Provisorische Stellplätze am Lechuferweg kommen weg

Mehr Parkplätze für Anlieger

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Die provisorischen Parkplätze am Lechuferweg kommen weg, dafür hat sich jetzt der Verkehrsausschuss ausgesprochen.

Füssen – Für Empörung haben bei einigen Füssenern die provisorischen Parkplätze am Lechuferweg gesorgt (derKreisbote berichtete).

Diese wurden während der Bauarbeiten am EWR-Kundencenter angelegt, um die weggefallenen Stellplätze dort zu ersetzen. Diese Zeiten sind nun aber vorbei: Mit einer Gegenstimme beschloss der Verkehrsausschuss am Dienstag vergangener Woche diese zurückzubauen. 

Um die Parkplatzsituation aber trotzdem zu entlasten, sollen drei bestehende Stellplätze umgebaut werden. Mit Unterschriftenlisten haben sich Engagierte rund um Jürgen Brecht gegen die Parkplätze direkt am Lechuferweg gewehrt. Das Ergebnis: 475 Unterschriften, davon 59 Unterschriften von Anwohnern der Floßergasse, was nach Ansicht des Organisators die überwiegende Mehrheit der Anwohner sein dürfte. 

So ganz nachvollziehen konnte Bürgermeister Paul Iacob (SPD) die ganze Aufregung aber nicht. Denn „die waren nur provisorisch angelegt. Es war klar, dass die wieder wegkommen“, meinte der Rathauschef jetzt im Verkehrsausschuss. Der Parkplatz sollte nur die Stellplätze ersetzen, die während des Umbaus des EWR-Gebäudes in der Spitalgasse weggefallen sind. 

Trotzdem wäre aber der Bedarf nach weiteren Stellplätzen da. Denn für die Bewohner sind die zur Verfügung stehenden Parkplätze sei jeher knapp bemessen, so die Stadtverwaltung. Derzeit gebe es 41 Bewohnerparkausweise für ca. 30 Stellplätze in diesem Bereich. Mit den zusätzlich acht provisorischen Parkplätzen ergebe sich laut Stadtverwaltung „ein sehr gutes Verhältnis“. 

Das bedeutet: „Meist ein freier Parkplatz, sofern nicht durch Unberechtigte belegt, was insbesondere am Wochenende immer wieder der Fall ist“, heißt es in der Sitzungsvorlage. Aber: „Unter Wegfall der acht noch zur Verfügung stehenden Plätze verschärft sich der Parkdruck entsprechend.“ 

Als Kompromiss schlug Iacob deshalb vor, drei bestehende Längsparkplätze quer auszurichten, so dass aus den drei Parkplätzen sechs werden. Dafür müsste nur das Pflaster ein wenig vertieft werden. „Wenn das da unten geht, würde ich das schon machen“, meinte Michael Jakob (CSU). Auch Wolfgang Bader (SPD) sprach sich dafür aus, den Parkplatz „äußerst schonend zu vermehren.“ 

Böhm gegen zusätzliche Parkplätze

Das sah jedoch Stadtrat Dr. Christoph Böhm (CSU) anders. Ihn hätten die Unterzeichner und Anwohner darauf hingewiesen, dass sie „keine neuen Parkplätze bräuchten“, so Böhm. „Es sind genügend da.“ Da müssten keine neuen reingepflastert werden. Er wies aber noch auf ein anderes Problem hin: Die öffentlichen Stellplätze in der Spitalgasse widersprechen dem Schild „Anlieger frei“, das dort hängt, erklärte der Stadtrat. 

Nach Ansicht der Unterzeichner müssten deshalb die tagsüber öffentlichen Stellplätze mit Parkscheinautomat in Anwohnerstellplätze umgewandelt werden. „Das mag richtig sein aus der Sicht der Unterzeichner“, erwiderte der Rathauschef. In der Gasse gebe es aber auch Geschäfte und eine Theaterbühne. Deren Kunden seien auch Anlieger. Sie besitzen aber keinen Anwohnerparkausweis, mit dem sie dort parken dürften. Das würde „den Handel da unten einschränken“, so Iacob. 

„Auch Besucher der Franziskanerkirche könnten nicht reinfahren, weil sie keinen Anwohnerparkausweis haben. Das wollen wir nicht. Wir wollen, dass Anlieger, die aber keine Anwohner sind, dort parken können.“ 

Außerdem nehme die Stadt durch ihre Parkautomaten in der Spitalgasse 6000 bis 7000 Euro pro Jahr ein. So segnete der Verkehrsausschuss mit einer Gegenstimme von Dr. Martin Metzger (BfF) ab, die provisorischen Parkplätze zurückzubauen und die Längsparkplätze in Querparkplätze umzuwandeln.

Katharina Knoll

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