Schwäne im Altlandkreis Füssen schützen

Schwanenschützer werden aktiv

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Zum Schutz der Schwäne im Altlandkreis fand Hans Hack (rechts) schon mehr als diese beiden Naturfreunde. Wer beim Projekt mitmacht, trägt meist eine Mütze des Bund Naturschutz.

Füssen – Im Altlandkreis Füssen wurde das Projekt „Sterbender Schwan“ gestartet.  Naturfreunde möchten sich dabei aktiv an den Beobachtungen beteiligen und ihre Informationen zum Austausch in der Gruppe zur Verfügung stellen werden.

Die Emotionen kochten hoch, als zerstörte Nester und – mutmaßlich von Menschenhand – verletzte Schwäne 2015 an Füssener Seen entdeckt worden sind. Das Projekt „Mein lieber Schwan“ – initiiert von Hans Hack – hat jetzt das Ziel, „die Brut und die Nester an den Seen und dem Fluss Lech im Altlandkreis zu schützen“, wie jetzt bei einem Infoabend im „Haus der Gebirgsjäger“ bekannt wurde. Hacks Einladung waren knapp 30 Teilnehmer gefolgt: Mitglieder des Bunds Naturschutz in Bayern, Peter Griebel für den Landesbund für Vogelschutz (LBV) sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger. Wie die Stellungnahmen aus der Runde zeigten, liegt es ihnen am Herzen Engagement auf diesem Gebiet öffentlich zu machen.

Niemanden anprangern 

„Wir fangen bei Null an. Wir werden keinen mehr verdächtigen, niemanden beschuldigen, Personen nicht anprangern und nicht Polizei spielen“, betonte Versammlungsleiter Hack eingangs. Er ist stellvertretender Vorsitzender der Kreisgruppe Ostallgäu–Kaufbeuren des „Bund Naturschutz“ und aktives Mitglied der Ortsgruppe Halblech.

Sein Füssener Vereinskollege Michael Käs hielt, ähnlich wie Vogelschützer Griebel vom LBV, fest: „Es gibt immer mehrere Gründe dafür, dass Nester verlassen werden.“ Dieses Verhalten der Schwäne sei ein natürlicher Vorgang. Sie tragen hier auch Revierkämpfe aus oder ziehen einfach weiter. Wie Käs allerdings betonte, „liegt auch körperliche Gewalt gegen Tiere vor. Es gibt Eingriffe, die zerstörerisch sind.“ Dafür, so die einhellige Meinung in der Runde, sind einzelne Menschen verantwortlich.

Um dies künftig durch Abschreckung zu verhindern, erklärten sich die meisten Teilnehmer dazu bereit, einen bestimmten See zu beobachten und darüber Buch zu führen. Damit sie auch als Naturschützer erkannt werden, hatte Hack Mützen zur Versammlung mitgebracht. Diese Idee kam bei der Runde gut an.

Gleichzeitig wies Hack darauf hin, dass jeder, der am Projekt mitmache, sich dabei so zu verhalten habe, dass er das Nest, das Gelege, die brütenden Schwäne und die Jungtiere „nicht gefährdet oder behindert“, machte Hack deutlich. Es handle sich, unterstrich er mehrmals, um „kein offizielles Projekt der Kreisgruppe“. Jeder, der sich in die Liste eingetragen und damit zur Mitarbeit bereit erklärt habe, sei eigenverantwortlich im Einsatz.

Kontrovers diskutiert wurde die „reine Überlegung“, so Käs, Kameras zu installieren, um Vorgänge rund um ein Nest festhalten zu können. Hier wären zunächst rechtliche Fragen zu klären. In 14 Tagen will sich der harte Kern der Engagierten wieder treffen. Bis dahin, sollten schon Infos zum Austausch vorliegen und Leute gewonnen werden, „die beim Projekt aktiv mitmachen“, wünscht sich Hack.

Stadt will helfen 

Wie Versammelte sagten, wurden auch schon Kontakte zur Stadtverwaltung geknüpft. Bürgermeister Paul Iacob habe, wie es hieß, „Unterstützung zugesagt“. Hierbei gehe es zum Beispiel um „offizielle Schilder“, die aufgestellt werden sollten. Damit könne um Verständnis dafür geworben werden, sich entsprechend in der Natur zu bewegen. „Wenn es zum Beispiel einen Trampelpfad zu einem Nest gibt“, so Anja Mayr aus Hopfen, „wünscht man sich, dass dieser wieder zuwächst und nicht aus Neugier noch ausgeweitet wird.“ Tiere – da waren sich alle Teilnehmer am Projekt einig – ließen sich gut mit einem Fernglas beobachten.

Klaus Christmann, der sich als fortgebildeter Naturschutzwart oft draußen aufhält, wünschte sich, dass die Behörden „schrittweise Zerstörungen im kleinen Rahmen nicht tolerieren, sondern Frevel an der Natur auch ahnden sollten.“

Chris Friedrich

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