Nette Idee, falscher Ort

Er soll wohl ein netter Gag für Touristen sein, mitten in der Innenstadt wollen ihn die Mitglieder des Bauausschusses allerdings nicht haben: Einen Fotoautomaten, der gegen Münzgeld eine Postkarte mit Füssener Sehenswürdigkeiten und dem eigenen Portrait ausspuckt. Die Räte störten sich an der Optik des Geräts und wollen nicht, wie vom Antragsteller HAT Marketing geplant, in der Reichenstraße haben sondern höchstens am Bahnhof oder der Morisse.

Gedacht ist er für Touristen. Die sollen Geld in den Automaten schmeißen und werden dann fotografiert. Anschließend gibt das Gerät eine Postkarte mit dem Portrait umrahmt von Füssener Sehenswürdigkeiten aus – eine persönliche Postkarte. Ein erster Entwurf des Automaten, so Bürgermeister Paul Iacob (SPD) im Ausschuss, sei gelb wie eine Telefonzelle gewesen. Da habe er gleich nein gesagt. Der Entwurf, über den der Bauausschuss am Dienstagabend abstimmte, ist nun optisch aufgewertet – stieß aber auch in neuem Look auf wenig Gegenliebe. „Wir haben eine wunderschöne Innenstadt, warum sollten wir sie mit so etwas versauen“, urteilte Stadtrat Gabriel Guggemoos (Füssen-Land). Denn den Automaten will der Betreiber vor der Apotheke in der Reichenstraße platzieren. Anderer Standort Viele sahen zudem die Gefahr, dass künftig noch weitere Automaten aus dem Boden sprießen. „Das sollte man limitieren“, meinte auch der Rathauschef. Kein Problem mit dem Standort hatte Stadtrat Günter Knauss (Bürgerblock), der die Attraktion befürwortete. „Ich würde ihn an dieser Stelle nicht aufstellen“, erklärte die Zweite Bürgermeisterin Ursula Lax, „vielleicht aber an unserem wunderschönen Bahnhof“. Auch an der Morisse oder vor Füssen Tourismus und Marketing hielten die Räte den Automaten für denkbar und erteilten somit zwar dem Standort, nicht aber der Idee eine Absage. Ein anderer Standort ist aber problematisch,erklärte Severina Gebauer vom Kreativbüro Richtigbunt, Partnerin von HRT Marketing, dem KREISBOTE, denn das Gerät soll jeden Abend abgebaut werden und im Büro von HRT Marketing gegenüber der Apotheke „übernachten“. Ein weit entfernter Standort mache daher wenig Sinn, auch sollen die Leute vorbei flanieren daher sei der prominente Standort Reichenstraße wichtig.

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