Ein moderner Neubau soll das sanierungsbedürftige Gasthaus am Vilsalpsee ersetzen

Neuer Gasthof am Vilsalpsee: Klare Linien und viel Glas

Gasthof am Vilsalpsee
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Das Gasthaus Vilsalpsee (rechts) ist in die Jahre gekommen und soll nun abgerissen werden.
  • vonHans-Georg Gröner
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Tannheim – Das Gasthaus am Vilsalpsee im Tannheimer Tal soll abgerissen werden. Das hat die Gemeinde Tannheim im vergangenen Jahr beschlossen. Sie ist Eigentümerin des Gasthauses, das vor Jahrzehnten im klassischen Tiroler Baustil errichtet worden ist. Nun steht fest, wie der Neubau ausschauen soll. Der moderne Entwurf von Architekt Mario Gasser aus Innsbruck machte das Rennen. 

Das Gasthaus am Vilsalpsee ist stark sanierungsbedürftig. Die entsprechenden Arbeiten wären allerdings so enorm gewesen, dass sich der Gemeinderat dazu entschied, die Ausschreibung eines Neubaus zu starten. 52 Anmeldungen von Architekten – vorwiegend aus Tirol und Vorarlberg – meldeten sich an, von denen letztendlich 33 ihre Entwürfe und Modelle abgaben und sich um die Preisgeldsumme von 30.000 Euro bewarben.

Dieses Modell zeigt, wie der Neubau ausschauen soll.

Nun ist die Entscheidung gefallen: Mario Gasser, ein Architekt aus Innsbruck, räumte den ersten Preis von 9000 Euro ab und hatte die Nase vorn bei der Vergabe der Planungsarbeiten. Der Entwurf entsprach den Vorgaben und Wünschen der Fachjury am ehesten und wurde – bis auf die Fassadenverkleidung mit eloxiertem Aluminium – zum größten Teil ohne Vorbehalte akzeptiert. Hier soll unter dem Aspekt der Ortsbezogenheit und Nachhaltigkeit die Materialwahl in Abstimmung mit der Gemeinde geändert werden. Dass die Entscheidung den Juroren nicht leicht gefallen sein dürfte, zeigen die anderen Modelle, die zum Teil an das Opernhaus von Sydney oder an die mexikanischen Pyramiden erinnern und deren Verwirklichung sicher auch ihren Reiz gehabt hätten.

Das Gebäude erscheint als Model sehr modern, mit großen Glasflächen Richtung See, mit klaren Linien, flachem bzw. sehr gering geneigtem Dach, und vorgelagerter, teils überdachter Terrasse, von der aus die Besucher windgeschützt auf den südlichen See blicken können.

In der Gaststube gibt es Platz für 100 bis 120 Gäste. Dahinter auf der Nordseite des Erdgeschosses schließen sich die Küche und Nebenräume an, im Obergeschoss ist die Betreiberwohnung, Büros und Aufenthaltsraum für das Personal vorgesehen. Die Pächterin Monika Grad, die auch in der Jury saß, möchte das Gasthaus ganzjährig bewirtschaften.

Mit geschätzten Baukosten von 3,75 Millionen Euro ist das Unterfangen nicht gerade günstig. Doch die Gemeinde sieht den Neubau als eine Investition in die Zukunft, in der sicher bald wieder Besucherströme in das Naturschutzgebiet Vilsalpsee im Tannheimer Tal fließen werden.

Das Projekt soll 2022 verwirklicht werden, so dass das alte Gasthaus noch im Laufe dieses Jahres besucht werden kann. Die Projektentwürfe aller Bewerber sind im Felixe Mina´s Haus in Tannheim ausgestellt. Interessierte können sie noch bis Freitag, 21. Mai, montags bis freitags von 9 bis 13 Uhr und zusätzlich sonntags von 14 bis 17 Uhr anschauen.

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