Recyclingfirma will auf dem Areal der alten Gärtnerei in Niederried bauen

Neues Leben für alte Gärtnerei

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Stadtverwaltung und Stadtrat wollen der Pfrontener Firma Heer eine Ansiedlung auf dem Gelände der verfallenen alten Gärtnerei in Niederried ermöglichen.

Füssen – Seinerzeit von der Stadt aus der Insolvenzmasse gekauft, fristet das Areal der alten Gärtnerei in Niederried seit Jahren ein trauriges Dasein.

Nun will sich die Firma Heer aus Pfronten auf dem Gelände in unmittelbarer Nähe zur Standortschießanlge der Allgäu-Kaserne ansiedeln. Mit dem einstimmigen Beschluss des Stadtrates vom Dienstagabend zur Änderung des Flächennutzungsplans und zur Aufstellung eines Bebauungsplans hat das Unternehmen die erste Hürde nun genommen. 

Mit der Änderung des Flächennutzungsplans (FNP) und dem Aufstellen eines sogenannten vorhabenbezogenen Bebauungsplans (B-Plan) soll die Ansiedlung des auf Bodenaufbereitung und Bodenrecycling spezialisierten Betriebs baurechtlich ermöglicht werden, erklärte Füssens Bauamtsleiter Armin Angeringer.

 Wegen der zu erwartenden Emissionen durch den Betrieb sehe er sonst keine Möglichkeiten, die Firma und ihre etwa 30 neuen Arbeitsplätze irgendwo anderswo in Füssen anzusiedeln. 

„Außerdem haben wir die Chance, diesen städtebaulichen Missstand zu beseitigen“, sagte Angeringer. Denn das Grundstück der alten Gärtnerei sei „derzeit in einem relativ desolaten Zustand“. Auch die Erschließung sei kein Problem. 

Bloß kein Ärger

Die zu erwartenden Kosten für das Planungsverfahren werde die Firma übernehmen, kündigte der Bauamtsleiter an. Diese Vereinbarung sei Bestandteil eines städtebaulichen Vertrags zwischen Stadtverwaltung und Pfrontener Unternehmen. Von den Stadträten kam dazu kein Widerspruch. 

Lediglich CSU-Stadträtin Ursula Lax bat darum, sich mit der Bundeswehr bzw. der für Bundeswehrliegenschaften zuständigen BIMA abzustimmen. „Ich will keine Unstimmigkeiten mit der Bundeswehr“, appellierte sie. Dies sei Thema im nichtöffentlichen Teil der Sitzung, teilte ihr Bürgermeister Paul Iacob (SPD) mit. Was wiederum Lax wunderte, da der Stadtrat ja eigentlich öffentlich nicht zustimmen brauche, wenn sich im nichtöffentlichen Teil herausstelle, dass die Bundeswehr dagegen sei: „Dann wäre unsere Diskussion ja jetzt in den Wind gesprochen.“ 

Dass die für Bundeswehrliegenschaften zuständige BIMA tatsächlich ein Auge auf die alte Gärtnerei geworfen hat, hält Bürgermeister Iacob durchaus für möglich. „Die Bundeswehr hat sicherlich ebenfalls Interesse an dem Areal“, sagte er am Mittwoch gegenüber dem Kreisbote. Derzeitiges Ziel sei aber, der Firma die Niederlassung in Niederried zu ermöglichen. Allerdings: „Wenn der Bedarf für die Bundeswehr da ist, müssen wir mit der BIMA reden.“ Schließlich sei die Stadt Füssen Eigentümer des Grundstücks. Lege die BIMA ein Angebot vor, müsse der Stadtrat entscheiden.

Matthias Matz

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