Lebensretter im Taschenformat

Thomas Hegenberger baut Katastrophenschutzzentrum der Stadt Kempten im Modell nach

Ein Modell des Rettungs- und Katastrophenschutzzentrums der Stadt Kempten  im Maßstab von 1:87 .
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Das Rettungs- und Katastrophenschutzzentrum der Stadt Kempten hat Hobby-Modellbauer Thomas Hegenberger im Maßstab von 1:87 nachgebaut. Sobald des die Corona-Pandemie erlaubt, möchte er es bei Ausstellungen präsentieren.

Nesselwang – Ein Rettungs- und Katastrophenschutzzentrum im Maßstab von 1:87 hat Thomas Hegenberger aus Nesselwang gebaut. Der Modellbauer nahm sich dabei die Feuerwache und das Katastrophenschutzzentrum der Stadt Kempten zum Vorbild und stattete es mit mehr als 60 Rettungs- und Katastrophenschutzfahrzeugen sowie selbst gebauten Rettungshubschraubern aus. 

Die Corona-Krise machte auch Hegenberger einen Strich durch die Rechnung. Normalerweise präsentiert der Hobby-Modellbauer seine Werke bei Ausstellungen. Doch das ist aufgrund der Beschränkungen im Zuge der Covid-19-Pandemie derzeit nicht möglich.

Modellbauer Thomas Hegenberger mit einem selbst zusammengebauten und lackierten Rettungshubschrauber

„Seit 25 Jahren baue ich Hubschrauber und sammle Rettungsfahrzeuge“, informiert Hegenberger. Die Helikopter setzt er aus Bausätzen zusammen, die Lackierung entwirft er selbst. Dabei nimmt er sich Bilder aus Büchern und dem Internet zum Vorbild.

Bis ein Hubschrauber fertig ist dauert es ca. drei bis vier Monate. „Das ist sehr langwierig. Ich muss lange warten bis die Farbe trocken ist“, erklärt Hegenberger, der hauptsächlich nachts an seinen Modellen arbeiten. „Untertags habe ich keine Zeit.“ Die Fahrzeuge gibt es dagegen oft schon fertig zu kaufen. „Ich lackiere aber sehr viel selber um.“

Ein ganz besonderes Projekt stellte der Nesselwanger kürzlich fertig: Er baute die Feuerwache und das Katastrophenschutzzentrum der Stadt Kempten im Maßstab von 1:87 nach. Nachdem er lange Ideen gesammelt, Entwürfe eingeholt und den Bau geplant hatte, steht nun ein großes Modellrettungszentrum für Menschen in Not bei ihm daheim. Mittlerweile warten mehr als 60 Rettungs- und Katastrophenschutzfahrzeuge der verschiedenen Blaulichtorganisationen hier auf den nächsten Einsatz.

Kommt es zu einem großen Unglück, löst die Feuer- und Rettungsleitstelle Allgäu einen Großalarm aus. Dann werden alle Einsatzfahrzeuge und Rettungskräfte zum Unfallort dirigiert. Auf dem Areal der Modellrettungswache steht unter anderem der neueste Intensivrettungsbus, der im Original bei der Rettungswache beim Roten Kreuz in Ulm parkt. Dieser kann bis zu vier Schwerverletzte transportieren, die das medizinische Personal während der Fahrt ins nächste Krankenhaus versorgen kann.

Grenzübergreifend im Einsatz

Auch der Notarzthubschrauber RK2 der ARA Flugrettung und eine Maschine der Polizei in Stuttgart stehen im Maßstab 1:32 auf der Fläche der Modellrettungswache bereit. Der Intensivrettungshelikopter mit der Typenbezeichnung H 145 der ARA Flugrettung, einer Tochtergesellschaft der Deutschen Rettungsflugwacht mit Sitz in Stuttgart, ist seit April 2018 in Reutte, direkt am Bezirkskrankenhaus, stationiert.

Auch den Rettungshubschrauber H 145 der ARA Flugrettung hat Thomas Hegenberger nachgebaut.

Der Helikopter verfügt nicht nur über die neueste medizinische Ausstattung, sondern auch über eine Außenseilwinde, mit der er Verletzte im schwer zugänglichen Gelände bergen kann. Außerdem kann er im Dunklen fliegen. Kommt es zum Notfall, alarmiert ihn auch die Rettungsleitstelle Allgäu.

14 Jahre im Rettungsdienst

Hegenberger reicht das allerdings noch nicht. Es werden noch weitere Hubschrauber im Modell folgen, unter anderem von Polizei, Bundeswehr und der DRF Luftrettung, kündigt er an. „Ich baue gerade den neuen Rettungshubschrauber LUH H 145 SAR der Bundeswehr.“

Auch die neuesten Einsatzfahrzeuge aller namhaften Rettungsorganisationen aus Bayern und dem gesamten Allgäu sollen hinzukommen. Aktuell habe er 150 Fahrzeuge bei Modellbaufirmen bestellt, die aber aufgrund der derzeitigen Krise auf sich warten lassen.

Hegenbergers Faszination für die Blaulichtorganisationen kommt nicht von ungefähr. 14 Jahre lang war der gelernte Maschinenschlosser ehrenamtlicher Rettungsdienstfahrer in Pfronten und Füssen. Dabei hatte er häufig Kontakt zu Notärzten und den Crews der Rettungshubschrauber. „Rettungsfahrzeuge haben mich schon immer interessiert“, so der 52-Jährige. Und auch die Medizin habe ihn nie mehr losgelassen. Mittlerweile ist er seit fast neun Jahren Masseur und Schmerztherapeut.

Sobald es die Corona-Pandemie wieder zulässt, möchte er seine neue Rettungswache und Modellfahrzeuge auch wieder der Öffentlichkeit präsentieren. „Wenn es soweit ist, werde ich wieder auf Ausstellungen fahren“, kündigt Hegenberger an.

kk

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