Auch Tiroler Grund wäre davon betroffen

Neue Idee für eine Umgehungsstraße für Füssen: "Die imperiale Lösung"

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Gut fünf Kilometer lang ist der Tunnel durch den Schwarzenberg nach Hohenschwangau, den Stadtrat und UBL-Spitzenkandidat Magnus Peresson jetzt zur Lösung der Füssener Verkehrsprobleme vorschlägt.

Füssen/Schwangau – Seit Generationen beschäftigen sich die Kommunalpolitiker in Füssen und Schwangau erfolglos mit dem Bau einer Umgehungsstraße um Füssen herum nach Schwangau.

Jetzt hat Stadtrat Magnus Peresson, Spitzenkandidat der UBL bei der Kommunalwahl im März, einen Vorschlag auf den Tisch gelegt, der seiner Meinung nach funktionieren kann und in der neuen Amtsperiode in Angriff genommen werden sollte: Ein etwa fünf Kilometer langer Tunnel durch den Schwarzenberg nach Hohenschwangau. 

Dort könnten die Autos schließlich in einer Tiefgarage untergebracht werden. Was Ganze kosten soll, ist allerdings unklar. Ideen für eine Umgehungsstraße, die die Füssener Innenstadt vor allem vom Ausflugsverkehr zu den Königgschlössern entlasten soll, gab es in der Vergangenheit bereits einige. 

Mal dachten die Kommunalpolitiker über eine Brücke über den Forggensee nach, mal diskutierten sie einen Tunnel unter dem See oder eine Umfahrung um das Gewässer. Letztlich scheiterten aber alle Pläne, auch am Widerstand der Schwangauer, die ihren Grund dafür nicht hergeben wollten. 

Im Februar 2015 zog die Bundesregierung schließlich einen bis auf weiteres endgültigen Schlussstrich unter alle Überlegungen: Weil nach Ansicht der Berliner Verkehrsexperten die Kosten – die Schätzungen belaufen sich auf über 90 Millionen Euro, davon allein über 80 Millionen für einen Tunnel – in keinem Aufwand zum Nutzen stehen, flogen Umgehung und Tunnel aus dem vordringlichen Bedarf des „Bundesverkehrswegeplans 2030“. Seit dem ist es still um das Thema geworden. 

Über Tiroler Grund

Vergangene Woche legte Architekt und Stadtrat Magnus Peresson, der bei der Kommunalwahl im März wieder als Spitzenkandidat der UBL ins Rennen geht, gegenüber dem Kreisbote einen neuen Lösungsansatz vor. Seine Idee sieht einen etwa fünf Kilometer langen Tunnel durch den Schwarzenberg von der österreichischen B189 bei Pinswang bis nach Hohenschwangau vor. Dort sollen die Autos schließlich in einer Tiefgarage – ähnlich der Mönchsberggarage in Salzburg – unter dem jetzigen Königsschlösser-Parkplatz parken. Von der Tiefgarage, die „so groß, wie es geht“ gebaut werden soll, aus würden sie dann wieder zurück in den Tunnel geleitet. 

Das bedeutet, dass der Verkehr nach Schwangau über die A7, den Grenztunnel, von dort über ein kurzes Stück der B189 durch den Tunnel um Füssen herum geleitet werden würde. Etwa 1,5 Kilometer der Maßnahme betreffen Tiroler Gebiet. 

Einige Vorteile

Vorteile hat diese Idee nach Überzeugung Peressons und der UBL-Vorsitzenden Suzanne Vorbrugg einige. So bestehe etwa der Schwarzenberg aus Wettersteinkalk, Tunnelarbeiten würden dort keine großen Probleme bereiten. „Wir haben in einem gesunden Fels eine fünf Kilometer lange Röhre“, erklärt Peresson. 

Ein weiterer Vorzug: Statt mit vielen Privatgrundstücksbesitzern müsste nur mit dem Land Tirol, dem Freistaat Bayern, der Gemeinde Schwangau und dem Wittelsbacher Ausgleichsfonds eine Einigung erzielt werden. „Das wäre der große Wurf, die imperiale Lösung“, frohlockt Peresson. Und auch die UBL ist begeistert. 

„Direkt von der Autobahn durch einen Tunnel zum unterirdischen Parkplatz in Hohenschwangau und wieder zurück – ein Märchen könnte wahr werden“, heißt es in einer Pressemitteilung. Füssen werde vom Verkehrsstau befreit und das Verhältnis zu Schwangau könnte wieder in „friedliche Bahnen“ gelenkt werden.

 Voraussetzung dafür ist jedoch ein durchsetzungsfähiger Bürgermeister mit einem guten Draht in die Münchner Staatskanzlei, glaubt der Architekt. „Das ist kein lokales, sondern ein staatliches Problem“, so Peresson. „Das ist Chefsache!“ Die Füssener SPD-Bürgermeister der jüngeren Vergangenheit hätten in der CSU-geführten Staatskanzlei dahingehend aber nichts bewirken können. Vom neuen Stadtrat erhofft sich der 71-Jährige Unterstützung für seine Idee: „Im neuen Stadtrat gibt es vielleicht Leute, die das nicht als Utopie abtun.“

 Gleichwohl gibt der UBL-Spitzenkandidat zu, dass die Kosten für seine Vision völlig unklar seien. Vor dem Hintergrund, dass der Staat über 70 Millionen Euro in einen Tunnel bei Marktoberdorf investiere, wo der Verkehr geringer seien, sei das Geld für den Füssener Tunnel gut angelegt.

Matthias Matz

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