Neue Stühle übertragen im Alpenfilmtheater Bewegungen auf den Zuschauer

Ab in die vierte Dimension

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Die Füße hochlegen und los geht´s: Die neuen D-Box-Stühle im Alpenfilmtheater sind nicht nur bequem, sie übertragen auch die Bewegungen eines Films auf die Besucher. Wie das funktioniert, erklärt Lars Doppler vom Alpenfilmtheater Füssen.

Füssen – Wie sich eine Fahrt mit dem Raumschiff oder eine Flucht vor Aliens anfühlt, das können ab sofort Besucher im Alpenfilmtheater erleben. Denn zum Start des neuen „Star Wars“- Films weiht das Kino seine sogenannten D-Box-Stühle ein. Die ermöglichen es die Bewegungen eines Films nachzufühlen.

Damit ist das Kino in Bayern Vorreiter, wie Lars Doppler vom Alpenfilmtheater erklärt. Denn erst drei Kinos im Freistaat hätten diese Stühle eingebaut, sagt Doppler. Und die sogenannte Luxusvariante mit dicken Polstern und Fußstütze gibt es laut Doppler in Bayern nur in Füssen. Wie sich so ein Kinoerlebnis anfühlt, das testete der Kreisbote.

Zunächst fängt alles ganz harmlos an: Leicht vibriert es an Rücken und Beinen, als George Clooney als Matt Kowalski in „Gravitiy“ auf der Raumstation „Explorer“ vorwärts hopst. Heftiger wird es, als Trümmer eines zerstörten Satelliten auf der „Explorer“ einschlagen. Doch was die D-Box-Stühle wirklich können, erlebt der Zuschauer erst bei den Testsequenzen „Terminator 4“ und „Polarexpress“.

Jede Schiene spürt man, wenn der Zug Richtung Gipfel keucht. Auf der rasanten Talfahrt legt sich der Zuschauer mit in die Kurve, während die Vibrationen den Rücken massieren. Das erinnert an den letzten Simulatorbesuch im Freizeitpark. Nur dass man im Simulator „noch mehr herumgeschüttelt“ werde, so Doppler. Wie stark sich der Stuhl bewegt, kann der Besucher selbst einstellen. Oder, wenn es ihm gar nicht gefällt, ganz ausschalten.

Teurer Spaß

Günstig ist dieses Vergnügen allerdings nicht: Ein Acht-Euro-Zuschlag kommt auf den regulären Ticketpreis hinzu. Zusammen mit dem Überlängen- und Drei-D-Zuschlag muss der Besucher 19,50 Euro für eine Star Wars-Karte in den D-Box-Stühlen bezahlen. Doch das schreckt die Füssener offenbar nicht ab. In der ersten Woche seien knapp 90 Prozent der Stühle in den 23 „Star Wars“-Vorstellungen bereits belegt. „Das ist ein Zeichen, dass die Leute etwas neues wollen“, meint Doppler.

Zwar gibt es diese Technik bereits seit über sechs Jahren in Amerika, aber in Deutschland ist sie erst jetzt im Kommen. Laut Doppler gibt es in der Bundesrepublik erst 18 Kinos mit solchen Stühlen. Und keines davon steht im Allgäu. In der Vergangenheit war das Alpenfilmtheater unter anderem bei der Digitalisierung, Drei-D und dem Dolby-Ton Vorreiter im Allgäu, erklärte Doppler. „Wir waren immer die Ersten. Jetzt sind wir wieder die Ersten. Das macht mich besonders stolz.“

Vorreiter im Allgäu 

So stehen jetzt im Kinosaal zwei acht D-Box-Stühle in der letzten Reihe. Damit haben die Kinobesucher die Wahl, ob sie die neue Technik ausprobieren wollen oder nicht. Alles andere wäre „unverschämt den Kunden gegenüber“, meint Doppler. Er selbst habe getestet, ob man als „normaler“ Kinobesucher gestört werde, wenn die Stühle in Betrieb sind. „Die Stühle hört man nicht“, so Doppler. Außerdem liegt ein Gang zwischen den normalen Kino- und den D-Box-Stühlen. Wenn einer aber auf die Idee kommt, sich während des Films umzusetzen, um sich die acht Euro zu sparen, hat er es zwar bequemer. Aber das war´s dann auch schon. „Wenn der Stuhl nicht verkauft ist, bewegt er sich nicht“, erklärt Doppler.

"Das war der Hammer" 

Er selbst ist überzeugt von der Technik. „Star Wars“ in Drei-D und mit Bewegung „war der Hammer. Da wird der Film zum Vier-D-Erlebnis“, so der Kinobesitzer. Dabei war er ursprünglich nur auf der Suche nach luxuriöseren Kinostühlen. Doch „in Deutschland gibt es keine Firma, die einen vernünftigen Luxusstuhl baut“, so Doppler. Deshalb schaute er sich verschiedene Modelle auf den Kinomessen in Las Vegas und Barcelona an.

Dabei fielen ihm die Stühle der Firma D-Box auf. Schließlich kam er zu der Überzeugung, „wenn ich Geld in die Hand nehme, dann ordentlich.“ 100.000 Euro gab Doppler insgesamt für die Installation und Anschaffung der acht Stühle aus. Da im kommenden Jahr viele Actionfilme ins Kino kommen, die diese zusätzlich entwickelte Bewegungsspur haben, überlegt Doppler jetzt schon, „wann ich Kino eins nachrüste.“

Katharina Knoll

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