Erster Schritt ist gemacht

Erweiterung des Nesselwanger Explorer-Hotel: Räte segnen Änderung des Flächennutzungsplans ab

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Das Hotel Explorer mit dem Gasthof Sonnenbichl auf der rechten Seite (halb verdeckt durch die Bäume).

Nesselwang – Die erste Schranke für die Erweiterung des Explorer-Hotels ist gefallen. Der Marktgemeinderat befürwortete in seiner jüngsten Sitzung mit einer Gegenstimme die Änderung des Flächennutzungsplans dafür. Dabei betonte Bauamtsleiter Christoph Uhl, dass der Marktrat jederzeit das Verfahren noch beenden könne.

Die Stühle wurden in der jüngsten Sitzung des Nesselwanger Marktgemeindrats knapp, weil sich viele Zuhörer eingefunden hatten. Der Grund dafür war die geplante Erweiterung des Explorer-Hotels um 15 Ferienwohnungen, die mittlerweile bei vielen Einheimischen auf wachsenden Widerstand stößt. 

Die Hotelgruppe plant derzeit zwei neue Häuser hinter dem derzeit leerstehenden Gasthof Sonnenbichl zu bauen, in dem fünf neue Feriendomizile hineinkommen sollen, und damit das bestehende Explorer-Hotel um insgesamt 15 Ferienwohnungen zu erweitern. Dafür muss allerdings der Flächennutzungsplan geändert werden, wie das Landratsamt Ostallgäu erklärt hatte. Und das segnete der Marktgemeinderat jetzt mit einer Gegenstimme ab, so dass der Weg für die weiteren Planungen der Explorer-Gruppe frei ist. 

Die sehen mittlerweile allerdings etwas anders aus, wie in der Sitzung erklärt wurde. So wollen die Betreiber die Gastronomie in dem leerstehenden Gasthof wieder reaktivieren und dafür unter Umständen die Anzahl der Ferienwohnungen reduzieren. Der Großteil der Räte begrüßte das. „Eine Brache will keiner“, sagte Bürgermeister Franz Erhart (CSU) zu den Plänen. Daneben waren aber auch kritische Stimmen zu hören. Ratsmitglied Andrea Allgaier (Freie Wähler) hielt die geplanten Gebäude für völlig überdimensioniert. „Wir müssen mit dem sensiblen Gebiet an der Maria-Trost-Allee sehr vorsichtig umgehen“, mahnte sie. „Wenn wir dem jetzt zustimmen, geben wir von unserer Seite ja schon den Startschuss, dass er da bauen kann“, meinte Fraktionskollege Christian Lotter (FW), der schon in der vergangenen Sitzung die Pläne kritisiert hatte. 

Peter Schlichtling (CSU) sprach sich zudem für deutliche Signale an den Bauwerber aus, dass der Marktgemeinderat sehr kritisch betrachte, was da entstehen soll. Bauamtsleiter Christoph Uhl erklärte jedoch, das es seitens des Marktrates jederzeit möglich sei, das Verfahren zu beenden, „wenn uns was nicht gefällt. Zu jedem Zeitpunkt des laufenden Verfahrens“. 

Enttäuscht über Entscheidung

Nach der Änderung des Flächennutzungsplans wollte Alexander Schmid vom Bürgermeister wissen, ob der Markt Nesselwang wegen der Einbeziehung der Maria-Trost-Allee in den Flächennutzungsplan dort auch als Bauherr auftritt.

 Erhart verneinte dies deutlich. „Sie können sich sicher sein und uns vertrauen. Die Allee bleibt ein öffentlicher Weg und wird nicht überbaut“. Michael Schade, Vorstand des Verkehrsvereins Nesselwang, zeigte deutlich seine Enttäuschung über die geplante Baumaßnahme in dem Bereich.

Annabell Schade brachte ihre Bedenken in Form eines Gedichts vor „Wieviel kann unser Berg noch ertragen?“. Sie appellierte an die Markträte angesichts der enormen Verkehrsbelastung dort sowohl im Sommer als auch im Winter ihre Entscheidung nochmals zu überdenken. Auch Martina Schade sprach sich gegen den geplanten Bau aus. „Unser Berg ist am Limit“. Sie merkte an, dass Einheimische an den Wochenenden schon gar nicht mehr auf ihren Hausberg gehen wegen der völlig überlaufenen Wege ab der Bergstation der Alpspitzbahn in Richtung der Gipfel von Alpspitz und Edelsberg.

hoe

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