Neuauflage der "Roten Lechschiene"

Die ursprünglich in den neunziger Jahren vom damaligen Füssener Bürgermeister Dr. Paul Wengert initiierte “Rote Lechschiene“, ein Treffen sozialdemokratischer Bürgermeister, Landräte und Abgeordneter entlang des Lechs, fand Anfang dieser Woche eine Neuauflage.

Dr. Friedrich Zeller, Landrat des Kreises Weilheim-Schongau, Schongaus Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl, Bürgermeister Beppo Zeislmeier aus Pfronten, Helmut Wiesenegg als Bürgermeister der Marktgemeinde Reutte, der jetzige Landtagsabgeordnete Dr. Wengert und Bürgermeister Paul Iacob als Gastgeber begannen mit einem Empfang im Füssener Bürgermeisterzimmer, dem sich einen Informationsrundgang durch die Räume für die geplante Landesausstellung Bayern-Italien 2010 anschloss. Es war für die gesamte Delegation eine spannende Entdeckungstour durch die Geschichte des mittelalterlichen Gebäudes. Schwerpunktthemen im anschließenden kommunalpolitischen Gespräch waren die Verkehrssituation und der Transitverkehr, die Schulpolitik sowie die EU-Förderprogramme. In der abschließenden Pressekonferenz im Restaurant „Michelangelo“ kritisierte der Europaabgeordnete Wolfgang Kreissl-Dörfler die überbordende Bürokratie des Freistaats Bayern, wo rund 20 Millionen Fördergelder verfallen sind, weil die Bearbeitung der Anträge zu lange gedauert hatte. Landrat Dr. Zeller beurteilte die bayerische Schulpolitik mit den Worten „schlimmer kann's nicht mehr kommen“. Im ländlichen Raum würden Teilhauptschulen aufgelöst und die Gesamtschule abgelehnt, obwohl das dreigliedrige Schulsystem am Ende sei. Ihm pflichtete Dr. Wengert bei und betonte, dass das Bildungssystem nicht mehr wettbewerbsfähig sei. „Am Chaos hat sich nichts geändert und die FDP als neuer Koch bringt auch nichts“. Ein Plädoyer für die Teilnahme der Bürgerinnen und Bürger an der Europawahl hielt Reuttes Bürgermeister Wiesenegg. Es müsse verhindert werden das rechte Gruppierungen in der EU das Sagen haben: „Das haben wir schon einmal gehabt, das brauchen wir nicht mehr“. Pfrontens Bürgermeister Zeislmeier hatte darauf hingewiesen, das eine ganze Reihe sozialdemokratischer Kommunalpolitiker - von ganz oben bis nach ganz unten, in der Region soziale Politik vorantreiben. „Deren Kompetenz muss in der Bewusstseinsbildung der Bevölkerung deutlicher gemacht werden“. Schongaus Stadtoberhaupt Gerbl kritisierte ebenfalls die mangelhafte Bearbeitung und Durchleitung von Fördergeldern durch die bayerische Staatsregierung: „In Österreich geschieht dies wesentlich schneller und unbürokratischer, deshalb gibt es dort auch viel mehr gelungene Förderprojekte“.

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