Bau der neuen KiTa läuft nach Plan

Nesselwanger Gemeinderäte besuchen Baustelle im Badeseeweg – 1,8 Millionen Euro Kosten

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Nesselwangs Bauamtsleiter Christoph Uhl (4. v. l.) erläutert den Marktgemeinderäten die Räume und Technik der neuen KiTa in der Marktgemeinde.

Nesselwang – Helle, große Räume mit freundlichen Farben und kindgerechten Möbeln – das erwartet die Kinder in der neue Kindertagesstätte am Badeseeweg. Viel Tageslicht fällt durch die großen Fensterfronten und die Oberlichter am abgesetzten Dach.

Derzeit stehen noch etliche verschlossene und halb ausgepackte Kartons mit Möbelteilen und anderem Inventar in den einzelnen Räumen. An der Außenanlage und an der Technik im Inneren des Gebäudes wird noch tatkräftig gearbeitet, dass auch alles bis zum Einzug der Kinder rechtzeitig fertig wird.

Vorab konnten sich die Mitglieder des Nesselwanger Marktgemeinderats in der vergangenen Woche ein Bild von den neuen Räumlichkeiten machen. „Alle Arbeiten liegen voll im Zeitplan“, berichtete Bauamtsleiter Christoph Uhl, der durch die Räume führte. Im Technikraum des Gebäudes befindet sich eine Lüftungsanlage in der Größe eines Kleinwagens, die für eine permanente Umwälzung und Reinigung der Luft sorgt. 

Warme Füße

Für die Wärme sorgt eine Gasheizung, an die eine Fußbodenheizung angeschlossen ist. „So gibt es keine kalten Füsse und Hintern, wenn die Kinder nur mit Socken rumrennen oder auf dem Boden sitzen“, stellte einer der Markträte fest. Der Regionalverband Allgäu der Johanniter-Unfall-Hilfe hat die Trägerschaft übernommen. 

Stephanie Kreuzer, Leiterin der KiTa, übernimmt Anfang August mit ihrem Team die neuen Räume, die Platz für 25 Kindergarten- und 15 Krippenkinder bieten. „Insgesamt haben wir dann 140 Kindergarten- und 30 Krippenplätze“, so Hauptamtsleiter Helmut Straubinger. „Und was sehr erfreulich ist: wir haben keine Warteliste für das laufende Jahr. Wir mussten keine Eltern vertrösten oder gar abweisen. Das können nicht viele Kommunen von sich behaupten“.

Die Arbeiten an der neuen Nesselwanger KiTa liegen laut Gemeindeverwaltung derzeit voll im Zeitplan.

Die Gesamtkosten des neuen Gebäudes belaufen sich auf 1,8 Millionen Euro, die teilweise durch Zuschüsse des Freistaats Bayern abgedeckt sind.

Geringes Defizit

In der anschließenden öffentlichen Sitzung, die einmal mehr in der Alpspitzhalle stattfand, legte Kämmerer Martin Keller die Jahresrechnung des letzten Jahres für die Kindertagesstätten vor. So verzeichnete der Kindergarten Sankt Andreas im vergangenen Jahr ein Defizit von rund 7300 Euro, was deutlich weniger ist als in 2018 (46.800 Euro). Hiervon übernimmt der Markt Nesselwang nach einer Vereinbarung mit dem Dekanat Marktoberdorf, das die Trägerschaft des Kindergartens und der Kinderkrippe übernommen hatte, 80 Prozent (5800 Euro). Bei der Kinderkrippe betrug das Defizit im vergangenen Jahr 29.300 Euro. Die Gemeindekasse wird hier mit 26.400 Euro belastet, was gemäß der Vereinbarung 90 Prozent des Gesamtdefizits ausmacht. 2018 betrug der Fehlbetrag noch 23.700 Euro (90-Prozent-Anteil Markt Nesselwang: 21.300 Euro). „Der Verwaltungskostenanteil, den wir zu tragen haben, wird noch ansteigen“, erläuterte der Kämmerer. „Das Dekanat hat die Trägerschäft der Kindergärten, die sie betreuen, in die Sankt-Simpert-Stiftung beim Bistum Augsburg übertragen“.

Investition in die Zukunft

Das Auf und Ab bei den Personalkosten in den vergangenen Jahren stehe auch in Abhängigkeit von den Buchungszeiten für die Kinder, erklärte Keller auf eine Nachfrage aus dem Marktrat. „Die Ausgaben für die Kinder sind alternativlos“, sagte Bürgermeister Pirmin Joas (CSU) nach dem Bericht des Kämmerers. „Sie sind eine Investition in die Zukunft. Ein Ort ohne Kinder ist ein toter Ort. Ich hoffe im Namen von uns allen auf die Wertschätzung der Eltern, für das, was wir da investieren“.

Hauptamtsleiter Helmut Straubinger erläuterte die Kosten, die für jeden einzelnen Kindergarten- und -krippenplatz anfallen. So betrugen die Gesamtausgaben des Marktes Nesselwang für den Kindergarten im Jahr 2019 insgesamt 848.500 Euro. Umgerechnet auf die 115 Plätze, die zur Verfügung stehen, macht dies 615 Euro je Kind und Monat. Bei der Kinderkrippe lagen die Ausgaben bei 195.775 Euro bei 15 Plätzen in 2019 (1088 Euro/Kind/Monat). Die Jahresrechnung wurde vom Gremium ohne Gegenstimme gebilligt.

Herbert Hoellisch

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