Gemeinde Schwangau will bis 2020 ein neues Feuerwehrhaus im Römerweg bauen

"Erst planen, dann bauen"

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Funktional und architektonisch gelungen soll das neue Schwangauer Feuerwehrhaus im Römerweg gebaut werden. Mit der Fertigstellung wird für Sommer 2020 gerechnet.

Schwangau – Mit einem neuen modernen Gebäude auf dem aktuellen technischen Stand will die Gemeinde ihre Feuerwehr fit für die Zukunft machen.

Die Bauarbeiten im Römerweg sollen heuer im Sommer beginnen, kündigte Bürgermeister Stefan Rinke jetzt gegenüber dem Kreisbote an. Zwei Jahre später soll das neue Feuerwehrhaus stehen. Mit dem Neubau im Römer weg soll das bisherige Einsatzgebäude am Tassiloweg ersetzt werden (der Kreisbote berichtete). Denn der Altbau wird bald fünfzig Jahre alt und entspricht nicht mehr den aktuellen technischen Anforderungen, erläutert Bürgermeister Rinke. 

Durch den Neubau sollen zum einen notwendige Verbesserungen bei der Sicherheit und dem Gesundheitsschutz für die Feuerwehrleute erreicht werden. Zum anderen solle das Raumangebot erweitert und zusätzliche Parkplätze für die Einsatzkräfte geschaffen werden. Mit dem Neubau will der Gemeinderat die hohe Qualität und Leistungsfähigkeit der Schwangauer Feuerwehr bei der Gefahrenabwehr für die Bürgerinnen und Bürger langfristig sichern, so Rinke weiter. Zudem werde dem aus den Königsschlössern und zahllosen Hotels resultierenden überproportionalen Gefahrenpotenzial Rechnung getragen. 

Auf einer Grundstücksfläche von 5400 Quadratmetern werden Gebäude mit einem Rauminhalt von 6264 Kubikmetern und einer Raumfläche von 1059 Quadratmetern entstehen. Nach der aktuellen Berechnung werden die Bruttobaukosten bei rund 4,5 Millionen Euro liegen. Der Betrag reduziert sich um die staatliche Förderung von rund 300.000 Euro. „Wir tun alles, um die Kosten trotz allgemeinen Booms der Baubranche im Griff zu behalten“, ist der Rathauschef entschlossen.

Mit der Umsetzung des Vorhabens ist Architekt Thomas Barbist betraut. Er hatte sich zuvor in einer europaweiten Ausschreibung durchsetzen können. Für den Chefplaner stellen die gewählten Materialien Holz, Stein (Beton) und Glas eine Neuinterpretation der für Schwangau und die Region typischen Bauelemente dar und sorgen somit für eine harmonische Einbindung der Gebäudeoptik in das Ortsbild. „Der Baukörper wird in einer stimmigen Beziehung zu seiner Umgebung stehen“, ist Barbist überzeugt.

Für die Bauherrin soll die Form der Funktion folgen. „Es geht uns zuallererst um die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr sowie die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Aktiven“, stellt Bürgermeister Rinke klar. Weitere kommunale Vorgaben sind die Einfügung des Zweckbaus in das Gewerbegebiet und die Verwendung regionaltypischer Baustoffe. Bei der Umsetzung soll zudem auf ökologische Belange und einen nachhaltigen Betrieb geachtet werden. 

Neue Akzente

Für Architekt Barbist schließen sich Zweckmäßigkeit und eine attraktive Architektur nicht aus. Zumal die Gemeinde Schwangau mit dem neuen Feuerwehrhaus auch einen baulichen Akzent setzen möchte. Denn die Feuerwehr hat in der Schlössergemeinde einen besonderen Stellenwert. Dieser soll durch die Gestaltung der Einsatzzentrale für jedermann sichtbar werden. Projektleiterin bei der Gemeinde Schwangau ist Christina Gerster. Sie wird dabei von den beratenden Ingenieuren Stein und Partner aus München unterstützt. „Bei der Planung und Umsetzung des Neubaus ist eine konsequente Kosten- und Terminkontrolle notwendig“, betont Gerster. 

Die Bauherrin will den Grundsatz „erst planen, dann bauen“ berücksichtigen. „Wir haben uns bemüht vor Planungsbeginn die Bedarfsanforderungen ausreichend zu ermitteln und die Projektanforderungen detailliert zu formulieren“, erklärt sie. 

Alle an einem Tisch

Dafür wurde extra ein Fachausschuss mit Vertretern des Gemeinderats, der Feuerwehr und der Verwaltung eingesetzt. Die ersten Vorarbeiten haben bereits 2015 mit der Erstellung des Feuerwehrbedarfsplans begonnen.

Grundvoraussetzung für die Umsetzung des Vorhabens ist die laufende Abstimmung mit den Brandbekämpfern. „Wir sitzen von der ersten Minute an mit den Kommandanten an einem Tisch“, bestätigt der Bürgermeister. „Das persönliche Engagement, das allen voran der Erste Kommandant Martin Schweiger bei dem Projekt zeigt, ist enorm. Ohne die tatkräftige Mithilfe der Feuerwehr wäre der Neubau nicht machbar.“ 

Wegen der unterschiedlichen Funktionen und Nutzungen gliedert sich das neue Gebäude in zwei Teile. Damit wird das erforderliche Volumen architektonisch optimiert und unterteilt. Die Funktionen der Baukörper seien klar von außen ablesbar. Dies zeige sich in ihrer Materialität und der unterschiedlichen Bauweise. Die Trennung zwischen Fahrzeughalle und Einsatzgebäude werde so schon an der Fassade erkennbar. 

Optimale Übersicht

So zeige sich der Funktionsbau in Sichtbeton mit einer strukturierten Optik. Die Struktur ergebe sich aus einer horizontalen Rauschalung. Die Verwendung von rauem Beton sei zugleich eine kleine Reminiszenz an den architektonischen Brutalismus.

Das Einsatzgebäude ist dagegen als Holzkonstruktion mit einer unregelmäßigen sägerauen Schalung geplant, die das Fassadenthema fortführen soll. Beide Gebäudeteile werden gegeneinander verschoben. Das Einsatzgebäude wird dabei nach vorne versetzt. Dadurch soll eine optimale Übersicht vom Kommandoraum über den Vorplatz erreicht werden.

 Ebenfalls auf den Einsatzfall zugeschnitten sind die Ein- und Ausgänge. Denn im Alarmfall brauchen die Feuerwehrleute gerade Laufwege. Die Fenster liegen in feuerwehrroten Fassadenbändern. Durch die symmetrische Anordnung wird eine harmonische und ruhige Ausstrahlung angestrebt. Der Haupteingang soll durch eine großzügige Verglasung markiert werden. Diese trete bewusst in der Holzfassade zurück. Dadurch werde eine Überdachung geschaffen und der Eingangsbereich zoniert.

kb/mm

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