Ebenerdig und kleiner

Neuer Edeka: Räte segnen überarbeitete Pläne ab – Kritik am Verkehr

Hopfener Str. Füssen
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Die Edeka-Filiale (links) in der Hopfener Straße will auf die andere Straßenseite ziehen. Für den Neubau muss der Bebauungsplan N 10 Moosangerweg Ost geändert werden.
  • vonKatharina Knoll
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Füssen – Bei den Plänen für den neuen Edeka-Markt in der Hopfener Straße haben die Planer nachgebessert. Nachdem die Stadträte in der Dezembersitzung unter anderem die Größe der Verkaufsfläche von 1700 Quadratmeter kritisierten, soll diese nun auf ca. 1500 Quadratmeter reduziert werden, informierten die Planer am Dienstag in der Sitzung des Bauausschusses. Zudem soll das Gebäude nur noch ein Geschoss bekommen. Auch der Versiegelungsgrad von 0,8 wird jetzt eingehalten. Nach wie vor Bedenken hatten die Räte jedoch wegen der Verkehrssituation. Dennoch brachten sie den Vorentwurf der siebten Änderung des Bebauungsplans N10 auf den Weg. 

„Wir haben versucht, alle Kritik aufzunehmen“, sagte Hans Schneider, Geschäftsführer von der Konzeptbau Bauträger- und Int. Immobilien GmbH. „Wir haben eine neue Planung erstellt, die wirtschaftlich machbar ist.“ Statt den ursprünglich geplanten 2150 Quadratmeter Verkaufsfläche, als sich neben Edeka und einem Backshop auch noch Matrazen-Concord hier ansiedeln wollte, soll die Verkaufsfläche für den Lebensmittelmarkt jetzt nur noch ca. 1500 Quadratmeter betragen. Um die Versiegelung des Grundstücks zu reduzieren, sollen die 101 Parkplätze mit Rasengittersteinen verlegt und nur noch die Zufahrten asphaltiert werden. So überschreitet die Versiegelung jetzt nicht mehr die gesetzliche Obergrenze einer Grundflächenzahl (GRZ) von 0,8. Daneben ist geplant, ca. 30 neue Bäume auf dem Parkplatz zu pflanzen. Das nun ebenerdige Gebäude soll außerdem ein Satteldach mit geringer Dachneigung bekommen, das als weiterer Ausgleich der Versiegelung extensiv begrünt werden soll. Hier möchte der Antragsteller noch Photovoltaikanlagen installieren.

Da den Stadträten auch die Fassade des Betonbaus nicht gefiel, wollen die Planer sie jetzt mit Holz verkleiden. Allerdings sollten die geplanten Werbeschriftzüge kleiner ausfallen, ergänzte Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU).

„Soweit ist das alles echt in Ordnung“, meinte Jürgen Doser (FWF) zu den Plänen. Von den Einheimischen werde der Edeka gut angenommen. „Gerade fürs Weidach ist er ein wichtiger Nahversorger, den man da braucht.“ „Danke, dass Sie so viel von unseren Forderungen eingebaut haben“, meinte auch Dr. Martin Metzger (BfF). Doch er sah nach wie vor die Verkehrssituation kritisch – und damit stand er nicht allein da. Auf dem Geh- und Radweg entlang der Hopfener Straße seien im Sommer viele Fußgänger und Radler unterwegs, gab Metzger zu bedenken. Zudem werde das bisherige Edeka-Gebäude auf der anderen Straßenseite nicht leer bleiben, sondern anders genutzt werden, wandte Magnus Peresson (UBL) ein. Hier müsse man deshalb auch mit abbiegenden Fahrzeugen rechnen. „Wir werden da ein Verkehrsaufkommen und Staus bekommen, die man sich jetzt noch nicht vorstellen kann“, befürchtete er. Für ihn stand deshalb fest: „Ich kann dieser Geschichte nicht zustimmen.“

Wir werden da ein Verkehrs- aufkommen und Staus bekommen, die man sich jetzt noch nicht vorstellen kann.

Magnus Peresson, UBL-Stadtrat

Auch Stadtrat Metzger fragte sich, ob die Zufahrt zum neuen Edeka-Markt ohne eine eigene Linksabbiegespur überhaupt funktionieren wird. „Ich möchte das nicht fordern, aber wir sollten darüber nachdenken.“

Da es sich bei der Hopfener Straße um eine Staatsstraße handelt, sei dafür das Staatliche Straßenbauamt zuständig, wandte Eichstetter ein. Werde die Straße einmal ausgebaut, könnte eine neue Linksabbiegespur in Erwägung gezogen werden. Allerdings werde die Abt-Hafner-Straße, die von der Hopfener Straße zu den Discountern Aldi und Lidl führt, wesentlich stärker frequentiert. „Dort kam noch keine Forderung nach einer Linksabbiegespur“, gab der Rathauschef zu bedenken.

Ein anderes Problem hatte Martin Dopfer (Füssen Land). Ihm missfielen die fünf geplanten Mitarbeiterparkplätze im Moosangerweg, von denen jeder einzelne direkt von der Straße aus angefahren werden muss. „Das ist für mich ein No-Go“, sagte Dopfer.

Gutachten überarbeiten

„Optimal ist das nicht“, gab Bauamtsleiter Armin Angeringer zu. Doch es gebe nicht wirklich eine bessere Lösung. Andernfalls könnten die Planer den Versiegelungsgrad nicht einhalten. Im weiteren Bauleitplanverfahren werde man jedoch gemeinsam eine Lösung für den Verkehr erarbeiten, wandte Planer Schneider ein. Dann werde das Verkehrsgutachten, das bereits erstellt wurde, überarbeitet.

Vor diesem Hintergrund billigte der Ausschuss mit einer Gegenstimme von Magnus Peresson die neue Planung und den darauf basierenden Vorentwurf der siebten Änderung des Bebauungsplans N10. Die Verwaltung wird die Unterlagen nun auslegen und die Träger der öffentlichen Belange beteiligen.

Katharina Knoll

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