Arbeiten am städtischen Museum sind bald fertig

Leben und beten in St. Mang

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Kalkweiße Wände: Im Gewölbe des um 200 Quadratmeter erweiterten Museumsbereichs im ehemaligen Klosters St. Mang in Füssen führen Fachleute Sanierungsarbeiten aus.

Füssen – Im März sollen die Arbeiten im erweiterten Bereich des städtischen Museums Füssen abgeschlossen sein. Thematisch geht es in den fünf restaurierten Räumen im hohen Gewölbe ums Ordensleben.

Kulturamtsleiter Thomas Riedmiller hat den Kreisboten jetzt zur Baustelle geführt und das kulturgeschichtliche Projekt vorgestellt. Die Kosten werden insgesamt auf 300.000 Euro geschätzt. 

Für alle Wanderer, die auf dem beschaulichen Lechweg unterwegs sind, wird sich bald ein neues Ziel zum Innehalten anbieten: Das ehemalige Benediktinerkloster St. Mang, wo das Museum der Stadt Füssen seine Türen barrierefrei öffnet, wird in einem völlig neuen Bereich vom Ordensleben berichten. 

In einem von fünf zum Verweilen einladenden Räumen ist auch die Begegnung mit dem „Apostel des Allgäus“ möglich, dem Drachentöter Magnus. Beim Rundgang mit Kulturamtsleiter Thomas Riedmiller grüßten die Restauratoren, die mit Malerarbeiten im hohen Gewölbe voraussichtlich noch bis März beschäftigt sein werden. Riedmiller selbst ist voller Vorfreude auf den Tag, an dem hierher zur Eröffnung eingeladen werden kann.

Fünf neue Räume 

Nüchtern beschrieben geht es darum: In Füssen wird das Museum im Rahmen eines geförderten Interreg-Projekts mit dem Titel „Schatz- und Wunderkammern“ derzeit um über 200 Quadratmeter erweitert. Geschichte soll hier in fünf Räumen erzählt werden: mit kostbaren Exponaten wie einer spätgotischen Figur, die aus einem Flügelaltar stammt, und der Schatztruhe aus dem Jahr 1671, „die 2014 entdeckt worden ist“, wie der Kulturamtschef berichtet. „Der Stadtpfarrer war früher Mönch“, erklärt Riedmiller in einem hellen Raum, der zu den Zeiten des Klosters als Wohnung diente und dem Priester vorbehalten war. 

Während der hier 2010 mit großem Anklang präsentierten Landesausstellung „Bayern – Italien“ sei der mächtige Klosterbau „nur die Hülle“ gewesen, betont der Kulturamtsleiter. „Wir erzählen jetzt die lange Geschichte des Klosters St. Mang im Mittelalter und in der Barockzeit. Dabei ist das Hauptexponat das Kloster selbst!“ Fern vom Alltagsstress diesen „ewiglangen“ Gang des Klausurtrakts zu beschreiten, von einem offenen Fenster aus auf den Lech und die Theresienbrücke zu schauen – das dürfte seinen ganz eigenen spirituellen Reiz haben. 

Zwei Drittel gefördert 

Gleichzeitig informiert der neue Bereich des Museums anhand eines Klostermodells, wie Mönche ihren Betrieb zur Selbstversorgung räumlich organisiert hatten. Es gab Stallungen, einen Weinkeller und die Klosterküche, zählt der Füssener Kulturamtsleiter einige Beispiele auf. 

Mit Spachtel und großem Pinsel auf einem hohen Gerüst sorgt auch eine junge Malerin für richtig frisch wirkende Wände und eine weiß Decke. Wichtige Arbeiten, die noch geleistet werden müssen, beziehen sich auf die fachmännische Restaurierung von Deckenfresken. Die Stadt Füssen wird von den Gesamtkosten – dank fließender Fördermittel – voraussichtlich weniger als ein Drittel übernehmen müssen.

Chris Friedrich

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