Neue Wohnungen, neuer Kreisel?

Hier, wo die Bahnhofstraße in die Von-Freyberg-Straße (links) mündet, soll nach dem Willen der Stadtverwaltung ein Kreisverkehr entstehen. Dahinter beginnt das Grundstück, auf dem bald Wohnhäsuer in die Höhe ragen könnten, möglicherweise auch mit Geschäften. Ob es dazu kommt, entscheidet der Stadtrat. Foto: Schuster

Da wusste Bürgermeister Paul Iacob nach eigener Aussage auch nicht mehr, was er sich dabei gedacht hatte: Pläne, die die Verwaltung bis jetzt in der Schublade hatte, sahen vor, einen Teil der Von-Freyberg-Straße zu Verkehrsberuhigten Zone zu erklären und dafür die Bahnhofsstraße bis zu einem Kreisverkehr vor der Abzweigung zum Venezianerwinkel auszubauen. Nun soll stattdessen die Von-Freyberg- Straße so bleiben wie sie ist und der Kreisverkehr dort entstehen, wo die Bahnhofstraße in sie mündet. Grund für die Änderung: Ein Investor will südlich der Gleise Wohn- und/oder Geschäftshäuser bauen.

„Warum sollten wir eine unserer leistungsfähigsten Straßen rückbauen?“, fragte sich Iacob in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses und meinte damit die Von-Freyberg-Straße, die in einem städtischen Konzept südlich der Bahngleise verkehrsberuhigt werden sollte. Diesen Plan warf die Verwaltung nun um, und das aus konkretem Anlass. Ein Investor möchte an der Von-Freyberg-Straße drei Häuser bauen, die entweder rund 40 Wohnungen oder Geschäfte plus 30 Wohneinheiten beherbergen. Drei Geschoße plus ein Dachgeschoß sollen sie hoch und über die Bahnhofstraße erschlossen werden. Auch das Landratsamt habe schon sein Okay signalisiert, erklärte Bauamtsleiter Armin Angeringer. Nur die im Penthouse-Stil geplanten Dachgeschoße mit Pultdach lehne die Behörde ab, da sie nicht in die Umgebung passen. Vor einer kisten-artigen Einheitsbebauung warnte außerdem Stadtrat Franz Nagl (CSU). Nicht an der Zufahrt zum Venezianerwinkel, sondern näher am Bahnhof, am Rande des möglichen Baugeländes soll nun ein Kreisverkehr entstehen. Mit dem hatten einige Räte so ihre Probleme und das aus zweierlei Gründen. „Wir haben in diesem Bereich noch keine Gesamtlösung für den Verkehr“, monierte zum einen Ilona Deckwerth (SPD). Sie plädierte dafür, den Plan so lange zurückzustellen, bis ein Verkehrskonzept für die westliche Innenstadt steht. Mehrere Räte störten sich zweitens daran, dass der geplant Kreisverkehr nur einen Durchmesser von 30 Metern aufwies, wo für die langen Gelenkbusse doch 36 Meter von Nöten wären. „Wir sollten uns Spielraum für einen Kreisverkehr lassen“, mahnte Stadtrat Dr. Martin Metzger (Bürger für Füssen) an. Dr. Anni Derday (FW) stellte schließlich den Antrag, die Entscheidung dem Gesamtstadtrat zu überantworten und vorher einen Plan mit einem ausreichend großen Kreisverkehr erstellen zu lassen. „Wir haben ein Bild, das nicht dem entspricht, was wir wollen“, begründete Stadtrat Magnus Peresson (UBL) seine Unterstützung des Antrags, der letztendlich auch eine Mehrheit fand.

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