AK Asyl: Zahl der Asylbewerber in Füssen steigt weiter

"Können viel tun"

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Martina Ruhland, Asylsozialberaterin bei der Caritas, Diözese Augsburg, im Gespräch mit den beiden Vermietern Sebastian Manthe (links) und Capar Ersan, die sich im Arbeitskreis engagieren.

Füssen – Durch zwölf Asylbewerber aus Syrien ist die Gesamtzahl der Menschen, die derzeit in Füssen auf die Bearbeitung ihres Antrags warten müssen, auf 180 gestiegen. Diese sind in jetzt sieben Unterkünften untergebracht.

Nach Angaben des Arbeitskreises Asyl, der erneut unter Leitung von Christoph Schwarzer und Ingrid Stubbe im „Seelos Haus“ tagte, könne festgestellt werden, dass selbst sehr gute Ideen im Rahmen des ehrenamtlichen Einsatzes den gewünschten Erfolg nicht unbedingt bringen. Deshalb sollen jetzt neue Wege beschritten werden. Dies ging aus Erfahrungsberichten der knapp 30 Teilnehmer deutlich hervor. 

Der Tenor war: Neues ausprobieren und sich dazu von den Erfahrungen anderer anregen zu lassen. Statt des Internationalen Cafés, das sich im Jugendforum als Treffpunkt nach dem guten Start nicht etablieren konnte, werde jetzt der Versuch unternommen, Paten zu finden, wie es in Seeg schon gut funktioniere, hieß es. Hier sind Familien Ansprechpartner für einen einzelnen Asylbewerber. „Wir können nicht jeden Asylbewerber in Füssen erreichen, aber können dennoch viel tun“, unterstrich Diakon Schwarzer die gemeinsame Linie. 

Die Tatsache, dass die Deutschkurse oft nicht regelmäßig besucht wurden, mache aus Sicht der hier unentgeltlich arbeitenden Lehrkräfte ein Umdenken notwendig. Günter Miller und Jonas Schulze schlugen vor, dass künftig mit kleineren Gruppen gearbeitet werden könnte „Leistungsmäßig sollten die Teilnehmer“, so Miller, „möglichst auf ähnlichem Stand sein.“ 

Empfohlen wurde, einen Gruppensprecher zu benennen. Zudem sollte „diese Kleingruppe von einer einzigen Lehrkraft betreut werden“. 

Neuer Dolmetscher 

Ein Team mit Stubbe wird die Neueinteilung vornehmen und Motivation steigernde Ideen an den nur noch zwei Unterrichtstagen in der Woche testen. Längere Praktika als bisher forderte Natascha Glasow. „Eine Brücke ins Berufsleben lässt sich nicht in wenigen Tagen bilden“, erklärte sie. Dafür brauche es reichlich Zeit, weil die Praktikanten aus anderen Kulturen kommen. 

Auch für die möglichen Ausbildungsbetriebe sei es erfahrungsgemäß wichtig, dass „unser Landratsamt weit mehr möglich macht als Hineinschnuppern in die Arbeitsabläufe“. Ihre Deutschkenntnisse weiter verbessern können die Asylbewerber auch bei einigen Freizeitaktivitäten. Das Gymnasium Füssen organisiert ein Fußballturnier am kommenden Freitag, 19. Juni, auf dem Weidachsportplatz. Hier treten nur international gemischte Teams an. 

„Andis Fahrschule“ bietet Verkehrsunterricht an zwei weiteren Vormittagen an. „Der erste Kurs mit unserem Englischdolmetscher hatte gut funktioniert hat“, so Schwarzer. Dieses Mal allerdings wird ein Arabisch-Übersetzer gebraucht. Capar Ersan bot sich dafür an. Sebastian Manthe und er sind die Vermieter der Unterkunft in Füssen-West. „Wir warten beide noch darauf, dass der Bürgermeister hierher zu Besuch kommt. 

Das hatte er uns versprochen“, übte Manthe Kritik. Darauf sagte Stadtrat und Fraktionschef Lothar Schaffrath (SPD), dass er sich gern auch dieses Haus anschauen werde und die Bewohner kennen lernen möchte. „In anderen Füssener Unterkünften sind wir schon gewesen.“ 

Ins Haus der Begegnung lädt am Donnerstag, 2. Juli, der Ökumenische Arbeitskreis zu einer Info-Veranstaltung zum Thema „Asyl“ ein. Der Füssener Arbeitskreis Asyl tagt das nächste Mal am Donnerstag, 17. September, 18 Uhr im „Seelos Haus“, Hintere Gasse.

cf

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