Neue Konzepte verwirklichen

Das Gewerbegebiet von Pinswang. Keine zwei Kilometer vor Füssen ist hier noch mehr als genug Platz für diverse Märkte, Verwaltungs- oder Produktionsstätten, die bald kommen mögen, hofft Pinswangs Bürgermeister, Karl Wechselberger. Die Anbindung nach Füssen ist auf jeden Fall gegeben. Foto: gau

Gerade erst hat der Discounter Lidl in Füssen die Genehmigung erhalten, den Eingangsbereich umzugestalten. Dafür musste er aber umfangreiche Gutachten einreichen. Währenddessen ist ein weiterer „Discounter“, der österreichische Nah- und Vollversorger MPreis an die Stadtgrenze Füssens herangerückt, allerdings von unerwarteter Seite. Denn im Stillen ist in Pinswang ein großes Gewerbegebiet entstanden. Und die Discounter suchen weiter nach Flächen, wie Herbert Gschwend weiß, der Immobilien und Grundstücke für Gewerbe vermittelt.

„Alle Firmen, wie sie auch heißen mögen, sind auf Expansionskurs“, so Herbert Gschwend. Das gilt vor allem für die so genannten Discounter wie Lidl oder Aldi, die mehr denn je neue, größere, schönere und vor allem für den Kunden ansprechende Laden- konzepte realisieren wollen. Dazu gehören die kostenlosen Parkplätze ebenso wie die Backabteilung, vielleicht sogar noch ein Bäcker oder Metzger unterm Dach. Lange vorbei sind die Zeiten, als die Innenstädte die Einkaufsmeilen waren. Das hat man sogar in München erkannt und beim aktuellen Landesentwicklungsplan festgeschrieben. Nurmehr über das so genannte Innenstadtrelevante Sortiment gelingt es den Städten wie Füssen, die Verbrauchermärkte „klein zuhalten“. Dass das auf Dauer nicht lange gut gehen kann, kann man aktuell erleben. Alle Filialisten und Discounter wollten neue Konzepte verwirklichen und seien auf der Suche nach Flächen, so Geschwend, der für diese Firmen Grundstücke sucht. In Füssen aber gebe es längst schon keine ausgewiesenen Flächen mehr, vor allem in passender Größe. Da sei ihm bei einem Tankstop in Pinswang das dortige Areal aufgefallen, er habe seinen Kundenstamm durchgesehen und sich an den in Völs bei Innsbruck beheimateten MPreis gewandt. Dort habe man sich den Standort angesehen und nach kurzer Zeit zugeschlagen. MPreis beschreibt sich selbst als moderner Nahversorger in Tirol. Er „ist ein Familienbetrieb, der durch örtliche Lieferanten die regionale Wirtschaft fördert und mit über 200 Märkten in Österreich und Südtirol vertreten ist. Viele Märkte haben sogar ein eigenes Bistro. Wie sehr den Bürgern, vor allem aber den Gemeindevertretern in Österreich das Thema Nah-Versorgung am Herzen liegt, bewies Karl Wechselberger. Persönlich setzte sich der Pinswanger Bürgermeister in Innsbruck für den neuen Standort ein. Ihm wäre jeder willkommen, der Arbeitsplätze vor Ort schafft und dabei die Kaufkraft am Ort hält, anstatt diese über die A7 nach Kempten abfließen zu lassen. Herbert Gschwend ist auch immer wieder auf der Suche nach Flächen, vor allem in Füssen, da hier die Märkte investieren wollen. Die wenigsten wollen allerdings in Altbestand ziehen. Und wenn, dann werde dieser abgerissen, weiß der Immobilienexperte, um neue Konzepte zu realisieren. Dafür gibt es dann in den Stadtkernen die Minimärkte, erklärt Herbert Gschwend. Die bieten den Kunden das Wichtigste für jeden Tag an. Den Großeinkauf sollen die Kunden aber auch in Zukunft vor den Toren der Stadt erledigen.

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