"Wir machen keine Parteipolitik"

Neue Wählergruppierung "Mitanand für Nesselwang" will als Sprachrohr der Bürger in den Marktgemeinderat

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Julian Meyer (v.l.), Jakob Erd, Laura Lipp, Roland Wagner, Rita Blumenthal und Martin Erd kandidieren auf der Liste "Mitanand für Nesselwang" für einen Sitz im Gemeinderat.

Nesselwang – Eine neue Wählergruppierung hat sich in Nesselwang in ihrer Nominierungsversammlung für die anstehenden Kommunalwahlen im März vorgestellt. „Mitanand für Nesselwang” heißt die vierten Liste, die sich um Plätze im 16-köpfigen Kommunalparlament bewirbt.

„Wir gehören bewusst keiner Partei an“, erklärte Martin Erd, einer der Initiatoren. „Wir machen keine Parteipolitik“. Die Gruppierung will für die Nesselwanger Bürger da sein – als Sprachrohr im Marktgemeinderat. Martin Erd gab sich auf der Versammlung bescheiden. „Wenn wir nur einen von uns in den Gemeinderat bringen“, sei er schon zufrieden. 

Ein paar Sachen seien ihm im Ort aufgefallen, die verbesserungswürdig seien, erklärte Erd. Das habe ihn zur Gründung einer eigenen Liste für den Gemeinderat bewogen, wobei der Name auch Programm sei. Im Miteinander im Ort sieht Erd noch Handlungsbedarf und Spielraum. Zu den Leitpunkten des freiberuflichen Fotografen gehören unter anderem die Belebung des Ortskerns und die Reaktivierung des Bahnhofskiosks als Treffpunkt für die Nesselwanger Bürger. 

Versammlungsleiter Wolfgang Rid bat anschließend die Bewerber, die für einen Sitz im Kommunalgremium kandidieren, sich vorzustellen. 

Spontane Aufstellung 

Dazu gehört Roland Wagner. Der 54-jährige Informatiker will einen Konsens zwischen einem naturverträglichen Tourismus und den Bedürfnissen der Einheimischen. Auf der Liste steht auch Rita Blumenthal. Die 54-jährige technische Redakteurin ist gegen die Pläne eines weiteren Ausbaus an der Maria-Trost-Allee und setzt sich für einen nachhaltigen Tourismus ein, wie sie erklärt. 

Die Jugend hat Julian Mayer im Blick. Der 29-jährige Berufsschullehrer will sich für deren Bedürfnisse und Wünsche einsetzen. Der Umgang mit den Senioren am Ort liegt der 27-jährigen Studentin Laura Lipp am Herzen. Gegen den Flächenfraß am Ortsrand von Nesselwang ist Jakob Erd. Der 57-jährige Schreinermeister setzt sich für eine innerörtliche Verdichtung beim Wohnungsbau ein. „Es bringt nichts, wenn wir am Ortsrand von Nesselwang Wohnbaugebiete erschließen und im Ortskern stehen Wohnungen und Häuser leer“, sagte er. Der 57-Jährige hatte sich erst während der Versammlung spontan entschlossen sich auf die Liste setzen zu lassen und erhielt dafür von den fast 40 Gästen und Interessenten viel Beifall. 

Signale der Verödung 

Thomas Meusburger, Architekt und Städteplaner, regte die Bewerber um einen Platz im Marktgemeinderat an, sich auch für Themen stark zu machen, die die Zukunft des Ortes bestimmen. „Noch ist Nesselwang ein lebendiger und vitaler Ort, aber die ersten Anzeichen einer Verödung sind da“. Fachkräftemangel bei den örtlichen Firmen und Handwerkern, die Möglichkeit für Betreutes Wohnen, der Erhalt der Schule im Ort oder der nachhaltige Umgang mit der Umwelt seien nur einige Themen, die Herausforderungen in der Zukunft sein werden, meinte der Architekt. Aus beruflichen Gründen verzichtete Meusburger auf einen Platz auf der Liste. Er wolle sich aber gern weiter einbringen, wie er erklärte.

hoe

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