Eltern in der Corona-Zeit entlasten

Kindergartengebühren sollen erst im September 2022 erhöht werden

Die Kindertagesstätte Spielraum in Nesselwang
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Für die neue Kindertagesstätte „Spielraum“ am Badeseeweg, welche die Johanniter betreiben, lagen bis zur jüngsten Sitzung des Gemeinderats noch keine Zahlen für das Jahr 2020 vor. Diese sollen aber in einer der kommenden Sitzungen nachgereicht werden.
  • VonHerbert Hoellisch
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Nesselwang – Wegen der Corona-Pandemie wird die Gemeinde Nesselwang die Gebühren für die Kindergärten im kommenden Kindergartenjahr nicht erhöhen.

„Wir wollen in der Corona-Zeit nicht auch noch an der Gebührenschraube drehen“, sagte Helmut Straubinger, Hauptamtsleiter der Gemeinde Nesselwang, als es in der jüngsten Gemeinderatssitzung um die Kindergärten in Nesselwang ging. Daneben segneten die Räte einstimmig die Beschlüsse zur Jahresrechnung und zur Bedarfsplanung ab. 

Zuvor hatte Straubinger die Jahresrechnung für die drei Kinderbetreuungseinrichtungen im Markt vorgestellt. „Wir betreiben sie nicht selber, sondern finanzieren sie nur“, so Straubinger. Der Kindergarten Sankt Andreas erhält von der Ostallgäuer Marktgemeinde einen Personalkostenzuschuss in Höhe von 699.145 Euro (Vorjahr: 726.820 Euro). Vom Landkreis bekommt die Kommune für die integrative Gruppe knapp 52.700 Euro. Die restlichen Einnahmen setzen sich aus dem Spiel- und Verpflegungsgeld, den Elternbeiträgen und Spenden zusammen. Die Gesamteinnahmen liegen bei 799.932 Euro (Vorjahr: 841.196 Euro).

Bei den Ausgaben bilden die Personalkosten den größten Part. Hier liegt der von der Katholischen Kirchenstiftung Sankt Andreas betriebene Kindergarten bei 749.908 Euro. (770.658 Euro). Die Gesamtausgaben für die Einrichtung im Buchenweg belaufen sich auf 867.836 Euro (848.510 Euro).

Unterschiedliche Buchungszeiten sorgen für hohe Schwankungen

Das Defizit von 67.904 Euro (7314 Euro) teilen sich der Markt Nesselwang mit einem Anteil von 80 Prozent (54.324 Euro/ Vorjahr: 5851 Euro) und die Kirchenstiftung mit einem Anteil von 20 Prozent (13.580 Euro / Vorjahr 1463 Euro). „Das liegt im normalen Schwankungsbereich und liegt größtenteils an den teilweise doch sehr unterschiedlichen Buchungszeiten der Eltern“, beantwortete der Hauptamtsleiter die Frage aus dem Gremium, woher die Differenz und die teilweise hohen Schwankungen bei den Kosten und damit beim Defizit kommen.

Die Kinderkrippe in der alten Schule des Marktes kommt im Jahr 2020 auf Einnahmen in Höhe von 172.086 Euro (166.435 Euro). Die Ausgaben betragen hier 199.420 Euro (195.775 Euro). Der Fehlbetrag beläuft sich auf 27.334 Euro (29.341 Euro). Hier muss der Markt Nesselwang wegen eines anderslautenden Betriebsvertrages das Defizit in Höhe von 90 Prozent (24.661 Euro / Vorjahr: 26.407 Euro) übernehmen. Die restlichen zehn Prozent (2733 Euro / Vorjahr: 2.934 Euro) stemmt erneut die Katholische Kirchenstiftung.

„Bei der Kinderkrippe hatten wir im letzten Jahr aus bekannten Gründen zwei Monate auf die Elternbeiträge verzichtet. Diese wurden uns vom Staat ausgeglichen“, so der Hauptamtsleiter. Für das im September 2019 in Betrieb genommene Kinderhaus „Spielraum“, welches die Johannitern betreiben, lagen dem Gremium keine Zahlen für das Jahr 2020 vor. Diese sollen noch nachgereicht werden. „Laut Aussage von den Verantwortlichen gibt es hier aber kein Defizit“, erklärte Straubinger.

Ausreichendes Angebot

Die Bedarfsplanung zeige, dass die Kommune ein ausreichendes Angebot an Kinderbetreuungsplätzen bietet. Von den 140 Plätzen in den beiden Kindergärten Sankt Andreas (115 Plätze) und „Spielraum“ (25 Plätze) sind derzeit 125 belegt. „Hier kommen noch jeweils fünf Kinder mit Einschränkungen und fünf Kinder unter drei Jahren dazu“, so Straubinger. In der Kinderkrippe Sankt Andreas sind 12 von 16 Plätzen belegt und bei der Kinderkrippe im Badeseeweg 12 von 15 Plätzen. „Es verbleiben somit rechnerisch fünf freie Kindergartenplätze und sieben freie Krippenplätze.“

Auch bei der Bedarfsplanung bis ins Jahr 2025 ergebe sich kein Mehrbedarf an Betreuungsplätzen. „Aufgrund der aktuellen Geburtenzahlen, der mittlerweile vollen Belegung des Wohnbaugebiets ,Im Gern‘ und keiner absehbaren Ausweisung von weiteren Wohnbaugebieten sowie der eingeschränkten derzeitigen gewerblichen Entwicklung – wir haben einfach keinen Platz mehr – ergibt sich auch in den nächsten Jahren kein weiterer Bedarf an Betreuungsplätzen“.

Gebühren sollen sich erst im September 2022 moderat erhöhen

Wegen der Corona-Zeit verzichtet die Gemeinde auf eine Gebührenerhöhung im kommenden Kindergartenjahr. Der Markt liege laut Straubinger mit seinem Elternanteil in einem guten Mittelfeld im Vergleich zu anderen Kommunen. Seit 2019 seien die Gebühren im Ort stabil, erst zum September 2022 sei eine moderate Erhöhung geplant.

„Nesselwang bietet hier ein hervorragendes Angebot für die Kinderbetreuung. Die Eltern wissen es auch zu schätzen, welche Arbeit in den Einrichtungen geleistet wird“, sagte Bürgermeister Pirmin Joas (CSU). Durch steigende Personalkosten und immer höheren rechtlichen Auflagen seien auch die Kosten für die Kommunen in den vergangenen Jahren gestiegen, fügte der Nesselwanger Rathauschef hinzu. Beim Betreuungsschlüssel liege der Markt zum Teil deutlich über den gesetzlichen Anforderungen. „Aber unsere Kinder sind es uns wert“, so Joas zum Abschluss.

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