuten könnte.

Mit Bildern zeigte der Biberbeauftragte beim „Biber-Abend“ des „Pfrontener Forums“, dass nach dem unter Wasser liegenden Eingang zunächst eine Putzstube liegt, so dass der eigentliche Wohnraum von den Nagern sauber erreicht werden könne. Der kräftige und fleißige Nager sei bis 1860 eine beliebte Jagdbeute gewesen, berichtete Reitbauer den 33 interessierten Teilnehmern der Veranstaltung. 

Die Gründe seien sein mit 12.000 bis 23.000 Haaren pro Quadratzentimeter sehr dichtes Fell, sein Drüsensekrets („Bibergeil“) und sein Fleisch. Dieses sei vor allem auch in Klöstern beliebt gewesen, wo es kurzerhand zum Fisch deklariert wurde. So war der Biber in Bayern 100 Jahre lang ausgerottet, bis er in den 1960er Jahren wieder ausgesetzt wurde. Seitdem vermehren sich die Nager derart rasant, dass der Freistaat Bayern heute wieder als von Bibern besetzt gilt. 

Durch den Aufstau von Gewässern, das Abholzen von Bäumen und unterirdische Gänge verursache das streng geschützte Tier an manchen Stellen erhebliche Schäden und Risiken, erläuterte der Biberbeauftragte. In diesem Fall müsse unbedingt das Landratsamt informiert werden, mahnte Reitbauer, denn eigene Aktionen könnten empfindliche Strafen zur Folge haben. 

Hoher Sachschaden

2017 seien insgesamt 37 Biber durch vom Amt veranlassten Abfang entnommen worden. Weitere 20 seien durch den Straßenverkehr ums Leben gekommen, weil viele Zweijährige auf der Suche nach einem Bauplatz für eine eigene Burg die Straßen überqueren. 

Der durch Biber im Freistaat verursachte Schaden liege bei rund 670.000 Euro. Für Unmut unter den Teilnehmern sorgte die Information, dass lediglich 67 Prozent der Schadenssumme beglichen worden sei. Privatleute und Gemeinden erhielten keine Entschädigungen. Im Berger Moos sei der Schaden vergleichsweise gering, da die im Moor gelegenen Bäume sonst weitgehend durch den Landschaftspflegeverband entfernt worden und nur kleine landwirtschaftlich genutzte Flächen betroffen seien. 

Dafür sei aber ein sehr schönes Biotop mit einer Vielfalt von Pflanzen und Tieren entstanden. In der Filmreihe „Terra X, unsere Wälder“ sei der Pfrontener Biber zu sehen, was den Wunsch zur Folge hatte, die Filmreihe in der Gemeindebücherei zur Ausleihe aufzunehmen. Außerdem regten Teilnehmer der Veranstaltung für den „Tag der Regionen“ am 7. Oktober einen Info-Stand an, möglicherweise mit dem Bau von Insektenhotels.

kb

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