Nesselwanger Skigeschichte

„Überall habe ich offene Türen angetroffen, wenn ich um Hilfe auch in finanzieller Hinsicht nachgesucht habe“, freute sich Bürgerwerkstattsprecher Helmut Böck anlässlich einer Spendenübergabe im Torgebäude in Nesselwang. Dort ist in liebevoller Arbeit vieler engagierter Helfer ein kleines, aber sehr feines Museum über die Nesselwanger Skigeschichte entstanden.

Der Gedanke, so etwas mal zu machen, sei ihm schon vor sehr langer Zeit gekommen, so Böck in seiner Begrüßungsansprache, bis zur Verwirklichung habe es dann allerdings doch noch etwas gedauert. "Wir haben so viele Dinge bekommen, dass wir sie gar nicht alle zur gleichen Zeit zeigen können und im Schulhaus einlagern mussten", freute sich Böck. Wichtig sei die Feststellung, dass alles ehrenamtlich und mit Hilfe von Spenden erstellt worden sei. Ohne die wichtigen finanziellen Beiträge der Sparkasse und Raiffeisenbank sei die Sache allerdings nicht zu machen gewesen. „Man muss ganz laut und deutlich sagen“, betonte Bürgermeister Franz Erhart, „dass es ohne unseren Bürgerwerkstattsprecher Helmut Böck kein Skimuseum im neuen Nesselwanger Torbogengebäude geben würde. Er ist der Motor und hat die Sache zusammen mit Hauptamtsleiter Helmut Straubinger durchgezogen. Dazu muss man Böck und allen seinen ehrenamtlichen Helfern zwei- und dreimal Dank sagen. Ihr habt was ganz Tolles geschaffen, das wir mit Stolz Anfang Juni der Bevölkerung vorstellen können“. Ein vorbildliches Beispiel kollegialer Zusammenarbeit lieferten die beiden Vertreter der spendengebenden Banken. Helmuth Geppert von der Raiffeisenbank betonte, dass man für derartige Projekte die Konkurrenzsituation hintanstellen wolle und sich auf einen Spendenbeitrag in gleicher Höhe von je 1200 Euro geeinigt habe. Zusammen mit Martin Haf von der Sparkasse Allgäu überreichte er die symbolischen Scheckformulare. Bei einem Rundgang durch das Skimuseum mit der Abteilung Skigeschichte Leistungssport im ersten Stock sowie der Ausstellung allen Wissenswertens über den Skitourismus in Nesselwang konnte man sehr viel Interessantes entdecken. Da fand sich beispielsweise der erste Tourismusprospekt aus dem Jahre 1911, man konnte Ski, Bindungen, Ausrüstungsgegenstände und Kleidung betrachten. Dazu immer wieder große Infotafeln wie "Faszination Biathlon", Sprunglauf und Schanzenbau oder Langlauf, natürlich mit Dokumentation der Erfolge von Nesselwanger Sportlern. Die Erfolgsgeschichte des Skisports ab 1911, in der auch die Medaillensammlung von Michael Greis bei Weltmeisterschaften und Olympischenspielen ihren Platz hat. Immer wieder stößt man bei der Besichtigung auf interessante Informationen wie beispielsweise, dass im Jahre 1949 ein Anteilschein für den "Schwebelift Nesselwang" zweihundert Deutsche Mark gekostet hat. Wenn im Juni das Skimuseum im Torbogengebäude für die Öffentlichkeit freigegeben ist, wird es sich sicher zum Publikumsrenner entwickeln. dm

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