Nesselwanger Kindergarten: Es herrscht Platzmangel und ein Defizit

"Es wird eng"

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Gut besucht ist der Kindergarten Sankt Andreas in Nesselwang. Hier sind laut Hauptamtsleiter Helmut Straubinger für das kommende Kindergartenjahr nur noch fünf Plätze frei. In der Kinderkrippe gibt es gar zehn Plätze zu wenig.

Nesselwang – Tief in die Tasche greifen muss die Gemeinde Nesselwang beim Kindergarten und der Kinderkrippe, wie im Gemeinderat deutlich wurde. In beiden Einrichtungen muss der Markt ein Defizit ausgleichen, erklärte Hauptamtsleiter Helmut Straubinger bei der Vorstellung der Jahresrechnung 2016.

Die Einnahmen für den Kindergarten lagen 2016 bei rund 553.100 Euro (2015: rund 590.400 Euro) inklusive der Elternbeiträge von rund 60.200 Euro (2015: rund 53.900 Euro). Die Ausgaben betrugen dagegen rund 572.000 Euro (2015: rund 567.300 Euro). Somit ist ein Defizit von rund 18.900 Euro entstanden. „Im letzten Jahr hatten wir noch einen Überschuss von 23.019,38 Euro“, so der Hauptamtsleiter. Im Haushalt wurden hierfür bereits 10.000 Euro angesetzt, ebenso wie für die Kinderkrippe. Das Defizit betrug hier rund 14.100 Euro. Eingenommen hatte der Markt hier rund 110.100 Euro (2015: rund 116.600 Euro), dem gegenüber standen Ausgaben in Höhe von rund 124.200 Euro (2015: rund 114.700 Euro). 

„Ein Kindergartenplatz kostet pro Kind 501 Euro im Monat, ein Krippenplatz 689 Euro“, erläuterte Straubinger eine aktuelle Berechnung. Die Gesamtkosten für den Markt Nesselwang betragen 243.940 Euro für beide Einrichtungen. „Für die Kinder zahlen wir das gern“, so Bürgermeister Franz Erhart. 

Neuer Träger

Im Kindergarten sind derzeit 92 der 110 Plätze und in der Kinderkrippe alle 15 Plätze belegt. Die Kirchenstiftung Sankt Andreas ist derzeit Träger der beiden Einrichtungen. Doch ab dem kommenden Kindergarten-Jahr soll die Trägerschaft das Dekanat Marktoberdorf übernehmen, da der Verwaltungsaufwand für die Kirchenstiftung zu hoch werde. „Für uns ändert sich wenig“, sagte Straubinger. Ebenso wie für die 13 Angestellten in den beiden Einrichtungen, deren Arbeitgeber dann nach der Umstellung das Dekanat ist. 

„Es wird nicht günstiger werden für uns“, so Bürgermeister Franz Erhart. Beim Kindergarten ist derzeit noch eine Aufteilung bei einem Überschuss bzw. bei einem Defizit von 80/20 vereinbart, wo der Markt Nesselwang den größeren Anteil hat. Bei der Kinderkrippe ist die Aufteilung bei 90/10. Auch hier trägt der Markt den Großteil. 

Das Dekanat hat bereits in mehreren Kommunen des Landkreises die Trägerschaft für die kommunalen Kindergärten und -krippen übernommen. „In anderen Kommunen läuft es schon gut“, so Erhart in der Sitzung. 

Platzbedarf ist da

Anschließend präsentierte Straubinger die weiteren Prognosen. Aus den Geburtsjahrgängen 2012 bis 2014 sind derzeit 109 Kinder in Nesselwang gemeldet. „Im Kindergarten haben wir von 110 Plätzen derzeit nur noch fünf frei“, sagte Straubinger mit Blick auf das Kindergartenjahr 2017/2018. In der Kinderkrippe sind 16 Plätze vorhanden, aber aus den Geburtsjahrgängen 2015 und 2016 sind in Nesselwang 27 Kinder gemeldet. „Der Platzbedarf ist da. Wir müssen zukünftig entsprechende Platzzahlen anbieten“, stellte Straubinger weiter fest. „Es wird eng. In der Kinderkrippe haben wir bis jetzt zehn Plätze zu wenig“, so Bürgermeister Franz Erhart. 

Zudem ist in diesen Zahlen und den Planungen der Zuwachs aufgrund des neuen Wohnbaugebiets im Nesselwanger Westen noch nicht berücksichtigt. „Es muss reagiert werden“, so das Fazit des Hauptamtsleiters.

Herbert Hoellisch

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